SK12-a073

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Commentary

Transcript

Geliebter Bruder St. Evremont!

Wenn ich ihnen im Namen der Obern Beyfall
und Zufriedenheit mit ihrem bisherigen Betragen
im ## gewonnen, zusichere, wenn ich bezeuge,
daß man mit ihrem, nicht unbekandt und un-
bemerkt gebliebenen akademischen Fleisse und übrigen
Auführung überhaupt, zufrieden ist, so will ich keines-
wegs, wie Sie leicht selbst bemerken u fühlen
werden, damit sagen, oder ## ##, Sie zu über-
.#, als bedürften Sie nun nichts mehr, als hätten
Sie wenngleich nicht das non plus ultra
doch wenigstens einen solchen Grad von Vollkom-
menheit schon erreicht, wobey Sie sich allenfalls
vor der Hand wohl beruhigen könnten.
Der Orden kennt gewiß alle ihre guten
Eigenschaften, aber Sie würden auch erstaunen
wenn ich Ihnen Stückweise bemerken wollte,
wie genau er ebenfalls ihre Schwechen und
schwächsten Sachen kennt, vielleicht besser mein
Bruder! wie Sie sie selbst zum Theil an sich
noch bemerkt haben!!! Allein das darf Sie
nicht schüchtern machen noch weniger nieder-
drücken.
Sie irren nicht, wenn sie den Orden wie
einen zärtlichen Vater ansehen, der sich über
den glücklichen Fortgang seiner Kinder im
guten so recht herzlich freut, der sie ##|

lobt und ## liebt, aber der auch eben
dadurch, Sie nicht zum Stillstehen einsch##-
men, sondern vielmehr aufmuntern ei-
nen neuen Sporn, zu stets erneuerter und
vermehrter Thätigkeit geben will.
und denn mein Bruder! bey allem Guten
eines Jünglings in ihren Jahren, wie
groß bleibt nicht noch immer das Feld,
das ihm ueberzumachen, übrig ist;
wie klein, einem Gärtchen ähnlich, dage-
gen das cultivierte das schon ange-
baute ihres Verstandes und
Herzens! Also muthig, mit
unverwandten Blick auf das große,
zwar noch Ideen, ihrem Auge aber
sichtbar Ziel, fortgewandelt auf
der betretenen Bahn. Hüten Sie sich,
daß Schwachheiten und Leidenschaften
sie nicht auf, selbst dem Schein nach
viel ## Rosen bestreute Nebenwege
ableite; beschäftigen Sie sich recht oft und anhal-
tend mit sich selbst; auch denken oder träumen Sie
sich ja nicht zu früh zum Manne; eine klippe,
an welcher schon mancher guter Jüngling scheiterte; und
lassen Sie die Sonne wie sie aufgeht u wie sie unter
geht sich Vorbild ihres Würkens und ihrer
Ruhe seyn. Dies empfiehlt ihnen ihr
unbekandter aber redlicher Freund
                             Basilius

Anmerkungen