Peggy Pawlowski:„...sich begnügen, im Geheimen für das Gute zu wirken“. Der Beitrag Johann Adam Weishaupts zur Pädagogik des Illuminatismus (I)

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I Zur Einführung

1. Illuminatismus und Pädagogik

Der Illuminatenorden und die in ihm vertretenen Ideen sind nach ihrem Bekanntwerden in der Öffentlichkeit und dem sich anschließenden offiziellen Verbot in Bayern als Vermessenheit in das Bewußtsein des ausgehenden 18. Jahrhunderts projiziert worden.[1] Dies kann nicht verwundern angesichts der Pläne und Aktivitäten dieses Bundes, die dem absolutistischen System verdächtig vorkommen mußten, da sie vordergründig auf nichts weniger als dessen Ablösung gerichtet verstanden werden mußten. Man wird bei eingehender Betrachtung feststellen, daß sich in diesem Orden all jenes in verdichteter Form wiederfinden läßt, das die zu einem eigenen Bewußtsein gelangende bürgerliche Gesellschaft im Zuge der Aufklärung gegenüber der ihr verbindlichen Herrschaftsform als Anspruch formulieren konnte, namentlich die Nivellierung von Standesunterschieden, das Zusammenfinden als Interessengruppe, den Anspruch auf Bildung. Dem Illuminatenorden revolutionäre Sprengkraft im Sinne der Ereignisse von 1789 zu unterstellen, bedeutete jedoch eine Fehleinschätzung.[2]

Obwohl die Ideen der Illuminaten in ihrer Zeit[3], in der sich gesellschaftliche Umwälzungen wie die Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten von Amerika und die französische Revolution vollzogen, von seiten vieler Machtausübender als umstürzlerisch verdächtigt wurden, haben sie sich vor allem für die neuere Forschung seit Mitte des 20. Jahrhunderts[4] als eine wertvolle Quelle der gesellschaftlichen Innovation erwiesen. Innerhalb der relativ kurzen Zeitspanne von den etwas mehr als zehn Jahren seines Bestehens hat der Illuminatenorden Impulse gegeben, die Wissenschaftler zu Studien u.a. über seine historische, politische oder soziologische Dimension herausgefordert haben. In den meisten dieser Arbeiten wird ihm eine Schlüsselposition bei der Umgestaltung zur modernen Gesellschaft zugestanden. Seine Bedeutung wird beispielsweise deutlich in der Charakterisierung „Prototyp einer radikalen Aufklärergesellschaft“[5], die Monika Neugebauer-Wölk gefunden hat. Ein ähnlich vernehmliches Votum gibt in diesem Zusammenhang Klaus M. Kodalle, der konstatiert, daß „die ursprünglichen Anliegen der Geheimgesellschaften [...] inzwischen, im Fortgang der Geschichte, zu anerkannten öffentlichen Angelegenheiten“[6] geworden sind. Das von der Illuminatismusforschung in bezug auf den Orden entwickelte Sensorium ist vor allem gerichtet auf dessen Strukturen und Wirkmechanismen, die von verschiedensten Blickwinkeln, wie in neuerer Zeit dem des Esoterischen[7], betrachtet werden.

Angesichts der großen Erkundungsdichte, welche die Illuminatismusforschung vorweisen kann[8] und der Tatsache, daß das 18. Jahrhundert sich als das pädagogische[9] verstand, das der Pädagogik, wie Manfred Agethen unterstreicht, den Rang einer Religion[10] zugewiesen hat, weil nahezu jede gesellschaftliche Regung von einem sowohl auf Bildung zielenden als auch erzieherischem Impetus getragen wurde, muß der Erziehungswissenschaftler verwundert feststellen, daß bisher über die pädagogische Programmatik des Illuminatenordens und seine damit einhergehenden in erster Linie praktischen Ambitionen keine einzige monographische Arbeit vorliegt.

Indizien für die Relevanz einer erziehungswissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Illuminatenorden lassen sich in großer Fülle innerhalb der Korrespondenz der Ordensmitglieder, anhand des Procederes der Ordensversammlungen, des Gradsystems und nicht zuletzt der Schriften des sich im Orden Spartacus nennenden Gründers Johann Adam Weishaupt (1748 - 1830) ausmachen. Daraus wird erkennbar, daß Erziehung und Bildung als maßgebliche Beförderungsmittel zur Erlangung dessen fungieren sollten, was als Ziel aller Aktivitäten des Ordens angesehen wurde, die Vollkommenheit des Menschen. Dem Handeln wies Weishaupt den Primat zu, "denn nicht nur durch Reden, sondern durch Handlungen wird die Ehre des Ordens am meisten geschützt."[11] Maximen wie diese prägten das Ordensprogramm und eben diese pragmatische Ausrichtung gab einem Pädagogen wie Pestalozzi den entscheidenden Anstoß zum Eintritt in den Orden.[12]

Zwar ist das Fehlen einer einschlägigen Monographie zur Pädagogik der Illuminaten zu beklagen, doch sind Verweise auf die pädagogische Dimension des Illuminatismus in der mittlerweile reichlich vorhandenen Sekundärliteratur allenthalben zu finden, vor allem Arbeiten von Historikern weisen immer wieder auf das illuminatische Lehr- bzw. Erziehungssystem hin. Eines der frühen Standardwerke zum Illuminatenorden von René LeForestier aus dem Jahre 1914 verwirft jedoch den Gedanken einer eventuellen pädagogischen Relevanz des Ordens, obwohl die Quellenlage bereits damals ein anderes Bild darbot: " En réalité la valeur éducatrice de l´Ordre était nulle parce que la plupart des théories dont son fondateur etait le plus fier, non seulement sont fausses ou inapplicables, mais encore vont directement à l´encontre du but poursuivi. "[13] Dem entgegen steht beispielsweise das durch Julie von Zerzog an uns gekommene Urteil des Grafen von Montgelas {Musaeus}[14] "Der Minerval-Grad des Illuminaten-Ordens [...] war der Inbegriff der menschlichen Tugend. Es gibt nichts Edleres, nichts Erhabeneres als das, was man da vom Menschen verlangte."[15] Ebenso verteidigt Franz Maria Freiherr von Bassus {Hannibal} das Ordenssystem und stellt fest, ihm hätten die "bekannten Grade dieses Ordens und Einrichtungen, in jedem Betracht höchstrühmlich und bewundernswert geschienen; da sie nichts als wahre Tugend, Wissenschaften, und eine genauere Erfüllung der christlichen und bürgerlichen Pflichten zum Gegenstand haben".[16] In Übereinstimmung mit diesen Auffassungen würdigt Jacques d'Hondt ganz explizit das pädagogische Anliegen des Illuminatengründers: "Tatsächlich setzte er in der Hauptsache auf die Erziehung. Er glaubte, daß man alles dank einer guten Bildung und Erziehung umgestalten könne [...]. Wenn sich später Spuren des Illuminatentums im Preußen Hardenbergs und Altensteins finden sollten, dann womöglich gerade in seinem - übrigens verdienstvollen - Bemühen um den Aufbau des öffentlichen Bildungswesens."[17] Das eindeutig positive Urteil d'Hondts über die pädagogische Intention und Leistung des Ordens bereitet damit den Boden für eine erziehungswissenschaftliche Betrachtung. Auch Michael Fischer hat in seiner Studie ganz nachdrücklich darauf hingewiesen, daß mit den Reformideen des Ordens ein bildungspolitischer Anspruch verbunden ist: "Der Orden ist nunmehr ein auf Reform der ganzen Gesellschaft hin orientiertes Bildungssystem"[18] Diesem System geht er in seiner Arbeit lediglich deshalb nicht auf den Grund, weil sie nicht als erziehungswissenschaftliche angelegt ist.

