1786-01 Bode (Basilius): Reproche an Haun (Jacob Thomasius)

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Kommentar

Zusammenfassung und Transkript

Der Orden verläßt sich billiger Weise auf die Gewißenhaftigkeit der Brüder, wenn sie ihre zum Nuzen des allgemeinen besten freywillig übernommenen Arbeiten aufschieben müßen; und behält sich nur so lange er in dieser Ueberzeugung bleiben kann, das freundschafftliche Erinnern vor. Da sie also l.B. noch bey der Bearbeitung sind, so laßen Sie sichs nicht mißfallen, daß ich ihnen folgende wenige punkte zum weitern Mitbedenken, mit etwas Eile hinwerfe. a) Ich wünsche die Gegenmittel von der Beschaffenheit, daß sie gegen Stolz und Habsucht zugleichen wirksam seyn müsten., b) Daß auf kinderreiche Eltern eine auszeichnende Ehre falle, c) Daß die Hagestolzen von Aemtern, welche mit Ehre und öffentlichen Vertrauen verknüpft sind, ganz ausgeschloßen werden., d) Freiwillige Junggesellen sollten überdies zur Unterhaltung des Kirchen- und Schulwesend wie auch der Waysen-Anstalten verhältnismäßig herangezogen werden. e) Kinderlose Eltern seien nicht zusätzlich zu bestrafen. f) Wenn der Landmann es für Ehre hält, in das Vormundschaftsgericht aufgenommen zu werden; so wäre es vielleicht sehr heilsam, wenn auser der Ehre, alle übrigen E#ente von einem solchen Amte getrennt würden. Dann könnte man sagen, daß wer nicht mindestens 3 bis 4 Kinder hätte, kein Interesse für die Waisen fühlen könne. g) Väter von sieben oder mehr lebenden kindern sollten ein Ehrenabzeichen erhalten, das sie an Feiertagen und in der Stadt tragen könnten. h) Es sollten Feste eingeführt werden, die nicht nur der Fröhlichkeit, sondern auch der Belehrung dienen. i) Hauns Vorschlag, dass nur auf einträgliche Stellen gelangen solle, wer mindestens vier Kinder habe, würde als zu drückend wahrgenommen werden und würde auch zu oft durch Begünstigungen ausgehebelt werden. Lieber kein Gesez vorgeschlagen, als es durch Beyfügung der Willkühr einer höhern Macht häufigen Ausnahmen unterwerfen!