SK12-a152

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Kommentar

Transkript

Mit Vergnügen erhielten wir von Zeit
zu Zeit Ihre Quib. Licet. Einige Ge-
danken, die Sie, l. Br. darinne berührten
sind uns aber so sprechende Beweise
von Ihrem Scharfsinn und Bemerkungsgeiste,
als theure Bürger von Ihren edlen
Herzen. Als Antwort auf Ihre ver-
schiedenen Anfragen setzen wir fol-
genden
hirher:
1) Im esphendar erwähnten Sie einige
Inconvenienzen, die aus einigen im
O. Hefte vorgeschlagenen Leseschriften
leicht entstehen könten, und führen na-
mentlich den Seneka dabei an. Wie Sie
den Fall setzen, haben Sie unstreitig
recht. Wenn aber der Führer des Novizen
eine gewisse Auswahl macht, da dort
von Auszügen die Rede ist, so dürfte
wohl Seneka wegen so vieler ## ner-
vösen, kräftigen und gedrängten
Sätze mehrere und tieferen Eindruck
machen als manche andre klassiker.
Nur darf er oder andre Stoiker keines-
wegs die einzige Lektüre ausmachen.
Omnia cum grano salis
Wollten Sie, bei Ihrer ländlichen Muse,
die unsern Zwecke angemessensten Stellen
sich bemerken, und uns alsdenn mit-
theilen, so würde es uns eben si an-
genehm sein, als wenn Sie aus den Ge-
schichtsschreiben eine ähnliche Auswahl
vorausstellten. In Absicht des letztern
haben wir Ihnen unsern Beifall und Wunsch,
durch unseren Br. P. Sarpi schon damals
bezeugen lassen.
                               2) |


2) Im Pharavardin wünschten Sie in
einen Briefwechsel mit andern Bbr zu
kommen. Wenn Sie uns das Fach oder
die einzelnen Gegenstände näher be-
stimmen wollen, so wird Ihnen der
Erl. Orden dazu behülflich sein können.

3) Im Meher sagen Sie: könnte unsre
Gesellschaft nicht als eine Akademie
oder gelehrte Gesellschaft öffentlich auf-
treten? Ja. Dies steht sowohl in den
Heften, und ist auch an einigen Orten
wirklich ausgeführt. Allgemein kann man
aber keine Vorschrift machen, sondern
es muß der Klugheit der in einer
Stadt verbundenen Brüder und dem
besondern Lokale heimgestellt werden.

4) Der Aban enthielt Ihre Bemer-
kungen über die deutsche Gesellschaft
zur Beförderung der reinen Lehre und
Gottseligkeit, die gewiß von grosser
Wichtigkeit sind. Schon lange beobachtet
der Erl. Orden diese Gesellschaft, die nach
dem ganzen Zuschnitte und innere Verfassung,
jeder wahren Aufklärung im Wege
steht, da sich auf blose Autorität und
Glauben gründet. Zum Glück ist sie
nicht so groß als einige vorgeben.
Es ist aber mehr als wahrscheinlich, daß
Jesuiten und Konsorten, wie Sie selbst
argwohnten, diese Gesellschaft dirigiren.
Ja man hat so gar Spuren daß sie sie,
(nach: quod quis per alium fieri
curat, ipse facit) selbst errichtet
haben.

Anmerkungen