1786-08-25 Rudorff (Ali): QL: Zu Leben nach dem Tode und Vervollkommnung (5)

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Inhalt

Fortsetzung über die Unsterblichkeit der Seele.

Transkript

Fortsetzung vom Tir 1156

Nein! Gott hat sich seinen Geschöpfen nicht unbezeugt gelaßen; es
hat uns vielmehr berechtiget, denen Ursachen und Würckungen der
Dinge nachzuspürem und ihren Zusammenhang zu finden.
     Konnte die Gottheit sprechen, handeln unter uns, wie ein
mensch spricht und handelt, warum sollte sie, im Punkt meines
Zustandes nach dem Todte, gewollt haben, daß ich mich mit Träumen
iagen, mit Fofnung speißen und alle Mängel dieser mir fehlenden
wichtigen Erkänntniß, ins Glaubes-Bündel zusammenwinden
solle? Würde ich denn dieses Wißen zu meiner Verschlimmerung
anwenden, oder würde es nicht vielmehr iust mich weit glücklicher
und vollkommener machen, welches das viele Glauben nicht kann?
     Ich bin der Meinung, und bin es aus Gründen, – Gott
hat uns die Beschaffenheit des Zustandes nach dem Todte, in so-
fern sie eine natürliche, oder auf Gesetzen der Natur beruhende
Beschaffenheit seyn wird, nicht geheim halten wollen; sondern sie ist der
Entdeckung fähig, so gut, wie der fixe Stand der Sonne, die
wir inde0en lange Zeit um die Erde haben herumlaufen laßen|<1054>
     Aber, wo ist der Anatom. Der Physicker, der Psycholog,
Chymist, der es unternahm, oder Auftrag erhielt, tiefer und
weiter her auf die gesamte Analogie der Natur zu mer[ken]
und, wenn die Blume, oder das Thier, oder das Erzt, nicht
vom Anfange der Schöpfung mechanisch in präformirt[en]
Keimen dalagen, aus dem Gange der Natur hienieden [?]
Aufschlüße, und unsern Einsichts-Vermögen angemeßen[e]
Hoffnungen zu sammlen?
     Dieß scheint der Mühe des Menschen werth, und nicht
außer dem Gebiet der Möglichkeit zu liegen. Picentae
25.sten Mordad 1156.

Ali

Anmekungen