1786-06-27 Rudorff (Ali): QL: Zu Leben nach dem Tode und Vervollkommnung (3)

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Inhalt

Transkript

Fortsetzung

Aber mir ist daran gelegen, zu wißen, ob mein zerfallener, in verschiedene
Gegenden zerstreuter, nach tausend Jahren in unzählige Substanzen über-
gegangener Staub, durch Wunder, oder durch natürliches Gesetz, noch
einmahl als organischer Körper meiner Seele zum Vehikulum dienen
werde. (Gott alles, dem Verstande nichts! wie oben gesagt.)
     Gleichwohl gehöret mein Irrdisches so ganz eigentlich der Natur an, –
ist von ihr genommen, – kehret dahin wieder zurück. Wozu also
der Sprung in dieser Natur-Begebenheit von Natürlichen zum Wunder-
bahren. Glaube hierinn ist wenig Ehre, und Wahrscheinlichkeiten
erfreuen mich nicht, wären auch derer eine noch so große Menge vor-
handen. Die: daß meine Auferstehung bald nach dem Todte, vielleicht
schon beym Scheiden der Seele vom Leibe, erfolgen werde, weil die erstere
nicht ohne den leztern seyn könne, ist allzu engländisch von einem Britten
geschrieben.
     Nach der Wirckung, durch die er kann ihm alle Dinge unterthänig machen,
Phil. 3. v. 21[1] ferner 1 Cor. 15. v. 39[2] Nicht ist alles Fleisch einerlei Fleisch,
sondern ein ander Fleisch ist das Fleisch des Menschen, ein anderes des Viehes.
Ein andere Klahrheit hat die Sonne, eine andere der Mond p[erge] v. 41
und alles, was die Bibel über Todt und Auferstehung enthält, verdient
beherziget zu werden.
     Die Religion verspricht, – die Vernunft des Weisen hoft.

Picenz den 27. Cordad. 1156.

Ali

Anmekungen

  1. Luther Bibel 1545
  2. Luther Bibel 1545