SK11-326

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Inhalt

Gedanken zum Tod eines Freundes und zur neueren Philosophie


Transcription

Q.L.

Unter Büchern und Freunden ist mir dieser Monat einförmig, aber
dich sehr vergnügt verstrichen; denn ich arbeite mit Ernst daran, das
seine böse Laune, keine keine stöhrende Unzufriedenheit mehr in mir auf-
keimen zu laßen. Aber der Himmel schiebt uns doch zuweilen Schiksaale,
die uns auf einige Zeit frohseyn u. Heiterkeit rauben; so war wie
der Tod Stroths. Ich will hier nichts von meinen Empfindungen
sagen; ich goß sie in den Schoos meiner Freunde aus, die ich zur Feier
seines Andenkens an einem Abend zusammenlud.
  Nächst den Sprachen die mich jezt manche Stunde beschäftigen,
las ich zeither unter andern Willaume's Buch vom Ursprung
des Uebels. Diese Schrift wird den Nutzen haben, daß sie die schweren
philosoph. Lehren der gemeinen Faßungskraft näher bringt
sie hat mich von neuem überzeugt, daß es kein Uebel als Uebel
in der Welt giebt, daß jedes so scheinende nöthig ist, um das
vollkomne Ganze zu bilden, das wir sehen. Gewis die seelig-
ste Ueberzeugung, die es giebt, der Saz ist der neuere Philo-
sophie mit Recht stolz seyn kan.
  Butus, am 12ten Tir, Jezddergerd 1155-
                                Gronovius.