In einem Aufsatz über das Verhältnis Pestalozzis {Alfred}[19] zur französischen Revolution stellt Leonhard Friedrich die pädagogische und damit verbunden politische Akzentuierung der Illuminaten heraus, indem er anmerkt: "Das pädagogische und politische Programm der Illuminaten zielte über die Vervollkommnung des einzelnen auf Verbesserung des Gemeinwesens und der Verhältnisse überhaupt. Diese Hauptaufgabe sollte - im Sinne der Aufklärung - auf dem Wege der Erziehung, durch eine geistig-moralische Reform, gelöst werden."[20]

Die gesamte Bandbreite an pädagogischen Bemühungen, mit denen der Illuminatenorden Wirksamkeit erlangen wollte, faßt Bassus {Hannibal} wie folgt zusammen: "Wohl der Menschheit, Beförderung ungeheuchelter Tugend und nützlicher Wissenschaften."[21] All diese Charakterisierungen erweisen sich innerhalb des pädagogischen Programms des Ordens als zutreffend, es gilt daher, den einzelnen Momenten nachzuspüren und sie im Detail aufzuzeigen. In Ansätzen ist dies bereits geschehen, wie die Arbeit von Gudrun Burggraf aus dem Jahre 1967 beweist. Burggraf stellt den Philanthropen und Pädagogen Christian Gotthilf Salzmann[22] in die Nähe der Illuminaten und zeigt Verbindungen zu anderen pädagogischen Konzepten der Zeit auf. Was hier angerissen wird, wurde von Christine Schaubs Mitte der neunziger Jahre wieder aufgenommen und vorwiegend unter institutionsgeschichtlichem Aspekt ausgebaut, dabei gelang der Autorin der Nachweis darüber, daß das Philanthropin Schnepfenthal als illuminatische Pflanzschule anzusehen ist, bei deren Gründung beispielsweise der Volksaufklärer und Illuminat Rudolph Zacharias Becker {Henricus Stephanus} eine zentrale Rolle innehatte.[23] Jedoch waren für derartige Projekte nicht alle damals etablierten pädagogischen Einrichtungen gleichermaßen geeignet: "Die angestrebte Revolution des menschlichen Charakters konnte ihren Anfang nicht in herkömmlichen Bildungseinrichtungen nehmen, denn die dort praktizierte Wissensvermittlung widersprach den Zielen der Illuminaten, ganz zu schweigen von den Methoden der Erziehung."[24] Einen richtungweisenden Vorstoß in bezug auf das Verhältnis von Illuminatismus und Pädagogik hat Manfred Agethen in seiner Dissertation Geheimbund und Utopie von 1984 gewagt. Agethen spricht drei relevante Aspekte innerhalb der illuminatischen Pädagogik an. Zunächst nennt er die Verbindung und Verschränkung der Ideen von Illuminatismus und Philanthropismus, denn führende Philanthropen waren aktive Mitglieder des Ordens. Darüber hinaus wendet er sich den illuminatischen Aktivitäten innerhalb der Volksaufklärung zu, wobei die Tätigkeit Rudolph Zacharias Beckers {Henricus Stephanus} im Mittelpunkt steht. Sein dritter Abschnitt, den er als ‚utopisches Modell im Erziehungssystem der Illuminaten' überschreibt, geht vor allem auf die Erziehungspraxis in den unteren Graden ein. Agethen empfindet die illuminatischen Bildungsmittel als nicht ungefährlich im Hinblick auf die Manipulierbarkeit der Adepten. Er glaubt, sie wurden eingesetzt, um die Illuminaten "gefügig, einsetzbar, beherrschbar"[25] zu machen. Aufgrund der ihm zur Verfügung stehenden Quellen ist diese Beurteilung verständlich, dennoch ist sie bei näherer Betrachtung wenn überhaupt, nur im Einzelfall zutreffend. Nichtsdestotrotz kann diese Arbeit als einer der Grundsteine für eine systematisch erziehungswissenschaftliche Betrachtung des Illuminatenordens angesehen werden.

Auf eine Gruppe von Publikationen sei noch hingewiesen. Diese betrifft Studien zur Aufklärungspädagogik, deren Verfasser sich durchaus des illuminatischen Hintergrundes ihrer Protagonisten bewußt waren, aber aufgrund ihrer thematischen Ausrichtung diesem Aspekt kaum nähere Beachtung schenkten. Zunächst ist die Publikation von Christa Kersting[26] zu nennen, die sich mit dem von Johann Heinrich Campe und anderen Philanthropen verfaßten, sog. Revisionswerk auseinandersetzt. Die Allgemeine Revision des gesammten Schul- und Erziehungswesens, eine Art pädagogischer Encyclopédie, die von 1785 bis 1792 in 16 Bänden erschien, war der Versuch, den Geist des pädagogischen Jahrhunderts einzufangen. Ein Versuch auch, der im weitesten Sinne mit systematischen Intentionen verbunden war. Die wichtigsten Mitarbeiter an diesem Projekt, wie beispielsweise Ernst Christian Trapp oder Carl Friedrich Bahrdt, standen dem Illuminatenorden nahe, wie Johann Heinrich Campe selbst, und hatten dank ihrer fachlichen Kompetenz und ihres öffentlichen Ansehens die Möglichkeit der Einflußnahme auf das pädagogische Denken und Geschehen ihrer Zeit. So erscheint die Analyse des Revisionswerkes geboten, die auch seinen illuminatischen Hintergrund beleuchtet. Dies kann jedoch nur dann geschehen, wenn genügend umfänglich dargestellt ist, welche der pädagogischen Anliegen der Illuminaten eingeflossen sind.

Interessante Aspekte in bezug auf pädagogische Konzepte der Illuminaten erschließen sich bei der Lektüre eines Aufsatzes von Leonhard Friedrich aus dem Jahre 1967[27] Der Anregung Herbert Schönebaums folgend, der 1928[28] bereits festgestellt hatte, daß das Jahrzehnt von 1780 bis 1790 in der Pestalozziforschung eine Lücke aufweist[29] untersucht dieser Artikel den Briefwechsel Pestalozzis mit dem Hauslehrer der Familie Battier in Basel, Peter Petersen, unter dem Gesichtpunkt der empirischen Pädagogik. Obwohl die Verbindungen Pestalozzis zum Illuminatenorden zu diesem Zeitpunkt bekannt waren, kann zunächst keine Beziehung zwischen Pestalozzis Pädagogik und den Intentionen des Ordens festgestellt werden, da die Forschung lediglich das Faktum nennen, jedoch keine tieferen Bezüge herstellen konnte. Ein Vergleich der für Pestalozzis empirische Ansätze festgestellten Konstituenten mit einigen pädagogischen Mitteln des Illuminatenorden zeigt jedoch deutliche Parallelen. Es handelt sich hierbei im wesentlichen um tagebuchartige Aufzeichnungen, in denen Petersen Gemütsregungen, geistige Aktivitäten und Verhaltensweisen der von ihm betreuten Kinder festhalten sowie in Tabellen auswerten soll. Die u.a. zur Selbstbeobachtung herangezogenen quibus-licet-Hefte der Illuminaten oder die conduite-Tabellen, die als "statistisches" Instrumentarium zur Erfassung von Daten zu den einzelnen Mitgliedern verwendet wurden, sind ein Indiz für den Einfluß der Illuminaten auf Pestalozzi und damit auf die Pädagogik des 18. Jahrhunderts.[30] Für das Verhältnis von Pädagogik und Illuminatismus, finden sich ohne Zweifel weitere Beispiele. Mit den hier referierten Meinungen ist in etwa das Terrain abgesteckt, in welchem sich die illuminatische Pädagogik verorten, ihr Verhältnis zur Aufklärungspädagogik bestimmen, ihr Lehrsystem beschreiben und ihre institutionsgeschichtliche Einordnung vornehmen läßt. Damit wird noch nicht hinreichend deutlich, was diese Pädagogik im ganzen Umfang ihrer Zielsetzung, ihrer Organisation und ihrer Mittel ausmacht.

