1783-10-01 Christian Georg von Helmolt (Chrysostomus): Brief an Johann Joachim Christoph Bode (Aemilius)

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Inhalt

Transkript

Gotha den 1. October 1783.

Ich bin seit vorgestern wieder hier, mein herzlich geliebter
Bruder! Erlauben Sie mir, daß ich Ihnen heute noch, wie wohl
etwas späte, den wärmsten und reinsten HerzensDank
für alle mir, während ihres letzten Aufenthalte in Gotha,
erzeigte brüderliche Liebe und Freundschaft, und insbe-
sondere für das große Zutrauen, welches sie noch am letzten
Tage vor ihrer Abreise gegen mich äußerten, innigst ge-
rührt hiermit abstatte. Ich will gerne alles thun, was
in meinen Kräften ist, um mich deßen wahrhaftig
würdig zu machen. Ich hätte Ihnen gerne von Can-
nawurf aus geschrieben. Aber da sollte ich meinen
Brief von Weißensee, über Langensaltze, nach Erfurt
laufen laßen. Dies war beynahe ein Umweg von 8. Meilen.
Meinen monatlichen Bericht werden Sie in wenig Ta-
gen erhalten. Heute werden erst noch ein paar Q. L.
darzu bey mir eingereicht werden. Der gute Br[uder] |<2>
Cato macht uns die Zeit recht lang, ehe er wieder kommt.
Der d[urchlauchte] Br[uder] Walter ist wieder auf dem Wege sehr guter Gesund-
heits Beßerung, worüber wir alle sehr erfreuet sind. Gott
gebe, daß es von Dauer sey.
Ich sehe mich genötiget, in dieser Meße doch noch nach Leipzig
zu gehen; und muß den 14. October vormittags daselbst ein-
treffen. Der Empfang eines beträchtlichen Capitals, welches
mir ausgezahlt werden wird, macht freylich meine per-
sönliche Gegenwart daselbst nothwendig. Wollen Sie
mir Aufträge dahin geben? Ich übernehme sie von Her-
zen gerne. Wenigstens bitte ich Sie, mich an gute Menschen
daselbst zu empfehlen, und mir Sie zu nennen, damit ich ihre
Bekantschaft machen kann. Ich bin mit wahrern
Seelen Hochachtung, Ihr
treuverbundenster Bruder
Chrysostomus.

Anmerkungen