1786-12? Bode (Basilius): Reproche an Wahl (Castellio)

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Kommentar

Zusammenfassung und Transkript

Auf Ihr Q.L. vom Mordad folgendes. Ich muß das Wort Herr bey meinem Namen verbitten! Ich handle bloß als Ihr treuer Bruder; und nur dieser Name kann mir Belohnung seyn. Weiter: Ihre Gedanken über ein aufgegebenes Thema sind, an sich betrachtet, richtig. Aber, voraus gesetzt; daß nützliche thätigkeit der Mitglieder Zweck des Os, und also Conditio sine qua non dieser Mitgliedschaft sey: so kann man zwar ein oder alle aufgegebenen Themata ablehnen, und dafür frey ##, den Geisteskräften und selbst den Neigungen angemessnere wählen; jedoch lässt sich auch dieses unter den 1ten Punkt des QL bringen. Dabey ist auch zu merken, daß nicht alle, besonders junge Mitglieder in einem solchen Geistesverhältniß stehen, als Sie mit den Br. Ali. Also angenommen [wie ich Sie versichern kann] daß das was Garve von der grössesten Gabe der Klugheit sagt, dem O. nicht unbekannt seyn, und daß der geheime Einfluß, den er auf seine Mitglieder haben will. nichts weniger als Herschsucht oder Eigennutz zur Absicht habe: so darf er wohl, mit aller bescheidenen Achtung, die er für die ausgezeichnetsten Talente seiner Bbr. hegt, Aufgaben von ihnen aufgelöset zu sehen wünschen. und also diesen Wunsch äussern, ohne die wohlverstandene Freyheit zu beleidigen: für heute über disen Punkt nichts weiter! Weiter: Allerdings ist Selbsterhaltung eben so gut eine Pflicht, als die übrigen. Und wo sie in Collision mit andern tritt muß gewißen und redliche Ueberlegung entscheiden. Darüber kann also keine Frage seyn. Nur habe ich sagen wollen, was einzelne Kräfte nicht vermögen, dazu müssen wir verbunden suchen. Und, des Os. Bündniß kann und soll aufgerufen werden, wo man glaubt, es könne wirken; denn allgemeines Wohl der Menschheit ist sein Zweck. Weiter: Ueber den Ausdruck ``Gesang`` will ich gerne Unrecht haben; und habe auch nur, als im Munde eines Kindes Etwas dagegen erinnert. Im Munde eines Dichters kenne ich ihn. Aber auch herzlich, so, wie Sie es nehmen, ist Gesang und Gebet synonimisch.; Nur bleibt mir noch ein, vielleicht noch aus der Schule anklebender, Zweifel übrig, da Singen von den alten Dichtern für Erzählen, Dichtern, u.s.w. gebraucht wurde. Ich bitte Sie immer daran zu denken, daß Basilius nie und Nichts erinnere um zu tadeln, sondern allemal die grössere Vollkommenheit zur Absicht hat. Ohne Ihr Vorwissen wird von Ihren Arbeiten gewiß Nichts öffentlich bekannt. Daß Sie vermögend sind, zuweilen Etwas von Ihren Arbeiten zu verbrennen, darüber kann ich Ihnen, als über einen starken beweiß der Selbstverleugnung, meinen herzlichen Beyfall nicht verschweigen. Ich sehe gar zu wohl ein, daß Ihnen es oft , bey treuer Führung Ihres Amtes, an Zeit und Musse zu Nebenarbeiten und ihrer Vollendung fehlen müsse. Der Orden wünscht auch nie, daß ein Mitglied seinen Amtsgeschäften Musse rauben, sondern nur, daß es die natürlich sich darbietende Musse zu guten Zwecken verwenden möge; indem der Geist eigentlich keine andere Ruhe als Abwechslung bedarf. Offenherzigkeit, mein gelibter Bruder, erwirbt sich libe, bedarf, besonders unter Ihnen und mir, nicht der mindersten Entschuldigung. In ## Sprache der Herzen in Ihren Q.L. Zetteln spricht, und wäre es auch nur 2 oder 3 Zeilen; je schätzbarer sind solche dem Orden. Auch sollen Sie diese Sprache nie vermissen in den Antworten.