1787-02 Bode (Basilius): Reproche an Wahl (Castellio)

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Kommentar

Zusammenfassung und Transkript

Zu Adar. Die Gewohnheit der Siechwachen, ## sich unstreitig noch aus den Zeiten her, wo dumme Mönche fast jede Handlung, jeden Gedanken der Layen, zu ihren eigennutzigen Absichten lenkten; und wo sie für ihre ## Vorschriften keine Stütze aus dem neuen Testemante heraus ## konnten, aus dummheit oderList zum alten ihre Zuflucht nahmen, und dabey selbst nicht gewahr wurden, oder doch wußten, daß ihre Heerde es nicht merken würde, wie widersprechend es sey, jüdische Sittengesetzen, die sich auf so manche Localität gründete, eine positive Kraft für abendländische Christen beyzu#egen. Diese Mönche bedachten nicht, daß, wenn Marie durch ihre gehaltnen Wochen Zeit ein verbindliches Beyspiel gegeben hätte, um so mehr das Beyspiel Jesu darum für seine Nachfolger verbindlich seyn müste, daß er das ganze jüdische Gesetz erfüllte. Weiter: Wollte Gott, dis wäre der einzige Sauerteig, der dem Protestantismus noch aus der Mönchsreligion übrig gebliben wäre! Die redlichen Reformatoren konnten unmöglich alle Mißbräuche übersehen. Sie mußten ihren Nachfolgern viles überlassen, und durften hoffen, daß diese, denn sie eine freye gewissenhafte Nachforschung in der Schrift erkämpft hätten, das Licht der Aufklärung immer unmerklich weiter verbreiten würden. Und Gott lob! viles ist geschehen! Und viles wird noch durch Männer Ihres gleichen geschehen! Wo ich nicht ##, so können Sie die fürstin Ihres eigenen Landes zum Beyspiele eines frühern Kirchganges anführen; wenigstens daher sicher seyn, daß Ihnen kein Consistorium widersprechen wird, wenn Sie gegen diese Unsitte öffentlich sprechen.