Die mentale Verfassung der Gesellschaft im vorletzten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts hat es ermöglicht, geheimbündlerische Institutionen als Plattform zur Durchsetzung pädagogischer Bestrebungen zu nutzen. Weishaupt glaubte sogar, daß mit der Etablierung solcher Bünde der gesellschaftliche Fortschritt einhergehe: "Mir scheint dieser so allgemeine Hang der Menschen nach geheimen Verbindungen, ein redender Beweis einer im Stillen herangewachsenen höhern Kultur zu sein."[31]

Rosemarie Haas hat in ihrer Dissertation von 1975 darauf hingewiesen, daß die Idee vom Geheimbund als Besserungsanstalt der Menschheit in den Köpfen vieler einflußreicher Geister der Zeit verankert war. Ein Beispiel hierfür sind die Freimaurergespräche Ernst und Falk [32] von Gotthold Ephraim Lessing. Haas hat die Beziehungen illuminatischer Ideen zum Konzept der Turmgesellschaft in Wilhelm Meisters Lehrjahren erörtert und nicht nur illuminatische Elemente im Denken Johann Wolfgang Goethes {Abaris}, sondern auch bei Johann Gottfried Herder {Damasius Pontifex} und Christoph Martin Wieland nachgewiesen[33]

Der Illuminatenorden kann als ein ausführendes Organ der pädagogischen Ideen der Aufklärung gelten. In dieser Arbeit wird von der Prämisse ausgegangen, daß gerade dieser Geheimbund, bedingt durch die ihm zugrundeliegende Pädagogikkonzeption beachtliche Wirksamkeit erlangt hat. Diese ist - wie die pädagogischen Systeme der Rosenkreuzer oder christlichen Freimaurer - vom Schleier der Geheimhaltung umhüllt, weil ihre Schöpfer glaubten, die Umstände erlaubten es noch nicht, ihre Bestrebungen und die dafür konzipierte Pädagogik öffentlich zu machen.

Die Pädagogik, die sich in den letzten beiden Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts allmählich als eigenständige Wissenschaftsdisziplin konstituiert[34] kann allein aufgrund der personellen Verflechtungen nicht frei von illuminatistischem Gedankengut sein. Die Wirkung der illuminatischen Pädagogik auf die diesfälligen Bestrebungen der Zeit kommt auch auf sekundärer und tertiärer Ebene über Persönlichkeiten wie z.B. Wilhelm von Humboldt[35] zur Geltung, der - wie Hardenberg oder Altenstein - in der einflußreichen Position des Bildungspolitikers über ansehnliche Multiplikationskraft verfügte.

Diese Arbeit nun versteht sich als ein Versuch, der Illuminatismusforschung Aspekte zu erschließen, die bisher wenig Beachtung gefunden haben, die jedoch - wie von den einzelnen Forschern gelegentlich angemerkt - ein wissenschaftliches Desiderat darstellen. Das, wie Norbert Schindler es ausgedrückt hat, "ebensooft über- wie unterschätzte Wirken der Geheimgesellschaften"[36] tendiert in bezug auf die Frage des Verhältnisses von Pädagogik und Illuminatismus eher zur unterbewerteten Seite.

2. Zum Stand der Illuminatismusforschung

Der Illuminatenorden gehört keineswegs zu den neu entdeckten Forschungsgegenständen. Mehrere Generationen von Wissenschaftlern haben sich mit dem Phänomen auseinandergesetzt, eine Fülle von Erkenntnissen über den kurzlebigen Bund erschlossen und dadurch die Erforschung der Aufklärung in vielfältiger Weise bereichert.

Dennoch wurde bis in das 20. Jahrhundert hinein der Illuminatenorden u.a. wegen der abstrusen Verschwörungsthese als fragwürdiges Thema angesehen. Wissenschaftler, die den Illuminatismus als Forschungsgegenstand wählten, standen sogar in der Gefahr - wie die folgende Bewertung von Vernon Stauffer zeigt - von der scientific community disqualifiziert zu werden: "No student penetrates far into the study of the general topic without being made aware that not only were contemporary apologists and hostile critics stirred to a fierce heat of literary expression, but that a swarm of historians, mostly of inferior talents, have been attracted to the subject."[37] Längst hat man die Haltlosigkeit solcher und ähnlicher Behauptungen bewiesen. Eine beachtliche Zahl an Studien beweist, daß der Illuminatismus zu den aufschlußreichsten Erscheinungen des 18. Jahrhunderts nicht nur der deutschen Aufklärung zählt. Stauffer ist indes aber auch ein Beispiel für alle diejenigen, die sich in ausnehmend spektakulären Betrachtungsweisen des Phänomens angenommen haben, doch hat sein Beitrag den bis dahin unberücksichtigten Gesichtspunkt der Ausweitung des Illuminatismus auf die Neue Welt in die Forschung eingebracht, dem auf vorurteilsfreiere Weise als es Stauffer tat, noch einmal nachzugehen wäre. Seine Arbeit, die dem Illuminatenorden konspirative Tätigkeit in Nordamerika unterstellt und ihm einen negativen Einfluß auf die demokratische Ordnung zuschreibt, zeigt u.a. die Verführung, der leicht zu erliegen ist, wenn man sich seinem Gegenstand voreingenommen nähert[38]

Die Illuminatismusforschung kann auf eine etwa zweihundertjährige Geschichte zurückblicken. Den Auftakt hierzu bildet der im Rahmen der Encyclopedie der Freimaurerei im Jahre 1820 verfaßte Artikel über den Orden.[39] Es zeigt sich hier eine Tendenz in der Forschung, den Illuminatismus im Freimaurertum zu verankern. Diese Tendenz ist auch in neueren Forschungsarbeiten erkennbar, beispielsweise in denen von Ludwig Hammermayer und Helmut Reinalter[40]

Die um die Mitte des 19. Jahrhunderts einsetzende gründlichere Erforschung des Illuminatenordens und seiner Aktivitäten konzentriert sich auf die historischen Rahmenbedingungen illuminatischer Aktivitäten, die Aufarbeitung bzw. Sicherstellung von Dokumenten sowie auf Personenstudien. So hat beispielsweise der Frankfurter Freimaurer Georg Kloss[41] illuminatische Dokumente zusammengestellt und Orientierungshilfen durch Übersichten wie z.B. Mitgliederlisten gegeben. Ein anderes Beispiel ist Hermann Klenckes Veröffentlichung Aus einer alten Kiste,[42] in der er ohne Knigges Namen zu nennen, eine Edition von dessen Briefen vorgelegt hat, die als wertvolles Quellenmaterial in der weiteren Forschung häufig verwendet worden ist. Die Arbeiten von Bruno Bauer, Hermann Hettner, August Kluckhohn[43] sind vornehmlich historische Überblicksarbeiten und charakteristisch für den Stand der Forschung zu dieser Zeit.

Gegen Ende des 19. und mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts ist ein merklich größeres Interesse für den Orden zu verzeichnen. Repräsentativ sind die Bemühungen von Max Lingg, Ludwig Wolfram oder auch Richard Graf du Moulin Eckart[44] Bei ihnen steht die detaillierte Aufarbeitung der historischen Zusammenhänge der Illuminaten im Vordergrund, wobei letzterer mit seiner Studie über Franz Xaver Zwackh {Cato} den bisher fast einzigen Versuch unternommen hat, diese für den Orden wichtige Persönlichkeit näher zu beleuchten.

