1784-09 Provinzbericht Ionien

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Transkript

Unterthänigster Bericht über die Os. Provinz Ionien
vom Monat Schariver 1154.Jzdrgrd.

Im Ganzen sind in disem Monath kaum Verände-
rungen vorgefallen. Specilalia sind:

Syracus. Ich halte es für meine Pflicht, den warmen
Eifer des dasigen Local-Obern, Chrysostomus, und seiner
Brbr. Assistenten aufs rühmlichste zu empfehlen.
Die in der dortigen M[inerva]l K- und Magst. Versammlung
angenommene Art die Bbr. und Sachen zu behandlen,
zeigt schon eine ersprießliche Wirkung. Wenige
qq.LL. der untren Bbr. sind blosse ausgefüllte
Formeln; die meisten enthalten Sinn und Gedanken
über Sachen, welche einsichtsvolle Obere, sich als Hand-
haben bedienen können, um die Bbr. auf den wahren
Weg des Selbstdenkens und der Aufklährungzu leiten.
Ueber einige, im Monat Pharavardin und Ardibe-
hescht aufgegebene Fragen sind Beantwortungen
überreicht. Die erste Sub Litt. B. von Br. Spanheim
ist freylich in der Form etwas fehlerhaft gerathen; indessen
enthält solche doch in Rücksicht auf die Moral-Policey,
und Pastoraltheologie manchen guten Gedanken,|<1>
welcher vielleicht auf die allgemeine, allmälige Sitten-
verbesserung eines Landes angewendet werden könnte.

Baillet hat in dem Aufsatze, C, über einige Puncte
der Landeswirthschaft, für einen jungen Mann, sehr solide
Gedanken eingereicht; am meisten aber, ich geste es gerne,
freue ich mich über die Talente und die Richtung des
Kopfes und Herzens, des M[inerva]l Gronovii; von ihm
ist der Aufsatz D. Ich lege dise drey Aufsätze im
Original bey, mit unterthänigster Bitte, solche dem
Br. Chrysostomo gelegentlich wieder zukommen zu lassen;
um nach und nach ein Archiv von solchen Aufsätzen zu
formieren, und darüber bey Zeiten ein richtiges Reper-
torium auszufertigen.

Jacob Thomasius hat in seinem q.L. von disem und dem vorigen
Monat, eine Erzählung von seinen Amtsgeschäften und
häuslichen Leben geliefert. Es blicken daraus einige
Klagen hervor, deren Grund oder Ungrund ich nicht zu
beurtheilen vermag. Mir scheint es so, als ob diser Bruder
glaubte, sein q.L. werde von Personen gelesen die ihm
helfen könnten. Dise Idee will ich auf die glimpflichste
Art auszulöschen suchen. Indessen unterwinde [?] ich mich
hier aus einiger Ueberzeugung von der wahrhaftigen
gnädigsten Gesinnung meines höchsten Landesherrn gegen
alle seine Unterthanen, unterthänigst vorzuschlagen,
ob nicht dem Accacio dise beyden qq.LL. des Thomasii,|<2>
unter dem O[rden]s Geheimnisse zuzustellen wären, um den Grund
der Klagen zu untersuchen, weil ich glaube, daß der dazu am
besten im Stande sey. Nach dessen Beurtheilung könnte Basilius
im künftigen Reprochenzeddel, warnen, ermahnen oder trösten.
Cassiodor bittet in seinem letzten q.L. ganz geziemend bescheiden
um weitere Fortschritte im O[rden].
                              2.
Heropolis.Weil Abaris und Werner v. ##
fast die ganze Zeit, seit dem ich wieder hier bin, abwesend
gewesen, so habe ich, da ich nicht wohl ohne deren Mit-
wissen hier agiren kann, hier noch keine ordentliche
Einrichtung machen dürfen. Ich darf aber hoffen, daß
diese anscheinende Unthätigkeit, bald ein Ende nehmen
soll.
                              3.
Synope. hat nichts nie berichtet. Welches ich der, in
meinem vorigen unterthänigsten Monatsberichte an-
gezeigten Ursache, zuschreibe.
                              4.
Pelusium. Ueber diese Pftr. darf ich mich auf den, vom
Lucian erhaltenen, Ewl. durchl. von mir unter-
thanigst, an 11ten dises, untergelegten Originalbrief
beziehen.
                              5.
Aquinum. Steht noch, wie im vorigen Monate, nur
daß ich die Namen, welche die Bbr. unter folgenden
Nummern im Orden erhalten haben, Supleiren
kann. Nro. 6. Theobaldo Brusciato|<3>


  Nro. 7. Mattheus visconti.
   _ _ 8. Johann Seneca.
   _ _ 9. Gangrado di Verona.
   _ _10 Wilhelmus Oceanus.
   _ _11. 12. & 13. sind 3 eingeführte Novizen, deren
Ordensnamen noch nicht im Bericht erhalten habe; und
heissen: v. Roeder, Cammerjunker und Assessor.
         _ Conradi, Medic. Dr.
         _ Heubel, Bereiter.
Uebrigens habe ich alle Urache, mir von dem Eifer der
dortigen Bbr. der nur noch Anfangs einige behutsame
Leitung erfordert, viel Gutes zu versprechen. Weil Nro.
Nro. 3. und 4. ganz vorzüglich gut gesinnte Menschen sind.
                       . # #
  der unterthänigsten Bitten hätte ich dises Mal zwey.
a)Es fängt mir an, an Os. Namen zum Austheilen zu gebrechen
b)Muß ich unterthänigst an das, dem Philo versprochne, in die
respect. Sprengel zu befördernde Rescript. erinnern, damit
Philo aus der Säumniß keinen Fürwand zu Klagen, oder
gar zum Wortbruch nehmen könne.

Von meinen Mitregenten habe ich keine andren q.L. erhalten
als von Chrysostomus und Aly, die ich, pflichtschuldigst uner-
brochen anfüge. Ich erstreben unterthänigste Anhänglichkeit
                    Ewl. durchl.
Ionien
15ten Meher unterthänigster
1154 Jzdgrd. Aemilius|<4>

Anmerkungen