1785-02-21 Bode (Aemilius) : Brief an Helmolt (Chrysostomus)

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Inhalt

Transcript

Weimar[1]
Heropolis. 21ten Bahman
1154
Chrysostomo S. p. D. Aemilius.

Dieses wird Sie also, bey Ihrer hoffentlich frölichen Heimkunft
empfangen. Wenn Sie sich in den Armen der lieben Ihrigen
erholt haben, so treten Sie wieder an die moralische Mühle[?]
mit mir!
Hier sind für 2 Monathe Din und Bahman die R.R.Z.Z.
Sie werden so gütig seyn, und mit Ihrer eigenen Hand, auf
jedem (gleichsam, abzu Ihrer eigenen Notizen) mit dem Namen
des Monats bemerken.
Ich habe nicht nur nichts dawider, sondern wünsche, daß
Sie die Portionen besonders für Spanh[eim] ~~~~~ und Cassiodor
erst mit S[erenissi]mo Timoleon anschaueten, um mich zu berichtigen
wenn ich zu strenge gewesen seyn sollte. Aber Thomasius
seynes von diesem Monat, muß Serenissimus nicht sehen,
und Sie dürfen geradezu in meinem Namen bitten,
daß Er nicht wolle. Hingegen bitte ich ebden disen Zeddel
besonders wie auch die ubrigen Reprochen dem B[ruder]
Accacius zu zeigen. – Dieser versprach mir, als ich dem
10ten dieses bey ihm war, die RR.ZZ. für Spanheim und
J[acob] Thomasius zu machen und mir zum Abschreiben zu zu
schicken. Ich habe bis Heute Morgens vergeblich darauf
gewartet. Die welche hier beyfolgen habe ich, als ich den[?]
Freytag Morgen |<2>
Freytag Morgen nichts erhielt, selbst gemacht, so gut ich konnte,
damit im Nothfall doch etwas da sey, und mein guter
Wille wenigstens nicht zweifelhaft werde. Hat aber
Br[uder] Accacius welche gemacht, so bitte ich Sie, ohne falsche
Bescheidenheit oder Complimente, Seine und nicht meine zu
geben! Sie müssen wir von einer unbekannten Hand ab-
schreiben lassen. – Aber dann bäte ich auch um eine Abschrift,
um dem faden nachgehen zu können. Hat accacius
Nichts gemacht, so gebe ich ihm hier mit vom Grunde
des Herzens (Er ist natürlicher Weise solchen Motiven
besser gewachsen, als ich) die Freyheit, darin zu ändern,
was er zu ändern für gut findet. – Es ist freylich
überflüssig, theuerster Bruder, zu erinnern, aber Brüder
nehmen Sich auch Etwas überflüssiges nicht übel! ich
meine nämlich, daß ganz besonders solche RR.ZZ.
als diese höchst geheim gehalten, und ihre Verfasser
platterdings unbekannt bleiben müssen! – Warum
ich aber wünsche, daß S[erenissi]mus Timoleon den von Bohmen[?]
an Thomasium nicht sehen möge ist aus Delicatesse
für Ihn, für Thomas[ius] und für mich.
Sollten Spanh[eim] und Thomas[ius] sich ungebendig bezeigen: so
verlieren Wir gewiß nichts dabey. Cassiodor muß den Wider-
ruf gleichfalls thun, oder ihm wir nach dem verflossenen
O[rdens]- Monathen keine Versammlugn angesagt. Bis dahin
will ich suchen ob ich Zeit zu einem Schreiben, an den
M[inverval] Mag[istrat] |<3>
M[inerval] Magistrat gewinnen kann; in welchem dises und jenes noch näher
beleuchtet werden könnte. Auf fleiß müssen wir dringen
das blosse, denn, ich möchte fast sagen, naseweise fragen der B[rüder]
fruchtet nichts, als daß es uns die Zeit stiehlt.
Aber, mein theuerster Bruder, aus Cassiodors wiederhohlter anfrage
über den Eid, fange ich an, zu besorgen, daß Sie meine Bitte
gleich bey anfänglichr Einrichtung der M[inerval] Kirche: den Eid nicht
abzunehmen
: vielleicht überhört haben. – Ich wiederhole solche
also hiermit nochmals! Ich habe dazu meines hohen Obern Einstimung[?].
Schickt Cato aus Meinungen[?] gar nichts ein?
Hier bey 3 Exempl[are] Pomona, wovon ich 2 an Fr[au] Sch.[?] v[on] d[er] Lühe
zu senden bitte.
Sie verbinden mich sehr, wenn Sie mir bald ein paar
Zeilen über das Befinden der Herzoginn und unsers Catos. Utic[ensis]
schreiben wollen.
Mir sinkt wahrhaftig die Feder aus der Hand. Verzeihen
Sie meinen sonderbaren Briefstyl! Und bleiben
Sie mir hold und gewogen

Anmerkungen

  1. Offenbar zuerst geschrieben, dann aber ausgewischt.