Das sich verstärkende Interesse am Illuminatismus ist nicht zuletzt auch darauf zurückzuführen, daß im Jahre 1893 in Dresden ein neuer Illuminatenorden gegründet wurde, dessen Tätigkeit sich später nach Berlin verlagerte. Unter der Ägide von Leopold Engel wurde im weitesten Sinne das Anliegen der Illuminaten wiederaufgenommen und in den Zeitschriften ‚Das Wort'[45] den direkt an Weishaupts Vorlage anknüpfenden ‚Materialien zur Beförderung der Welt- und Menschenkunde'[46] sowie in Engels 1906 erschienener Arbeit Geschichte des Illuminaten-Ordens[47] nach außen vertreten. Letztere wird trotz ihres zuweilen euphorischen Grundtons und ungenauer Angaben als maßgeblich angesehen, weil Engel Dokumente zur Verfügung standen, die der neueren Forschung durch die Folgen des letzten Weltkrieges nicht mehr zugänglich sind bzw. als verschollen gelten. Ähnlich verhält es sich mit dem oft als Standardwerk bezeichneten Werk René LeForestiers von 1914, das trotz mitunter fataler Fehlannahmen des Autors aufgrund der von ihm verwendeten heute immer noch vermißten Quellen häufig in Anspruch genommen wird. Der eingangs erwähnte Vernon Stauffer gehört neben anderen in diese Gruppe von Autoren des frühen 20. Jahrhunderts. In dessen zwanziger bis vierziger Jahren sind vom Umfang her eher kleinere Arbeiten zu verzeichnen wie die bereits angesprochene von Herbert Schönebaum oder die von Reinhold Grabe zum Geheimnis des Adolph Freiherrn von Knigge.[48]

Reinhart Koselleck erkannte 1954 in seiner Arbeit Kritik und Krise[49] die einen Meilenstein interdisziplinärer Aufklärungsforschung darstellt, dem Orden, neben den Freimaurern, eine bedeutsame Rolle innerhalb des gesellschaftlichen Wandels im 18. Jahrhundert zu und ebnete auf diese Weise die Bahn für die ihm folgenden teilweise durch ihn angeregten Untersuchungen.

Durch Richard van Dülmens Arbeit Der Geheimbund der Illuminaten[50] aus dem Jahre 1975 wurde eine ganze Reihe von Studien ausgelöst. Dieser Schub wurde zusätzlich durch die sich Mitte der 70er Jahre verstärkende Aufklärungsforschung intensiviert und verhalf dem Illuminatismus zu größerer Beachtung. Das Geheimbundwesen wurde u.a. durch van Dülmen entmystifiziert, was seiner Reputation als ernstzunehmendes Untersuchungsobjekt zugute kam. Vielseitig angelegte Studien kreisten den Illuminatenorden als Forschungsgegenstand mehr und mehr ein. Die Namen Christian Peter Ludz, Manfred Agethen, Ludwig Hammermayer, Helmut Reinalter und Hermann Schüttler[51] stehen für eine Reihe von Nachforschungen, welche hauptsächlich auf die strukturellen Zusammenhänge gerichtet waren. Sie können ohne Ausnahme als weiterführende Studien bezeichnet werden.

Durch neu aufgefundenes bzw. wieder zugängliches Quellenmaterial erhielt die Forschung in den frühen 90er Jahren erneut Impulse. Mittlerweile interessieren sich Arbeitsgruppen z.B. die unter der Leitung von Monika Neugebauer-Wölk Strukturen und Strategien des Geheimbundes der Illuminaten im Kontext der Spätaufklärung am Interdisziplinären Zentrum für die Erforschung der europäischen Aufklärung an der Universität Halle-Wittenberg oder die Internationale Forschungsstelle Demokratische Bewegungen in Mitteleuropa 1770 - 1850 in Innsbruck, verstärkt für den Illuminatenorden. Zur Zeit arbeiten Wissenschaftler unterschiedlicher Ausrichtung in Halle an der Edition der Dokumente der Ordenskorrespondenz. Die eingehende Beschäftigung mit dem Orden in den letzten Jahrzehnten hat die Bandbreite an Forschungsaspekten erweitert, indem das Forschungsinteresse neben der Organisationsstruktur nun verstärkt auf den Ideengehalt und die Konzeption gerichtet wurde. Die damit verbundene Ausweitung der Illuminatismusforschung führt zur Aufarbeitung von Quellen von denen bisher lediglich Notiz genommen wurde und verspricht neue Erträge.

Die Forschung kann auf umfangreiche Bestände an Quellenmaterial zurückgreifen. Das Gebot der strengen Geheimhaltung, das auch die Vernichtung aller schriftlichen Zeugnisse des Ordens in Notsituationen vorschrieb und das jeder Illuminat durch seine Unterschrift auf dem Eintrittsrevers einzuhalten gelobte, ist nicht in jedem Fall so strikt befolgt worden, wie der Ordensgründer es beabsichtigt hatte. Dies beweisen eine beträchtliche Anzahl von an uns gekommenen Dokumenten persönlicher und administrativer Art. Sie bieten dem Forscher Material in beträchtlichem Umfang.

Vor allem die seit ca. einem Jahrzehnt wieder zugängliche Schwedenkiste[52] die Hermann Schüttler als "derzeit umfangreichste und bedeutendste bekannte Sammlung illuminatischen Materials"[53] deklariert hat, bietet Dokumente in reichlicher Zahl, die nach ihrer vollständigen Auswertung viele der offenen Fragen zu den Illuminaten und ihrem Um- und Wirkungsfeld, vor allem in der späten Phase der Existenz des Ordens, klären werden. Es bestehen Sammlungen in einzelnen Archiven und Institutionen wie dem ehemaligen Reichskammergericht in Wetzlar oder der Karlsschule in Stuttgart, deren aufschlußreiches Material das Bild von der Tätigkeit des Ordens vervollständigen hilft[54] Nicht nur der Bodesche Nachlaß in Berlin, sondern beispielsweise auch der von Friedrich Münter in Kopenhagen, die Bestände im Hamburgischen Staatsarchiv oder die Korrespondenz von Weishaupt und Herzog Friedrich Christian von Schleswig Holstein im Staatsarchiv Schleswig zählen zu den Quellen, die bisher noch nicht vollständig ausgewertet sind. Dies sind nur wenige Beispiele, welche die relativ gute Materiallage verdeutlichen. Es kann außerdem kein Zweifel bestehen, daß im Zuge weiterer Studien neues Quellenmaterial bekannt werden wird. Ein wertvoller Zufallsfund war die Entdeckung von Teilen des Weishauptschen Nachlasses im sog. Engbundarchiv Hamburg Ende der neunziger Jahre. Dennoch muß man auch die nicht bezifferbaren Verluste ansprechen, die durch Vernichtung bereits im 18. Jahrhundert entstanden sind. Dies ist hinsichtlich der Papiere einzelner Logen der Fall. Andere Verluste sind auf die Zerstörungen und Plünderungen von Freimaurerarchiven während des letzten Weltkrieges zurückzuführen.

