Bode (Lilium convallium): Geziemend gehorsamste Vorschläge, wie es mit dem künftig zu verlegenden Directorio der Iten, vormals VIIten Ordens-Provinz zu halten sein dürfte

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  • Dokument Leithandschrift: Schwedenkiste Band 16, Dokument SK16-070
  • Standort: GStA PK, Freimaurer, 5.2. G 39 JL. Ernst zum Kompaß, Gotha, Nr. 114 Schwedenkiste, Illuminatenorden. "Ideen, Pläne und Gesichte", 1750-1789
  • Titel: In SK16 nicht zusammenhängend angeordnet: "Geziemend gehorsamste Vorschläge, wie es mit dem künftig zu verlegenden Directorio der Iten, vormals VIIten Ordens-Provinz zu halten sein dürfte"
  • Autoren: Johann Joachim Christoph Bode (Lilium convallium)
  • Datum: aus der Zeit der Strikten Observanz, so der Hinweis, den Bodes dortiger Ordensname gibt.
  • Erschließung: Olaf Simons, Christian Wirkner
  • JPG: 3148-3151 und folgend 3103-3118

Kommentar

  • Transkription der ersten Seiten des Dokuments

Transcript

Geziemend gehorsamste Vorschläge, wie es mit dem
künftig zu verlegenden Directorio der 1ten, vor-
mals VIIten Os. Provinz zu halten seyn dürfte
                               ~

So wenig mich es kleiden würde,
bey unveränderter Lage des Ordens
und der Prz. eine Veranderung in
der Einrichtung des X vorzuschlagen;
so zuversichtlich darf ich hoffen,
man werde, bey vorligenden
Umständen, die Reinheit meiner
Absichten nicht verkennen.

Da von den anwesenden
Deputirten auf dem G. Convt. Zu
Wilhlbad. aus Ursachen, die hier
Nicht nöthig sind zu wiederholen, die
Verlegung des X für nöthig
Erachtet wurde, fand man keinen
Bequemeren und schicklicheren Ort,
wohin man solches versetzen könnte
als Weimar. Die Gründe dafür
waren
1) An keinem Orte in der
Provz kann man grössere Sicherheit
für das Os. Archiv erwarten,
als in W. in dem Sr. des regierenden
Herrn Herzogs durchl. im dictu
a falcone alto, damals schon
gerührt ##, mir Endesbenannten zu zu sichern
wie Sie der Fr. Mrey. in deso
Landen die Rechte einer öffentlichen
Comune, so wie in Braunschweig und
Meynungen bereits geschehen ist,
zu ertheilen.
2) Weil in Weimar einige
Der ältesten Bbr. Des Os. zum Rathen
und andre jüngere Os. Bbr. wohnhaft sind |

die mit Geschäften überhaupt bekannt
und sich nicht entbehren werden
alle Monate einige Stunden zum
allgemeinen Besten der Provz. zu
verwenden.
3) weil Endes benannter damals
mit höchster Wahrscheinlichkeit hoffen
durfte, Serenissimus a Falcone alto
würde es sich gnädigst gefallen
lassen, eine Versicherungs Acte
an die Provinz auszustellen: daß
,,sobald die Provinz, oder nur 2/3
,,der berechtigten Stimmen es
,,verlangen sollten, das X nebst
,,dem Archiv an einen andern
,,Ort zu verlegen, Sr. durchl. auf
,,dero fürstl. Wort versprächen,
,,kein Hinderniß irgend einer
,,Art in den Weg legen wollen
,,daß alles, der Provz gehörige,
,,dem Verlangen gemäß, aus-
,,und abgeliefert werde.,, Und
Endes bemeldeter zeigt hiermit
geziemend an, daß er meldete
Sr. durchl. ihm bereits nachher
diese gnädigste zusicherung mündlig
gethan haben, und solche, noch vo[r]
Transportirung der Os. Sache
nach W. im Fall die ## ##
deso Verlegung genehmigen
schriftlich: als Landesherr und
I Os. Mitglied ausstellen wol#
um solche dem Ersten Ordens##
der Provinz, ausser W. zuzustel[len]
4) die Lage von W. durch die Nä[he]
von Leipzig bequemst, durch ##
leute, welche die Strasse bereise[n] |

besonders durch Buchhandler, welche
dort von allen Orten zweymal im
Jahre kommen, die stärkren Paquete
als Lasten, u.s.w. zur Ersparung
des Portoaufwands, an die alt-
Schott: Loge zu befördern.
5) das Bedenken, daß nur für
jetzt 10 I. Os. Bbr. in W. vorhanden
und also keine hinlängliche Anzahl
vorhanden sey, die ## #tern beym
X zu representiren, ganz un-
wichtig wird, wenn das künftige
X der neuen Os. Verfassung eine
bequemre angemessene Einrichtung
erhält, als über welche Einrichtung
hier einige unmaßgebliche Vor-
schläge, nebst ihren Grunden zur nähren Unprobation der rehpt. Pflichten bey
zu bringen, meine eigentliche Absicht ist.
Mich deucht also, bey der jetzt
angenommenen Os. Verfassung,
könne der Zweck des X der Provinz
nicht sowohl seyn, die Geschäfte der Provz.
zu dirigieren, oder irgen einer
Gerichtsstelle etwas Ä# zu
seyn, als vielmehr den Mittel-
punkt einer, zum einträchtigen
Einverständnisse nöthigen circu-
lirenden Correspondenz aus
zu machen.
Sollte ich diese Iden nicht deutlich
genug gesagt haben, so hoffe ich solche
durch das folgende deutlicher zu entwickeln,
Dieses, zum Mittelpunkte der
Correspondenz bestimmte X
bes#, nach meiner Idee, aus
drey Mitgliedern, welche sich
der Verrichtung freywillig, und ohne |

ohne Besoldung unterzögen, nebst
einem Protocollisten oder Concipir#
dem für seine gewiß nicht wenig#
Arbeit ein kleines Salarium
von etwa 20 Louisd’or Jährlich, au#
geworfen würde. Welches eine
Anzahl von 4 beständigen Mitgl#
dern ausmachte.
Diese vir Directorialen, davon
der Eine den Vorsitz, als Präses oder
Director hätte, der andre als Schatz#
die Einnahmen gegen Quitung an den
Procurator oder Director, zu Protocolle, und
der Procurator die Auszahlungen
die er gleichfals gegen Quitung
von dem Schatzmeister empfangen
besorgte: versammelten sich, mit
Ausnahme der ausserordentlich#
und dringenden Fälle, alle
Monate ein Mal. Diesen Ver-
sammlungen beyzuwohnen, und zu
Hören und auf Ansuchen ihm Rath
mitzutheilen, müßte jedem
I. O. Br. freystehen. Alle eingehend#
Berichte würden bey grä#
Protocolle ## und in kurzen
deutlichen Auszügen zu Protocolle
gebracht, und zwar nach der
nummerierten Ordnung der
  und Logen. Die Vorschläge ##
Grosbeamten und ++ werden
mit einem, auf die anzuführend#
Gesetze und Gebräuche gestützten
Gutachten und die Anfragen
parl zu Protocolle gebracht, so
wie am Ende desselben noch alle
eingesandte Gelder. Diese gehö#
unterschrieben Protocolle werden
durch die Os. Druckerey abged#
und | [...]


Anmerkungen