SK11-232

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Inhalt

Gedanken über seinen bevorstehenden Abschied aus Jena. Die Trennung von guten Freunden uns insbesondere Reinhold (Decius) wird ihm schwer fallen.

Transcription

Q. L.

Wenn bevorstehend Trennung von Menschen die sich uns durch
die Güte ihres Herzens, die Vortrefflichkeit ihres Characters, die Vor-
züglichkeit ihrer Geisteskräfte, und durch tausend andere gute
Eigenschaften empfehlen, die sich durch die Bande der Freundschaft an
uns gekettet, unserm Herzen nothwendig gemacht haben, wenn die Trennung
von Menschen solcher Art, sage ich, das schmerzhafteste und unangenehmste
ist, was einen jeden, der Gefühl für die engren Vereinigungen der Seele
hat, begegnen kann, so befind ich mich gewis jezt in der widrigsten
Lage meines Lebens, da ich auf dem Punkt stehe einen Ort auf immer
zu verlaßen, indem ich so viele wahre, aufrichtige Freunde gefunden
habe. Nur mit wahrer Betrübniß sehe ich dem Tag meines Abschiedes
von hier immer näher kommen - er wird mich auch dem #lichen Zirkel
unserer hiesigen Brüder entreißen, diesem Zirkel der mir so viele der glük-
lichren Stunden meines hiesigen Aufenthaltes verschaft hat. Und
wo werd ich das wieder finden was ich hier verloren. Am ehesten thut
mir die Trennung von unsern Decius - kaum lernte ich ihn kennen,
lieben, schätzen, so muß ich ihn auch schon verlassen - Wie ein Bliz
war mir seine Erscheinung - - Der Gedanke ver# mir ein ##
das ## der Trennung von allen meinen hiesigen Freunden, daß
ich vor meiner Abreiß nach Göttingen, noch einige frohe Tage oder
Wochen an Syrakus verleben soll, daß ich vielleicht, ja ich hoffe
gewis den Zwek Unsers Erl. O. nun einen Grad näher kommen,
und einen leisen Blik in das Heiligthum desselben thun werde. Ewig
sey mein Leben und meine Kräfte Ihm und Seinen erhabenen
Zweken geheiliget!!

Butus den 17ten Schariver. St. Evremont.
1157.