Daß der Illuminatenorden bereits Zeitgenossen beschäftigt hat, beweisen nicht weniger als ca. 130 angeführte Titel in der Stillerschen Bibliographie zur Freimaurerei aus dem Jahre 1830[55] worin nahezu sämtliche bis dahin relevanten Beiträge zur Illuminatendebatte aufgeführt sind. Weiteren Aufschluß bieten die Auseinandersetzungen und Apologien, die im Gefolge von Entdeckung und Verfolgung des Ordens erschienen. Einige davon haben nicht nur den Rang wichtiger Quellentexte, sondern stellen gleichzeitig eine Art früher wissenschaftlicher Aufarbeitung der Thematik dar. Hierzu gehört beispielsweise die anonym erschienene Schrift aus dem Jahre 1787 System und Folgen des Illuminatenordens aus den Originalschriften desselben[56] oder die ebenfalls anonym durch Ludwig Adolf Christian Grolman {Gratian} veröffentlichten Fragmente zur Biographie des verstorbenen Geheimen Rates Bode in Weimar[57]

Zu den gedruckten Quellen der ersten beiden Dekaden nach dem Bestehen des Ordens gehören ebenso Darstellungen mit autobiographischer Akzentuierung, in denen ehemalige Ordensmitglieder über ihre Illuminatentätigkeit berichteten. Die Selbstbiographie Heinrich August Ottokar Reichards {Wiclef}, wie Johann Georg Heinrich Feders {Marc Aurel} Leben, Natur und Grundsätze oder auch Friedrich Wilhelm von Schütz' Freie Bekenntnisse geben hiervon Zeugnis[58] Interessant an diesen Veröffentlichungen ist, daß sich ihre Autoren noch Jahrzehnte später von ihrer Mitgliedschaft distanzieren.

Es sind bis in die heutige Zeit in fast steter Folge Dokumente des Illuminatenordens ediert worden. Ihren Anfang nahm die Erschließung von Quellen mit den bereits erwähnten Originalschriften des Illuminatenordens aus dem Jahre 1787. Die eigentliche Intention für diese Edition war die Aufdeckung und Verleumdung des Bundes mit propagandistischen Mitteln. Der Umstand, daß Eile geboten war, um zu diesem öffentlichen Schlag auszuholen, ließ wenige bis gar keine Manipulationen an den bei Zwackh {Cato} gefundenen Papieren zu, so daß diese Edition eine häufig herangezogene, verläßliche Quelle darstellt. Gleiches bzw. ähnliches trifft auf die Edition der bei Baron Bassus {Hannibal} beschlagnahmten Dokumente zu, die im Nachtrag von weitern Originalschriften[59] zusammengefaßt wurden.

Es ließe sich eine lange Reihe von Quelleneditionen aufzählen. Dazu gehören u.a. Friedrich Münters {Syrianus} Tagebücher (1944)[60] die in einem anderen Zusammenhang bereits angesprochenen Publikationen du Moulin Eckarts (1895) oder Klenckes (1853). Moderne Editionen umfassen z.B. Richard van Dülmens Auswahl von Dokumenten u.a. aus dem OS/ NOS (1975), Jan Racholds Ausgabe grundlegender Illuminatenschriften aus OS/ NOS (1984) und aus der ihm zugänglichen Schwedenkiste, Hermann Schüttlers Edition der Höheren Mysterien Weishaupts (1994) oder die Neuedition der Kniggeschen Freimaurer- und Illuminatenschriften (1993) im Rahmen einer Gesamtausgabe, die von Paul Raabe besorgt wurde.[61]

Als weitere Quellen sind Zeitschriften und Periodika zu nennen, die z.T. illuminatische Anliegen verbreiten halfen, wie die "Jenaer Allgemeine Literatur Zeitung" oder die "Gothaischen gelehrten Zeitungen". Es existierten ebenso Zeitschriften, deren Herausgeber Illuminaten waren wie die "Deutsche Zeitung für die Jugend und ihre Freunde" Rudolph Zacharias Beckers {Henricus Stephanus} oder die "Beiträge zur Ausbreitung nützlicher Kenntnisse", das Organ der Bonner Illuminaten, u.a. von Christian Gottlieb Neefe {Glaucus} herausgegeben, sowie "Der Illuminat" von Johann Heinrich Faber[62]

Die zur Thematik verfügbaren bibliographischen Werke sind häufig in freimaurerisch ausgerichteten Arbeiten zu finden. Hierzu gehört zweifelsohne der bereits angeführte, recht frühe Versuch Stillers aus dem Jahre 1830, der bibliographische Angaben zum illuminatischen System in seine Gesamtbibliographie zur Freimaurerei aufnimmt. Weitere wichtige Hilfsmittel zur Erfassung der Quellen- und Forschungslage bieten Arbeiten wie die von August Wolfstieg (1925), die in vier Bänden vorliegt und in neuerer Zeit das 1994 erschienene zweibändige Archivverzeichnis von Renate Endler und Elisabeth Schwarze-Neuß[63] Eine Bibliographie in einem weiter gefaßten Kontext, dem der demokratischen Bewegungen in Mitteleuropa, in den man den Illuminatenorden ebenfalls stellen kann, hat Helmut Reinalter bearbeitet und im Jahre 1990 veröffentlicht[64] Im Internet findet man den Versuch einer ersten ausschließlich zum Illuminatenorden erstellten Bibliographie von Reinhard Markner und Hermann Schüttler, welche ca. 460 Titel anführt und den Vorteil bietet, daß sie ohne den üblichen publikatorischen Aufwand stetig erweitert werden kann.[65] Von letzterem Autoren stammt ein Hilfsmittel der besonderen Art, das sich der Klassifikation fast entzieht und am ehesten den Bibliographien zur Seite gestellt werden kann. Es handelt sich hierbei um die Arbeit Die Mitglieder des Illuminatenordens[66] welche die Beantwortung so mancher Frage hinsichtlich der Analyse, als auch der Interpretation illuminatischer Dokumente erleichtert. Es hat Versuche der Aufstellung solcher Mitgliederlisten bereits Mitte des 19. Jahrhunderts bei Kloss gegeben. Kurz vor Schüttler haben van Dülmen und auch Eberhard Weis derartige Versuche unternommen.[67] Diese sind wesentlich weniger umfänglich bzw. haben einen geringeren Informationsgehalt bezüglich der Angaben zu den einzelnen Mitgliedern als die Arbeit von Schüttler. Ihm gelang bereits 1991 die Ermittlung von ca. 1200 Mitgliedern, eine Zahl, die bei der demnächst zu erwartenden Überarbeitung noch überboten werden dürfte und der Schätzung von Weishaupts Sohn Wilhelm, der 2000 Mitglieder für realistisch hielt, näher kommt.[68]

