1787-07-30 Wahl (Castellio): QL

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Kommentar

Transkript

Fortsezung

Ich dächte demnach Menschen, die Gottes Einheit oder
den einigen wahren Gott erkennten, müsten, wenn
Tugend nichts andres als in beziehung auf Gott ge
dacht werden kann, keinen andenr als diesen Begriff
von Tugend und ihrem Wesen haben; Tugend
ist: möglichste Thätigkeit, oder überwiegende Be
strebung, nach Gottes Gesezen zu handeln *
Einige Begriffe zw## großer Männer von der Tu
gend, stellen wir so eben hier bey, und ich glaube
daß sie sich gar wohl mit meinem angegebenen Begriffe
vertragen. Eberhadt in Halle, ein mann
der wehen seiner philosophischen Popularität, mit
immer, mehr, als der ##stalische Kant ist, und
den alle menschenfreundliche Seelen, wegen
seiner Apologie p. ein Buch des nach ##lich
zur theologischen ## ##zeit geschrieben

  • Viele wo ich nicht #´, sagen Fertigkeit nach zu

handln, und wer auf Erden mag diese haben wo der
Ausdruk Fertigkeit den Tugendhaften wie so ## ##
fehl und als Engel dargestellt, was h## der Ml. nicht
wird. |<11115010>

wurde und das mit seinem Sonnenglanz doch über
alle Kräfte und Nebel der barbarischen Anwendungs
sucht: wer nicht glaubt, wird verdammt siegte einen Selig
keitsretter der Heiden ge## worden; _ dieser Eber
hardt sagt in einen Stük d. ## Monatsschrift
über Tugend; Tugend sey: Weise Thätigkeit. _
Mit wenigen, vieles und ich glaube alles gesagt.
Wenn weise seyn darinn besteht, daß man zu er-
laubten und möglichst besten Endzwecken gleich gute
Mittel zu wählen im Stande seyn und wirklich wählt;
so glaube ich wird Eberhardt in allem Betr## da-
für weise erklären, den um weise thätig oder zu-
gendhaft zu seyn, immer nach den Vorschriften
handelt, der dem einen anerkannten Höchstweisen
und guten Wesen uns zur Glükseligkeit gegeben
sind; und _ das sind Gottes Geseze.
Ferner sagt der Engländer Ferguson, deßen Grundsäze
der Moralphilosophie gerade übersezte p. 91 Tugend
sey: eine Achtsamkeit für die Rechte der Men
schen und eine Hochschäzung deßen was zum
Besten der menschlichen Gesellschaft gereicht ohne
mich darum zu bekümmern, ob dieser Begriff
zu weit oder zu enge, zu hoch oder zu flach
sey, will ich nur das sagen, daß das Wesen |<11115011>

liche des fergusonschen Tugendbegriffs, meinem
oben angegebenen nicht entgegen sey, Rechte der
Menschheit können aber mals und solche seyn, die ihr
nach Gottesgesezen (Natur oder Schu##geseze) zu
gestanden sind, und in so fern ich diese achte, handle
ich ja gerade nach Gottes gesez der alles von
ihm kommende Gute geachtet haben will; und
gewiß kann wahrhaftig nichts zum best
des Menschengeschlechtes gereichen, was nicht von
irgend ein Gottesgesez erlaubt, bewilligt oder
anempfohlen ist. Wer, sagt endlich auch G## in
s. Anmerkungen über Ferguson, das menschliche
Geschlecht (oder natürlich auch se. Rechte ) ver##
ist zu keiner guten Handlung |also auch zu
keiner Tugend | mehr fähig.
Picenz Fortsezung künftig
d. 30. Tir.
1157


Castellio. |<11115012>

Anmerkungen