1785-03-17 Bode (Aemilius) : Brief an Helmolt (Chrysostomus)

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Inhalt

Transcript

Heropolis, den 17ten Esphendermet.
Amatiss[i]mo Chrysostomo. Aemilius.

Hiemit habe ich die Ehre, Ihnen, theurer Bruder die abgeschriebenen
RRZZ. zu übersenden. Wenn ich Zeit zum lesen gewinnen kann:
so sendet Br[uder] Bas[ilius] auch seinen Br[üdern] RR.[1] jedem ein Sprüchlein;
aber versprechen kann ich es nicht, weil mir wirklich, wo nicht Ar-
beiten, doch Schreibereyen, auf dem Tische ligen, die gethan
seyn müssen, und sehr oft für einen Mann zu viel werden.
Doch, mein Liebster, dies ist nicht Klage; es ist blosse Erzählung, die
jedoch die Entschuldigung bey sich führen soll, wenn ich zu-
vielen nicht pünktlich genug erscheinen muß.
Ich sende Ihnen so gerne ein O[rden]s Schreiben an den M[inerval] Magist~~[?]
der wirklich eine nachdrückliche Ermahnung nöthig zu haben
scheint, indem die Br[üder] die, von ihnen selbst veranlasseten Aufgaben
nicht nur auf keine Weise hinlängliche, sondern auf eine
so leichte, laue Art behandelt haben, daß keine Luchsaugen
dazu gehören um zu entdecken, daß bey den Fragen der Br[üder]
das allgemeine Wohl nicht die einzige Absicht war. Nun sie sehen,
daß diese Absichten wohl nicht durchzusetzen seyn möchten,
nun kommen sie mit andern Fragen aufgezogen, die ihnen so
zwischen Abendsegen und Einschlafen einfallen. Wenn wir so
Etwas der Untätigkeit der jungen Zöglinge übersehen: so müssen
wir bey männlichen Br[üdern] hingegen fest darauf halten, daß keine
aufgegebene Fragen //die nicht// bis auf einen gewissen befriedigenden
Punkt[?] erörtert worden, so gleichsam einschlafe; und das ist doch
so ungefehr der Fall, mit denen unter die Br[üder] des Magistrats ver-
theilten. Ihre eigene Lage, m[ein] th[euerster] Br[uder] Chrysostomus, sehe ich dabey
[zw]ar[?] zu gut ein, um nicht zu wissen, daß Sie die Sachen nicht |<2>
nicht feuriger betreiben können; (ich befinde mich hier in eben[-]
dem Falle!) die Ermahnungen müssen von unbekannter Hand
kommen! Nur bedaure ich, daß ich nur ein Mensch bin. So
bald aber ich nur ein wenig Luft gewinne, will ich diesem
Fall zu Ihrem Beystande eilen.
Hier sind wir endlich darüber zum Schlusse gekommen
daß in Heropolis eine M[inerval] K[irche] und in Butus eine [Loge]
etabliert werden darf. Die Ausführung dieses Entschluße[s]
aber wird wieder vieler Wunsch und Eines Arbeit werden.
Gut! So lange noch Kräfte da sind, laß uns arbeiten!
Ich hatte diesen Brief ang schon gestern Angefangen, - aber d[en]
ganzen ausgeschlagenen Tag bin ich gestört worden. Heute m[uß]
ich kurz seyn, weil mehr auf die Hand gekommen ist. Gestern
war mein Vorsatz ausführlich zu schreiben.

1) Ueber die Fragen, die Sie als ofnes Quib[us] L[icet][2] beygelegt haben, kann m~~
man nur von erfahrnen Sachkundigen Männern Etwas genug ~~~
erwarten. Ich denke, Sie haben Abschrift davon behalten. Die Erste
können wir deswegen nicht ausgeben, weil es gegen die Consti[tution]
wäre, welche ausdrücklich besagt, daß wir uns nicht mit der
jurisprudenz abgeben sollen! Die 4 andern aber sind eben so
erlaubt, als wichtig. Ist es Ihr Wille: so kann ich solche an de[n]
National bringen, sonst sie auch an den Mag[istrat] zu Syracus bring[en]
jedoch, wenn die liegenden erst abgemacht sind.
Tillotsons Aufname achte ich für ein gutes Werk! Und natürliche[r]
Weise auch Mendozens. Bey der Letzter kann ich mir Ihre Empfind[ung]
recht gut denken. Sie werden es mit dem Loc[al] Obern in Andr[us]
schon ausmachen, daß er den kleinen Schritt über die Regel[?] nicht [bös?]
nimmt! –
Ich ersehe, daß Sie sich in Syracus ein O[rden]s Siegel stechen lassen.
Was für einen zuverlässigen Mann haben Sie denn dort, der es
macht? |<3>
macht? Könnte der nicht auch die Siegel für die Provinz machen?
Sagen Sie mir doch ein Wort darüber! Vielleicht träfe sich ein
günstiger Augenblick, wo Sie mit unserem theuersten Timoleon
gelegentlich hierüber sprechen könnten, denn ich wünschte sehr, daß
Dieser die Zeichnung geben wollte. Ich fürchte aber mit schriftlichen
Bitten darüber lästig zu fallen.
Wenn Sie Alj sehen, so bitte ich ihm zu sagen, daß S[erinissi]mus Eshilius[?]
wohl Etwas an Holz und Korn für ihn thun werde. – Ich wünschte
aber auch, daß Alj bald die Erlaubnis erhielte die Constitution Pate[nte][?]
für Aquinum, auf hübsch Pergament zu schreiben!
Noch Eins! Künftiges Mahl müssen die Br[üder] Wicleff und
[Prittwitz|Conradin]] in ihren RR.ZZ. eine blosse? bekommen, und weiter
nichts. Wir dürfen ihnen QQLL. so ganz in Blanko nicht
hingehen lassen, ohne Sie fein daran zu erinnern!
Leben Sie herzlich wohl!

P. S.

Unser hochwürdigster National empfiehlt die Beförderung
der Musikalischen Werke von unserm Br[uder] Neefe. Ein
braver Componist ist er. Thun Sie was Sie können
Ihr
treuester
Aemilius.

Anmerkungen

  1. Regenten?
  2. Damit Antwort Bode auf Helmolts QL vom 28. Feburar.