Die Ausrichtung der Sekundärwerke zum Illuminatenorden ist vielfältig. Regionalhistorisch orientierte Studien zum Illuminatenorden erweisen sich als Mosaiksteinchen für ein repräsentatives Bild des Ordens im südwestlichen Teil Deutschlands und in Österreich. Andere Regionen, wie Nord- und Mitteldeutschland[69] oder der slawische Raum sowie Frankreich sind bisher nicht in dem gleichen Ausmaß beleuchtet worden. Einige Schriften von Ludwig Hammermayer[70] der sich vor allem auf Bayern konzentriert, sind in diesem Zusammenhang zu nennen, ebenso die Winfried Dotzauers[71] dessen Studien sich hauptsächlich auf den westdeutschen Raum konzentrieren. Unter ihnen befinden sich solche über die Städte Mainz, Trier oder Speyer in ihren Beziehungen zu den Illuminaten. Weitere Autoren, die regionalhistorische Studien u.a. zu den angesprochenen Regionen vorgelegt haben, sind beispielsweise Max Braubach, Walter Grab, Wilhelm Kreutz oder Wilgert te Lindert.[72] Häufig sind Werke über Persönlichkeiten eng mit den vorgenannten verzahnt, so findet sich beispielsweise eine Arbeit über die Tätigkeit der Bonner Illuminaten im Spiegel eines ihrer Mitglieder, des Musikers und Lehrers von Beethoven, Christian Gottlob Neefe {Glaucus}.[73] Für den regionalhistorisch schlecht erfaßten Raum Mitteldeutschlands liegen vorwiegend auf Personen abgestellte Studien vor, wie die von Klaus Rob über Karl Theodor von Dalberg {Baco de Verulam}, von Gerhard Fuchs über Karl Leonhard Reinhold {Decius} oder von Joachim Kundler über den Prinzen August von Sachsen-Gotha-Altenburg {Walther Fürst}.[74] Biographische Skizzen sind des weiteren gezeichnet worden von Eberhard Weis über den Grafen de Montgelas {Musaeus}, von Helmut Reinalter et al. über Joseph von Sonnenfels {Numa/ Pompilius Romanus}, von Paul Hofer über Ignaz von Born {Furius Camillus}.[75] Über den Freiherrn von Knigge {Philo} sowie Adam Weishaupt existieren ebenfalls mehrere, meist kurz gefaßte Studien.[76] Die als soziologisch bzw. politologisch einzustufenden Publikationen bilden eine weitere Gruppe. In ihnen spiegeln sich die Interpretationen der einzelnen Verfasser. Zu den soziologisch ausgerichteten Arbeiten gehört in erster Linie die Dissertation von Hofter aus dem Jahre 1951, in welcher der Autor vor allem Zusammenhängen in bezug auf das illuminatische System nachgeht. Als Vertreter der explizit politologischen Sicht auf die Illuminaten hat sich Rudolph Vierhaus hervorgetan, der den Einfluß des Ordens auf das politische Bewußtsein Mitteleuropas vor 1789 deutlich gemacht hat.[77] Weiterhin haben sich Eberhard Weis, Michael Fischer[78] und auch Monika Neugebauer-Wölk von dieser Seite genähert. Diesem Aspekt wird momentan besondere Aufmerksamkeit zuteil. Ein Sammelband zur politischen Dimension von Geheimbünden unter der Herausgeberschaft von Monika Neugebauer-Wölk, in dem auch der Illuminatenorden Berücksichtigung findet, steht vor der Publikation. Neugebauer-Wölk hat sich darüber hinaus mit Studien zur Esoterik des Bundes hervorgetan und von 1995 an in steter Folge entsprechende Veröffentlichungen vorgelegt.[79] Das Moment des Esoterischen ist im Denken einzelner Mitglieder zweifelsfrei vorhanden. Man kann z.B. Bode {Aemilius} ein starkes Interesse für den Mesmerimus[80] nachweisen, dem er auf seiner Reise nach Paris im Jahre 1787 u.a. nachgeht. Agethen ordnet das Esoterische den ideellen Konstituenten des Illuminatenordens zu. Er nimmt eine Typologisierung vor, die den Bund in die Nähe der mittelalterlichen Sekten rückt und versucht zu zeigen, daß der Orden zu den chiliastischen Geheimgesellschaften gezählt werden kann. Er begründet dies mit der praktizierten Geheimhaltung, z.B. durch Vergabe von Decknamen.[81]

Reinhart Koselleck hat sich 1976 ein zweites Mal als Impulsgeber der Illuminatenforschung mit einem Aufsatz zu dessen geschichtsphilosophischer Ausrichtung gezeigt. Er sieht in Geschichtsphilosophie und Pädagogik den inhaltlichen Kern des Illuminatismus. Auch stellt er Weishaupts maßgebende Rolle in diesem Zusammenhang heraus. Ihm folgten zwei kleinere Arbeiten von Helmut Reinalter und Hermann Schüttler, in denen Weishaupts Geschichtsphilosophie zwar angerissen, aber nicht erschöpfend behandelt wurde. Auch Martin Mulsow in seinem Versuch über die Metempsychosislehre Weishaupts, nimmt diese Problematik in den Blick.

Ein mit philosophischem Anspruch verbundenes Werk lieferte Jan Rachold[82] im Jahre 1999, das sich hauptsächlich auf die u.a. auf Christian Wolff zurückgehende Popularphilosophie des 18. Jahrhunderts stützt. Mit diesem Versuch hat Rachold vor allem den Eklektizismus Weishaupts in den Blick nehmen wollen. Eine weitere Studie zur Philosophie im Illuminatenorden hat Martin Mulsow erarbeitet. Er nähert sich seinem Thema von den Mysterientexten her.[83] Eine letzte hier anzuführende Gruppe von Publikationen bilden die literaturwissenschaftlich angelegten Forschungsarbeiten. Zu ihr gehören z.B. die Arbeiten von Hans Graßl und Hans-Jürgen Schings[84] die gezeigt haben, daß einflußreiche Gestalten der Literaturproduktion wie Hölderlin oder Schiller, auch wenn sie sich nicht als Illuminaten verstanden, von deren Gedankengut beeinflußt waren. Ein solcher Einfluß läßt sich vor allem in der Gestalt des Marquis Posa in Schillers Don Carlos nachweisen, dessen als ungewöhnlich wahrgenommenes Erscheinungsbild illuminatische Züge trägt. Einzig in ihrer Art ist die von Christoph Hippchen 1998 verfaßte Dissertation zur Publizistik des Ordens[85] deren Stärken im Überblick über die gesellschaftliche Reaktion auf den Orden liegen, welche sich in der Zeitschriftenliteratur spiegelt, z.B. im "Grauen Ungeheur" von Wekhrlin bis hin zur reaktionären "Wiener Zeitschrift" von Leopold Hoffmann {Sulpicius}.

Eine andere Ordnung und Klassifikation von Material- und Forschungsstand bieten Helmut Reinalter, Jan Rachold sowie Ludwig Hammermayer[86] der sich der Aufgabe gewidmet hat, eine Bilanz über die Illuminatismusforschung zu ziehen. Von ihm lag kurz vor Abschluß dieser Arbeit ein erstes Ergebnis vor, das die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Illuminatenorden sehr detailliert vom Ende des neunzehnten bis in die 70er Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts verfolgt. Die Fortsetzung dieser begrüßenswerten Unternehmung, die zu dem Zeitpunkt einsetzen wird, an dem die Illuminatenforschung ihre abseitige Position verläßt, wird das breite Spektrum an Herangehensweisen zutage fördern, deren Zusammenspiel es erst ermöglicht, den Illuminatismus in seiner Komplexität zu erkennen und auch zu beurteilen.

Die hier angeführten Beispiele sollen zeigen, daß die Forschung das Phänomen des Illuminatenordens durch ein differenziertes Repertoire von Methoden sowie unterschiedlichen, z.T. gegensätzlichen, Deutungsansätzen zugänglich gemacht hat: "Darüber zu vernünfteln, wer recht habe, wer nicht, wäre irrelevant und abwegig. [...] In bezug auf den Illuminatenorden ist ohnehin nichts anderes als eine Vielfalt der Standpunkte zu erwarten."[87] Der Illuminatismus ist eine Quelle mannigfaltiger Forschungsmöglichkeiten, die auch zum gegenwärtigen Zeitpunkt keineswegs ausgeschöpft ist, vielmehr gibt es Grund zu der Annahme, daß durch die Erschließung der verfügbaren Ressourcen und erster richtungsweisender Vorstöße auch nach mehr als 200 Jahren die Sternstunden der Illuminatismusforschung noch bevorstehen.

3. Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

Die vorliegende Arbeit konzentriert sich auf das pädagogische Konzept des Ordensgründers Johann Adam Weishaupt. Es sollen der illuminatische Bildungsgang nachvollzogen, die verwandten pädagogischen Grundbegriffe sowie die gesetzten Ziele in ihrem Zusammenhang aufgewiesen, die pädagogischen Mittel und damit die organisierte erzieherische Praxis des Ordens dargestellt werden. Die Entscheidung zu diesem Dreischritt und die damit verbundene Vorgehensweise bei der wissenschaftlichen Erschließung der Konzeption Weishaupts wurde von der Tatsache bestimmt, daß der bisher von der Forschung vernachlässigte Ordensgründer einen beachtlichen Beitrag zur Entwicklung der illuminatischen Pädagogik geleistet hat. Er wird hier als Pädagoge herausgestellt und findet in dieser Hinsicht überhaupt erstmals Beachtung. Insofern ist die Erforschung seines Werkes unter pädagogischen Gesichtspunkten ein Desiderat. Mit der Herausarbeitung seines Konzeptes kann mehr als nur der Grundstein für die auf den pädagogischen Bau der Illuminaten zu richtende Forschung sowie die historische Rekonstruktion der Pädagogik des Illuminatismus gelegt werden.

