Unbekannter Oberer

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Vorgeschichte

Der Begriff kommt über das System der Strikten Observanz in den Illuminatenorden. Karl Gotthelf von Hund wurde 1741 in Frankreich in die Freimaurerei aufgenommen und hielt sich lange Zeit in Paris auf, wo er in die schottischen Hochgrade aufgenommen wurde.[1] In diesem Zusammenhang behauptete er, ein „unbekannter Oberer“ der „Templer-Freimaurerei“ in Paris mit der Bezeichnung „Ritter von der roten Feder“ („eques a penna rubra“) habe ihn in dieser Zeit (zwischen Dezember 1742 und September 1743) in die Hochgrade eingeführt und ihn zum Heermeister („Chevalier Templier“) der siebten Provinz, also für Deutschland, ernannt.

Obwohl Freiherr von Hund die „unbekannten Oberen“ nicht identifizierte, wurden sie immer wieder mit dem Haus Stuart und insbesondere Charles Edward Stuart in Verbindung gebracht, vor allem da Hund die Jakobiten Lord Clifford Chudleigh und Earl of Kilmarnock als Teilnehmer an der Zeremonie in Paris genannt hatte.

Die angenommene jakobitische Verbindung beherrschte die Organisation in großem Maße und immer wieder wurde versucht mit Delegationen dieser Verbindung nachzugehen. Jede Delegation ließ die Verbindung unwahrscheinlicher erscheinen, aber nie führte sie zur Einstellung der Suche. Am 12. September 1777 traf Karl Eberhard von Wächter auf den inzwischen im italienischen Exil lebenden Charles Edward Stuart. Das von beiden unterzeichnete Protokoll ging an Herzog Ferdinand. 1780 wandte sich der Herzog von Södermanland schriftlich an Charles Edward Stuart und bat ihn um die Bestätigung seiner Wahl zum Heermeister der siebten Provinz. Charles Edward antwortete, dass er dies nicht bestätigen könne, angeblich nach Korrespondenz mit Wächter. Jene, die die Identifikation der Stuarts mit den „unbekannter Obereren“ für wahr halten, begründen diese Weigerung damit, dass Charles Edward damals die Hoffnung auf eine Restauration aufgegeben hatte und von der Unterstützung des Papstes, der jedoch 1738 die Logenmitgliedschaft von Katholiken verboten hatte, abhängig war. Andere sehen in der Weigerung einen Beleg gegen die Rolle der Stuarts in der Strikten Observanz.

Anmerkungen

  1. Fr. Uhlmann: Die große Werklehre der Freimaurerei. Stuttgart 1931, Ernst Heinrich Moritz Verlag.