SK11-221

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Inhalt

Das erste halbe Jahr seines Studiums in Jena ist um. Gadow freut sich auf einen vierwöchigen Urlaub in Gotha.


Transcription

So hätte ich denn nun das erste halbe Jahr meiner academi-
schen Auffenthaltes durchlebt! Viele Unebenheiten, viele
lockende Pfade stießen mir schon izt auf dem Weg zum Tempel
der Wißenschaft auf, in deßen Vorhalle ich eingetreten bin.
So manche Anhöhe fand ich zu übersteigen, so manchen Sumpf zu
durchwaden vor mir, aber wenn ich nun jene erstigeren Fallen,
wenn ich diese hinter meinem Rüken sah, so wurde ich für meine
angewandte Mühe reichlich belohnet. Wenn jemand, der Sinn
für schöne Natur hat, an ## eines erh#, mit einer lachenden
Gegend umgeben, beydes erreicht hat, wie nichtig wird ihm
nicht seine Bemühung, um die Anstrengung seiner Kräfte
vergolten, durch den entzückenden Anblick der sich seinem Auge
darbietet? so belohnt auch mich nicht nur jene innre Zufrie-
denheit, welche die Folge jeder erfüllten Pflicht ist, sondern auch
die Hofnung auf andere einst nüzlich, um in der menschlichen
Gesellschaft ein brauchbares Mitglied zu werden. Auch wartet
meiner eine überaus angenehme Erholung von dem Studium
dises halben Jahres in dem vierwochenlangen Aufenthalt zu
Syrakus, bey meinem würdigen Onkel, und so vielen andern Männern
die mir dort äußerst werth sind, und wohin ich morgen schon
abgehen werde, nachdem meine Collegia bereits seit 8. Tagen geschlossen sind.

Butus den 22ten Pharavardin St. Evremont
                      1156.