1784-09-19 Christian Georg von Helmolt (Chrysostomus): Brief an Johann Joachim Christoph Bode (Aemilius)

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Inhalt

Dieser Brief belegt, dass Helmolt selbst Reprochen verfasste, diese dann Bode in Weimar zusendete, der sie gegebenenfalls überarbeitete und dann abschreiben ließ. Somit lag die Kontrolle letztendlich bei Bode, Helmolt wirkte nicht eigenständig als Basilius.

Transcript

Syrakus am 19. Schariver. 1154. Jezdergerd.

Aemilio optimo s.p. Chrysostomus

Ich bin den 16. dieses versprochener maßen
mit dem jungen Guido della Torre zurük gekommen;
und ergreife mit hertzlicher Freude die Feder,
mit Ihnen, theuerster und verehrungswürdigste
Br[uder]; den während meiner Abwesenheit von Syra-
kus unterbrochenen Briefwechsel zu erneuern;
und mich nunmehro unsern O[rdens]Geschäften
mit verdoppeltem Fleiße gantz zu widmen.
Ihren letzten lieben Brief habe in Cannawurf
richtig erhalten. Der Lauf der Posten zwischen
Cannawurf und Weimar gehet aber so son-
derbahr weitschweifig und unordentlich, daß
ich Ihnen von dort aus darauf zu antworten
Anstand genommen, und es lieber biß zu meiner
Rükkunft alhier versparet habe. Tausend
Dank für die mir mitgetheilten Nachrichten
von Errichten einer M[inerval]K[irche] und [Loge] zu Rudol-
stadt. Claudius Fleury ist ein fürtreflicher |<2>
Mann, den ich von gantzer Seele liebe. Er wird ge-
wiß dem O[rden] nützlich seyn, und ihm Ehre machen. Ich
habe schon Gelegenheit gehabt, einen gewißen
Bereiter Heubel, der von neuen die Aufnahme
bey hiesiger [Loge] gesucht hat, an ihn zu verweisen,
Er wird am besten davon urtheilen können ob
er der Aufnahme würdig ist.
Die bey unsrer künftigen M[inerval] K[irche] am 23. dieses
auszutheilenden R.Z. nehme mir die Freyheit,
denen selben hiermit zu übersenden; mit in-
ständiger Bitte, sie abschreiben zu laßen,
und mir baldigst wieder zu schikken, auch da
rinnen abzuändern oder hinzuzufügen, was
Sie, geliebtester Bruder, für nöthig erachten
sollten. Meinen eigenen und des jungen
Guido della Torre R. Z. erwarte ich von ihrer
Brüderlichen Liebe und Gütigkeit. Auch wünschte
ich, daß Sie selbst dem Br[uder] Spanheim etwas
über seine versprochenen und immer noch zu-
rückgebliebenen O[rdens]Arbeiten sagen möchten;
so wie auch dem Br[uder] Rob[ertus] Stephanus, daß er |<3>
auch einmal eigene, und nicht nur Auszüge aus
anderer Arbeiten, liefern möchte. Ihre letzten
schriftlichen Erinnerungen dieser und[?] anderer[?] Brüder wegen,
hat mir der gute Br[uder] Cato v. Utica überliefert.
Ich habe aber der vielen Zerstreuungen bey
Dinèrs und Soupiers[?] wegen, womit ich seit meiner
Zurükkunft überhäuft worden bin, noch nicht
recht Zeit und Ruhe gehabt sie zu benutzen,
und nach ihrem Sinne meine R.Z. einzurichten.
Künftig soll es aber gewiß geschehen, wenn ich
erst den Gang meiner Brüder, wieder näher
zu beobachten,Gelegenheit haben werde.
Ich habe einen sehr angenehmen Aufenthalt
in dem lieben Cannawurf im Schoße der
Meinigen, und bey ländlichen Geschäften gehabt.
Gott hat mich gantz besonders mit einer reichli-
chen Erndte gesegnet. Auch dies macht
Ihnen gewiß ein hertzliches Vergnügen.
Ich umarme Sie, Bester der Brüder, mit der
wärmsten Bruder-Liebe und Verehrung
ihr treu verbundenster
Chrysostomus.

Anmerkungen