1785-05-30 Bode (Basilius) Reproche an Becker (Henricus Stephanus): Zu Handhabung des Ordens in Publizistik

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  • Aktenbestand: Schwedenkiste Band 12, Dokument SK12-a112
  • Standort: GStA PK, Freimaurer, 5.2. G 39 JL. Ernst zum Kompaß, Gotha, Nr. 110. Schwedenkiste. Quibus Licet T-Z und Reprochen
  • Titel: Reproche
  • Autor: Basilius
  • Ordensdatum: nicht datiert
  • Datum: Anfang 1786 (zwischen 30. Dezember 1785 und Ende Januar 1786)
  • Antwort auf:
  • Transkript: Christian Wirkner
  • JPG: SK12(08)-0028 f.

Commentary

  • Aufforderung an Becker, bei Veröffentlichungen, die den Orden betreffen, zu verbreiten, dass der Orden sich auch in Ober- und Niedersachsen aufgelöst habe, um so die Öffentlichkeit zu täuschen. Gleichzeitig Eingeständnis, dass der Orden in Bayern zerbrochen ist.

Transcript

Geliebter Bruder!

Es wird mich, aus mehr als einer Ursach freuen, wenn Sie
künftig den O[rden]s Versammlungen öfter beywohnen können.
Viel zusammenliegende Kohlen glühen besser, als eine Einzelne.

Was das Geschäfte in Astria (nicht Ahtria) betrift,
darüber bitte ich sich mit dem hochw. Lokal Obern Chry-
sostomus einzuverstehen: indem solche hier meines Amtes
nicht sind. In Chrysost. Abwesenheit können Sie auch Aus-
kunft beym hochw. Bruder Aemilius in Heropolis
fodern; dieser kömmt ja ohnehin oft nach Syracus, so,
daß Ihnen das keinen weitläufligen oder beschwerlichen
Briefswechsel verursachen wird.

Der O. mein geliebter Bruder, wird sich zwar nie an-
massen, Ihre schriftstellerische Freyheit beschränken
zu wollen; die sich auch allerdings über alles, was
über den Ord[en] gedruckt erscheint, erstrecket. Allein, wir
erwarten voller Vertrauen von Ihnen, daß Sie unsre
Ursachen, warum wir so emsig darauf halten, in der
tiefsten Verborgenheit zu bleiben, nicht verkennen werden.
In eben der Ursach steckt es auch daß wir gar gerne ver-
meiden möchten, das Publikum auf den Gedanken zu leiten|

als gäbe es in Ober und Niedersachsen und andern dasigen
Gegenden Ill[umina]ten Versammlungen. Möge die Welt dahe-
rum viel heilsame Wirkungen von unserm Bemühen
geniessen, ohne Uns zu ahnden. Wir wünschten daher, daß
Sie, so oft Sie Gelegenheit haben der Sache zu erwähnen,
die Idee durchscheinen liessen, der O. sey auseinander
getreten, wie er es denn wirklich in Bayern und in
Oberdeutschland, ist, und Sie sich also, selbst in Ihren
Gewissen keine unwahre Vorspiegelung dadurch schuldig
machen. Wenn Uns von daher etwas vorkommen
sollte, das der Publicität fähig wäre, so wollen Wir
es Ihnen gerne mittheilen; jedoch mit der behutsamen
Rücksicht, daß man keinen genauen persönlichen Zu-
sammenhang zwischen Ihnen und den Ill[umina]ten daraus
folgern könnte; welches Ihnen selbst unangenehme
Fragen und Zudringlichkeiten zuziehen möchte.

Wir nehmen den brüderlichsten Antheil an dem Troste,
den der hochw. Br. Spartacus in Ihrer Vertheidigung
gefunden, und danken Ihnen aufrichtigst für Ihre Ver-
theidigung der unschuldig Verfolgten. Es scheint, als
wolle die Fürsehung den vorgenannten Bruder par|

ardua ad astra
führen. _ Uns allen laß nicht der
Weg, sondern das Ziel das seyn, auf welches unser
Augenmerk gerichtet sey.
                          Ihr
                             Basilius

Anmerkungen