SK11-325

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Inhalt

Über einen Aufenthalt in Leipzig, Hufeland (Oldendorp) und einen unkonventionellen schwedischen Edelmann


Transcription

Q. L.

Die Pfingstferien im vorigen Monat brachte ich in Leipzig zu. Ich gieng zu Fuß hin u. wie-
der zurük, u. freute mich, wieder einen Schritt mehr gethan zu haben, um nicht allzu ab-
hängig von andern Menschen und vom Zufall seyn zu brauchen; nun darf ich die
Hofnung nicht aufgeben, auch bei geringer Baarschaft nach u. nach die schönsten Gegen-
den meines Vaterlandes besuchen zu können. In Leipzig selbst vereinigte sich alles,
um mir den Aufenthalt in einer an sich sehr schönen Stadt noch angenehmer
zu machen. Es ist mir wohl nicht leicht etwas bemerkenswerthes entgangen, auch
das Versammlungshaus der dasigen Loge sah ich, u. die vortrefliche Einrichtung u. die p#
Inschriften machten mir ein sehr großes Vergnügen.
  Den jungen Hufeland, einen Danziger, der dem E. O. schon bekant ist, lerne ich
nun mehr als einen schäzbaren Mann u. hofnungsvollen Gelehrten kennen.
Gewis wird erd er der Aufmerks des E. O. würdig seyn, so bald hier eine M. K. er-
richtet wird. Wie sehr will ich mich über diesen Zeitüunkt freuen, der mir
einigermasen Ersaz für das geben wird, was ich als Abwesender von Syrakus
entbehre.
  Es hält sich jezt ein schwedischer Edelmann u. Magnat hier auf, S#.
Er reißt schon seit einigen Jahren u. erhält eine ansehnliche Pension vom König, bei
dem er in großen Ansehn zu stehen scheint. Er ist Maurer. So vornehm er ist,
so sucht er doch sehr viel Umgang mit jungen Leuten; u. macht sich ihne durch
seine ausgebreitete Bekantschaft mit großen Männern u. ihren Ver#
in dem Gespräch nüzlich. Auch ich habe das Vergnügen gehabt, mit ihm bekant zu werden.
  An Geschichte habe ich zeither u. gehabt.
                                           Gronovius.