Projekte

Aufbau einer Citizen Science-Plattform zur Einbindung der Öffentlichkeit in den wissenschaftlichen Arbeitsprozess an der Universität Erfurt

am Fallbeispiel: „Kino in der DDR – Rezeptionsgeschichte ‚von unten'“

In der heutigen Wissensgesellschaft kommt dem Konzept einer Public Science gesteigerte Bedeutung zu: Wissenschaft und Öffentlichkeit stehen in einem engen Bezug zueinander, der weit über eine unilaterale gesellschaftliche Informations- und Bildungsfunktion von Forschung hinausreicht. Aktuelle gesellschaftliche, wissenschaftsbasierte und wissenschaftspolitische Debatten sowie Förderinitiativen fordern vielmehr auch eine gesellschaftliche Beteiligung am wissenschaftlichen Forschungsprozess selbst. Gleichzeitig haben digitale Technologien neue Möglichkeiten geschaffen für einen Ansatz, der im Sinne einer weiten Definition von Public Science den Dialog mit einer interessierten Öffentlichkeit als integralen Bestandteil des Forschungsprozesses realisiert: Wissenschaft nicht nur für die Öffentlichkeit, sondern auch mit der bzw. durch die Öffentlichkeit.

Auf der Basis eines solchen dialogischen Modells zur Interaktion von Wissenschaft und Öffentlichkeit zielt das Projekt zur Entwicklung einer Citizen Science-Plattform darauf, das in der Öffentlichkeit vorhandene Interesse an Geistes- und Sozialwissenschaften mit Instrumenten einer digitalisierten Welt für die Forschung zu aktivieren, zu kanalisieren und produktiv in den wissenschaftlichen Arbeitsprozess einzubinden.

Dazu soll anhand eines ausgewählten Pilotprojektes („Kino in der DDR – Rezeptionsgeschichte ‚von unten'“) ein Konzept exemplarisch entwickelt und umgesetzt werden, das sowohl die technologischen als auch die kommunikations- und fachwissenschaftlichen Anforderungen berücksichtigt.

Laufzeit: 2019-2022
Gefördert durch: Thüringer Aufbaubank
Projektleitung: Prof. Dr. Christiane Kuller, Prof. Dr. Patrick Rössler, Dr. René Smolarski
Ansprechpartner: Marcus Plaul, René Smolarski
Website: https://projekte.uni-erfurt.de/ddr-kino/

 

Framing in der politischen Sprache innerhalb öffentlicher Mediendiskurse. Eine politolinguistische Diskursanalyse (Arbeitstitel)

Hierbei handelt es sich um ein selbstständiges Dissertationsprojekt mit dem Ziel, eine linguistische Diskursanalyse an Hand des sprachlichen Auftretens verschiedener Akteure in den medienübergreifend stattfindenden öffentlichen Diskursen um Zuwanderung und Erinnerungskultur unter Rückgriff auf das Konzept des (politischen) Framings durchzuführen. Die Untersuchung des Sprachmaterials erfolgt dabei in Form einer qualitativ-evidenzbasierten Inhaltsanalyse. Zu den inhaltsorientierten Forschungsinteressen gehört unter anderem die Frage nach der diskursiven Konstitution von Wissen, d.h. vereinfacht gesagt: wie durch Sprache Realität nicht nur abgebildet, sondern konstituiert wird.

Um Schlagwörter und Teildiskurse zu identifizieren, entsteht aktuell ein digitales Korpus in Endnote X8 mit bislang 450 Datensätzen bestehend aus Online-Artikeln, E-Books, Audiodateien von Radiobeiträgen und -interviews, Zeitungsartikeln und Aufsätzen sowie ihren zugehörigen Metadaten. Weitere Programme zur computergestützten Korpuserstellung und -auswertung sollen im Laufe des Projekts ergänzt werden.

Laufzeit:                          seit 2019
Bearbeitung:                  Uschi Schmidt, M.A.

Gotha-Portal des Sammlungs- und Forschungsverbundes Gotha

Das Gotha-Portal ist ein digitales Projekt des Sammlungs- und Forschungsverbunds Gotha, der von Forschungsbibliothek und Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt sowie der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha gebildet wird. Das Portal wird die verteilt vorliegenden digitalen Objekte, Sammlungen und Ressourcen der Verbundinstitutionen über ein Metaportal virtuell zusammenführen und über eine Gesamtsuche für Forschung und Öffentlichkeit zugänglich und recherchierbar machen.

Als digitaler Forschungsraum soll es die orts- und zeitunabhängige Forschung mit dem digitalen Material sowie dessen Analyse, Annotation, Visualisierung, Edition und Publikation ermöglichen.

Laufzeit:                             2017-2022
Projektleitung:                  Dr. Kathrin Paasch
Ansprechpartnerin:         Dr. Hendrikje Carius
Gefördert durch:              TMWWDG
Webseite:                          https://www.gotha3.de/forschungsblog/gotha-portal ‎

 

FactGrid: A Database for Historians

Das FactGrid ist eine der ersten Wikibase-Instanzen, die (mit der technischen Unterstützung von Wikimedia Deutschland) außerhalb von Wikidata in Betrieb ging. Die Software ist open source und ein technologischer Schritt in die Welt normalsprachlicher gleichzeitig aber strukturierter, maschinenlesbarer Aussagen in allen aktuellen Sprachen.

Wir bieten historisch ausgerichteten Forschungsprojekten international die Möglichkeit, Daten auf der Wikibase-Software laufen zu lassen und ihre Datensätze dabei – im FactGrid dezidierter authentifiziert als in Wikidata – in eine offenere Nutzung zu bringen. Die Software bietet standardmäßig Visualisierungen von Netzwerken, geographischen Verteilungen etc. über einen eigenen SPARQL-Endpunkt für beliebig komplexe Abfragen und dient in Gotha unter anderem laufenden Projekten des Gotha3-Verbundes.

Inbetriebnahme der Datenbank 12. Januar 2018
Projektleitung: Dr. Olaf Simons
URL der Datenbank https://database.factgrid.de/wiki/Main_Page
URL des Projektblogs https://blog.factgrid.de/

 

Der König als Teil des Netzwerks. Herrschaftspraxis unter Wenzel IV. (1361-1419) in Böhmen und im Reich

Das Projekt untersucht, wie Herrschaft zur Zeit König Wenzels IV. funktionierte. Die fast durchgehend negative Bewertung dieses Herrschers sowohl durch die zeitgenössische Historiographie als auch durch die moderne Forschung brachte ihm den Beinamen „der Faule“ ein. Auf der anderen Seite herrschte er 22 Jahre lang über das römisch-deutsche Reich und über 40 Jahre als böhmischer König. Die langen Regierungszeiten zeigen, dass er Wege gefunden haben muss, seine Herrschaft durchzusetzen und aufrechtzuerhalten. Diese Wege sollen im Projekt vor allem anhand des erhaltenen Urkundenmaterials nachvollzogen und analysiert werden. Neben klassischen historischen Methoden soll die der Analyse historischer Personennetzwerke angewandt werden, um die Netzwerke von Unterstützern und Gegner der Herrschaft Wenzels offzulegen und analysieren zu können.

Laufzeit: 2018-2021
Gefördert durch: DFG
Projektleitung: Dr. Christian Oertel
Ansprechpartner: Dr. Christian Oertel
Website: https://www.uni-erfurt.de/geschichte/mittelalterliche-geschichte/team/dr-christian-oertel/