Dem Ordensgründer kam es "nicht auf schnelle und spektakuläre Erfolge an, er gedachte vielmehr, ein Jahrhundertwerk zu errichten,."[88] das gilt gerade auch im Hinblick auf das pädagogische Konzept. Er erscheint als der "umsichtige Professor, der in Zeiträumen dachte, die den Orden zwar erst Generationen nach ihm, dann aber mit um so gründlicherem und unumkehrbarem Erfolg hätten zum Ziel bringen sollen."[89] Nach Weishaupts Vorstellungen hatte der Orden sich einem Langzeitprojekt zu stellen, doch u.a. mit dem Eintritt Knigges gewann die Ordensentwicklung[90] eine Rasanz, wie sie vielen Projekten der Aufklärung eigen war, die auch das Schicksal der Illuminaten besiegelte.

Bei der Darstellung der pädagogischen Konzeption Weishaupts wird demnach von der Annahme ausgegangen, daß sein illuminatisches Denken von der Ordensgründung an bis in das zweite Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts durchgängig mit einer pädagogischen Intention verbunden war. Es soll daher neben den ursprünglichen pädagogischen Vorstellungen während der Illuminatenzeit ebenso sein Schaffen nach der Auflösung des Ordens bis hin zur letzten offiziellen Wortmeldung, welche aus dem Jahre 1820[91] datiert, in den Blick genommen werden. Auch wenn, wie Reinalter konstatiert, kein homogenes philosophisches Konzept mit Weishaupts Gedankenwelt gegeben ist, so steht doch zu erwarten, daß der pädagogische Schlüssel den Zugang zu seinem Werk zu öffnen vermag.[92] Weishaupts pädagogische Konzeption weist eine unverkennbare Grundstruktur auf, doch hat diese im Laufe der Zeit unterschiedliche Facetten angenommen und Ergänzungen erfahren, die es ebenso aufzuzeigen und zu beschreiben gilt.

Im zweiten Kapitel der Arbeit werden zunächst Lebensweg und Denkungsart Weishaupts nachgezeichnet sowie sein Werk, das in mehr als 20 Schriften seinen Niederschlag gefunden hat, nach thematischen Bereichen und Schaffensperioden geordnet.

Es folgt im nächsten Kapitel eine detaillierte, an den Hauptklassen des Gradsystems der Illuminaten sich orientierende Darstellung, in der die einzelnen Grade auf ihren pädagogischen Gehalt hin untersucht werden. Neben einer Charakterisierung der Grade werden in diesem Kapitel die Konstitutiva der illuminatischen Pädagogik aufgewiesen.

Im vierten Kapitel wird die von Weishaupt verwendete pädagogische Terminologie eingehender erörtert. Es sollen die nach seiner Auffassung wichtigen Kenngrößen der illuminatischen Erziehung und Bildung, wie z.B. Beobachtungsgeist, Sittenregiment oder Menschenführung in den Blick genommen werden. Aufgrund einer ersten Analyse seiner Schriften ergeben sich die zentralen pädagogischen Begriffe, welche die illuminatischen Erziehungs- und Bildungsvorstellungen repräsentieren. Es handelt sich um die von Weishaupt hervorgehobenen, häufig gebrauchten und für die Pädagogik des Ordens zentralen Begriffe. Sie sollen nach Weishauptschem Verständnis interpretiert, in ihrer pädagogischen Funktion erläutert sowie in das pädagogische Denken der Aufklärung eingeordnet werden.

Im fünften Kapitel wird das pädagogische Instrumentarium und damit einhergehend die pädagogische Praxis des Ordens untersucht. Dies erfolgt anhand der Gothaer Ordensloge, da von dieser einschlägige Dokumente vorhanden sind und diese neben anderen beispielhaften Charakter für das Ordensleben besitzt.[93] Es gilt, die pädagogische Funktion der einzelnen Bildungsmittel aufzuzeigen sowie anhand ausgewählter Beispiele die inhaltlichen Ziele zu bestimmen und sie unter dem Aspekt der bildenden Wirkung zu diskutieren.

Mit der Untersuchung von Bildungsgang, der begrifflichen Konstitutiva sowie des pädagogischen Instrumentariums und der sich daraus ergebenden Praxis sind die Dimensionen des pädagogischen Konzeptes der Illuminaten aufgewiesen. Dennoch sollen der Aus- und Weiterbau im Rahmen einer Schlußbetrachtung untersucht werden, da Weishaupt sich auch in seinen späteren Arbeiten als pädagogisch ambitionierter Schriftsteller dem großen Projekt des 18. Jahrhunderts, der Aufklärung, gestellt hat.

Die Konzentration auf Weishaupt läßt sich damit begründen, daß der Ordensgründer auch nach seiner Übersiedlung nach Gotha die Aktivitäten des Ordens mitgestaltete und sich die Weiterentwicklung der illuminatischen Pädagogik an seiner neuen Wirkungsstätte zur Aufgabe machte. Wie andere namhafte Zeitgenossen hat er einen wesentlichen Beitrag zu Theorie und Praxis der Erziehung und Bildung in seiner Zeit geleistet, der sich einfügt in das Konzept der Aufklärungspädagogik. Diesem bisher von der pädagogischen Geschichtsschreibung vernachlässigten Aspekt will die vorliegende Arbeit durch die Rekonstruktion des pädagogischen Systems der Illuminaten Geltung verschaffen.

