1787-02 Bode (Basilius): Reproche an Lauhn (e Fabiis)

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Kommentar

  • Bemerkenswert formulierte Kritik an Lauhns misstrauischem Verhalten

Zusammenfassung und Transkript

Zu Adar: Dieser Aufsatz hat Etwas hartes, wo nicht gegen den O. doch gegen Ihre Recipienten. Gegen den Bruder, auf dessen gutes Zeugniß von Ihrem Charakter Sie doch in den Orden aufgenommen sind. Sie sagen: man habe die Hefte vor Ihnen anderhalb Jahre sorgfältig verborgen. Ey! Ey! bey diesem sorgfältig sollte man fast auf etwas von Ihnen für planmässige Hinterlist gehaltenes schliessen! Darinen aber hätten Sie grosses Unrecht. Was hätte der O. für Ursach mit irgend einem Bruder so zu handeln? Ali ist auch gewiß nicht ein Mann von List; sorgfältig pünktlich mag er seyn; das mag Ihnen nicht gefallen. Denn etwas muß zwischen Ihnen beyden seyn, das ist aus Ihren bisherigen QQ.LL. ersichtlich. Aber, ich will das harte und Schneidende in diesem Aufsatze sowohl als das mir unbekannte, vermuthlich aber nicht völlig harmonische Verhältniß, zwischen Ihnen und Ali bey Seite setzen, und nur ohne allen Rückhalt so vil sagen. Ali ist Ihr Recipient. Sie müssen also, bis dahin, daß Sie an einen andren gewiesen werden können, die Hefte und Os. Instruktionen von Ihm erhalten. Vielleicht ebsitzt er diese Hefte nicht einmal selbst für best#. denn wir liben nun einmal die Verfielfältigung der Abschriften nicht. Auszüge, die Niemanden andres, als dem Besitzer verständlich, sind nicht nur erlaubt, sondern sogar angerathen, zu machen. Hielten Sie, wie zu wünschen, einen freundschaftlichen Umgang mit Ali, so würde sein Gedächtniß dem Ihrigen zu statten kommen können. Aber freylich müsten Sie die Bedingungen dieses Umgangs nicht allein machen wollen. Wenn Sie eben den harschen Ton gegen ihn, als in diesem Q.L. führen; so wundert michs nicht, wenn Sie ihn dadurch eben nicht anziehen. Versuchen Sie es einmal auf eine andre Manier! Nun geht Basilius auf von Lauhn angeführte Punkte ein: 1) es tue ihm leid, wenn Lauhn von den Heften nach zweimaligem Lesen an einem Tag eklig würden. Sie möchten also liber zur Quelle gehen, zu welcher Zeit Sie wollen? freylich müssen Sie eben nicht mit Geschmack gedacht haben, da Ihnen der Rath des Extrahirens entwischt ist. Wären Sie an einem Orte, wo ordentliche Versammlungen gehalten werden können: so hätten Sie Gelegenheit die Constitution zu weilen vorlesen zu können. Warum werden die Bbr. in Butus nicht darüber einig sich monatlich ein Mal zu versammeln? Dann müssen die nöthigen Hefte hinkommen, wenn solche vielleicht noch mehr in Ali's Händen sind. 2) Man werde Lauhn niemals Gehorsam abverlangen, wenn der gesunde Menschenverstand es nicht erforderlich mache. Wenn man auf Gehorsam aus wäre, würde man kaum die Aufklärung des Geistes befördern wollen. 3) Lauhn müsse keinen Eid ablegen, diese Zeiten seien vorbei. Die Eidesformel sei nur ein Andenken. 4) Ich wußte allerdings nicht andres, als Sie hätten die Instruktionen gelesen, als ich Sie darauf verwieß. Jetzt ist es wenigstens geschehen; und Ihr Gedächtniß müßte höchst schwach seyn, wenn es über diesen Punkt, wenigstens, Ihnen nicht ohne Abschrift der Hefte, die nun einmal nicht verstattet werden kann, aushelfen könnte.' 5) Gerade eben deswegen villeicht weil jemand den 3ten grad hätte drucken lassen, könnte die allgemeine Regel noch genauer zu befolgen eingeschärft seyn. Niemanden Aschriften von den Heften zu geben, oder nehmen zu lassen, als wenn solches des Amts wegen nöthig ist. Wer dies als eine Benachteiligung ansehen würde, äußere dadurch nur ein Verhalten, das der Orden nicht unterstütze. Die Ordensgesetze seien für alle gleich.