Anmerkungen

  1. Die Initialzündung zu dieser Einschätzung war die von der bayerischen Regierung unterstützte Publikation Einige Originalschriften des Illuminatenordens, welche bey dem gewesenen Regierungsrath Zwackh durch vorgenommene Hausvisitation zu Landshut den 11. und 12. October 1786 vorgefunden worden. München 1787 (im folgenden OS), die eindeutig einen propagandistischen Zweck verfolgte. Damit begann eine öffentliche Diskussion, die bis hin zu polemischen Fehden führte. Davor hatten sich bereits vereinzelt Stimmen geregt, die jedoch nicht eine solch starke Resonanz gefunden hatten. Hierzu gehört beispielsweise: [Babo, Joseph Marius]: Über Freymaurer, besonders in Bayern. Erste Warnung. [München] 1784.
  2. Die als Verschwörungsthese bekannte Vermutung, der Illuminatenorden hätte u.a. den geistigen Hauptanteil an der französischen Revolution und wäre noch dazu verantwortlich für die bis heute andauernde Weltverschwörung, soll an dieser Stelle noch einmal entkräftet werden. Vgl. hierzu auch: Rogalla von Bieberstein, Johannes: Die These von der Verschwörung 1776 – 1945. Philosophen, Freimaurer, Juden, Liberale und Sozialisten als Verschwörer gegen die Sozialordnung. Bern 1976.
  3. Die Hauptaktivitäten fanden in der Zeit zwischen 1776 und 1785 statt, einige Illuminatenlogen bestanden allerdings weiter. Es wird allgemein angenommen, daß mit dem Tod Johann Joachim Christoph Bodes ({Aemilius}) im Jahre 1793 die Ordenstätigkeit insgesamt eingestellt wurde; für nähere Hinweise dazu siehe Schüttler, Hermann: Die Mitglieder des Illuminatenordens 1776 – 1787/ 93. München 1991 hier vor allem das Vorwort, in dem der Autor auf die einzelnen Phasen, die der Orden durchlaufen hat, eingeht.
  4. Den Beginn dieser Forschung markiert Reinhart Koselleck mit seiner Dissertation: Kritik und Krise. Eine Studie zur Pathogenese der bürgerlichen Welt. Freiburg i. Br. 1959.
  5. Neugebauer-Wölk, Monika: „‚Höhere Vernunft’ und ‚höheres Wissen’ als Leitbegriffe in der esoterischen Gesellschaftsbewegung. Vom Nachleben eines Renaissancekonzepts im Jahrhundert der Aufklärung.“ in: M. Neugebauer-Wölk u. H. Zaunstöck (Hgg.): Aufklärung und Esoterik. Hamburg 1999, S. 170 – 210, hier S. 171.
  6. Kodalle, Klaus M.: „Der Ruf nach Eliten.“ in: Kritisches Jahrbuch der Philosophie. Beiheft 2 (1999), S. 5 – 23, hier S. 14.
  7. Hierzu ist vor allem die vom Interdisziplinären Zentrum für die Erforschung der europäischen Aufklärung (IZEA) in Halle ausgehende Diskussion zu nennen.
  8. Vgl. hierzu die Ausführungen zu Umfang und Geschichte der Illuminatismusforschung in folgenden Abschnitt.
  9. Dieser im 18. Jahrhundert gängige Terminus bedarf im Grunde keiner weiteren Klärung. Ulrich Herrmann hat ihn in: Schneiders, Werner: Lexikon der Aufklärung. Stuttgart 1995, S. 110 Johann Heinrich Campe zugeschrieben. Bei Franz Neumann: Der Hofmeister. Ein Beitrag zur Geschichte der Erziehung im achtzehnten Jahrhundert. Halle 1930, S. 1 wird er Friedrich Immanuel Niethammer zugewiesen. Tatsächlich muß man jedoch annehmen, daß das Bemühen um eine personenbezogene Zuschreibung müßig wäre.
  10. Agethen, Manfred: Geheimbund und Utopie. Illuminaten, Freimaurer und deutsche Spätaufklärung. München 1984, S. 165
  11. Bassus, Thomas Franz Maria Freiherr von: Vorstellung, denen hohen Standeshäuptern der erlauchten Republik Graubünden in Ansehung des Illuminatenordens auf hohen Befehl vorgelegt. [Nürnberg] 1788, S. 62
  12. Siehe dazu: Friedrich, Leonhard: "Makler zwischen Macht und Moral? Pestalozzis Stellungnahme zur Französischen Revolution." in: K.-J. Flessow u. F. Jacobs: Pädagogisches Denken im Bannkreis der Französischen Revolution. Bochum 1998, S. 229 - 261, hier S. 237.
  13. LeForestier, Renè: Les Illuminés de Bavière et la franc-maçonnerie allemande. Paris 1914, S. 82
  14. Zur Ergänzung und besseren Orientierung werden die Ordensnamen von Mitgliedern oder Orten bzw. die entsprechenden Klarnamen jeweils in geschweifte Klammern gesetzt. Informationen zu den einzelnen Persönlichkeiten sind in prägnanter, nicht zu überbietender, Form bei Schüttler, Mitglieder zu finden; hier S. 170. Nach Auskunft des Autors steht die überarbeitete und ergänzte Auflage dieses Werkes zu erwarten. Der Verfasser möchte an dieser Stelle für die Überlassung des Typoskripts vor der Drucklegung danken. Angaben, die der ersten Fassung noch nicht berücksichtigt sind, wurden diesem entnommen und mit MitgliederNEU gekennzeichnet.
  15. zitiert nach: Weis, Eberhard: Montgelas. Bd. 1: Zwischen Revolution und Reform 1759-1799. München 1971, S. 40.
  16. Bassus, S. 95
  17. d'Hondt, Jacques: Verborgene Quellen des Hegelschen Denkens. Berlin 1972, S. 57
  18. Fischer, Michael W.: Die Aufklärung und ihr Gegenteil. Die Rolle der Geheimbünde in Wissenschaft und Politik. Berlin 1982, S. 217
  19. Johann Heinrich Pestalozzi {Alfred} gehört neben solchen Persönlichkeiten wie dem Leiter von Schulpforta Johan Gottfried Geißler {Quintus Cicero} oder auch dem Lehrer Schillers Jakob Friedrich von Abel {Pythagoras Abderitis} zu einer Reihe von Pädagogen, die im Illuminatenbund eine Plattform zur Verwirklichung ihrer Ideen sahen.
  20. Friedrich, "Makler", S. 238
  21. Bassus, S. 6
  22. Burggraf, Gudrun: Christian Gotthilf Salzmann im Vorfeld der Französischen Revolution. Germering bei München 1966; Salzmanns Nähe zum Orden ist verbrieft, doch konnte bislang nicht nachgewiesen werden, daß er echtes Mitglied der Verbindung war. Vgl. hierzu einen Brief Salzmanns an seinen Pflegesohn und späteren Nachfolger Johann Wilhelm Ausfeld, den er diesem während seiner Ausbildung zum Lehrer am Dessauer Philanthropin schrieb: "Wenn meine Gesellschaft die Freyheit, die ich ihr verschafft habe, behaupten will: so muß sie practisch seyn und die Kunst verstehen, durch ihre eigenen Kraft etwas zu wirken und zu substituiren." Christian Gotthilf Salzmann an Johann Wilhelm Ausfeld Schnepfenthal, 10. 1. 1794 in: Salzmannarchiv Schnepfenthal. Obwohl Salzmann die Nähe geheimer Gesellschaften gesucht hat, belegt dieses Dokument, daß es ihm ein Anliegen war, autark zu operieren.
  23. Die Autorin hat in ihrem Artikel darauf hingewiesen, daß ihr Dissertationsprojekt die Beziehungen Salzmanns zum Illuminatenorden und dessen pädagogischer Ausrichtung thematisiert. Diese in nächster Zeit zu erwartende Arbeit wird dazu beitragen, die oben angesprochene Forschungslücke zu schließen.
  24. Schaubs, Christine: "Die Illuminaten und ihre Bemühungen um eine Reform der Pädagogik im Zeitalter der deutschen Spätaufklärung. Dargestellt an der Quellenforschung zu Christian Gotthilf Salzmann." in: Tau Nr. 1 (1995), S. 46- 65, hier S. 49
  25. Agethen, Geheimbund, S. 200
  26. Kersting, Christa: Die Genese der Pädagogik im 18. Jahrhundert: Campes ´Allgemeine Revision´ im Kontext der neuzeitlichen Wissenschaft. Weinheim 1992
  27. Friedrich, Leonhard: "Ansätze zu empirischen Verfahren bei Pestalozzi." in: Zeitschrift für Pädagogik. 13 (1967) S. 356 - 362
  28. Schönebaum, Herbert: "Pestalozzi, die Illuminaten und Wien." in: Sitzungsberichte der preußischen Akademie der Wissenschaften. H. VI (1928), S. 86 - 106 Vgl. hierzu auch: Hubrig, Hans: Die patriotischen Gesellschaften des 18. Jahrhunderts. Weinheim (Bergstraße) 1957 besonders: "Pestalozzis ‚Sonntagsgesellschaft' in seinem Volksbuch ‚Lienhard und Gertrud' und seine Bemühungen um den Illuminaten-Orden", S. 102-09.
  29. Es ist sicherlich kein Zufall, daß die strenge Geheimhaltung, die den Ordensmitgliedern auferlegt wurde, gerade in diesem Jahrzehnt der Illuminatentätigkeit Pestalozzis dunkle Stellen aufweist.
  30. Unter Einbeziehung der Erkenntnisse der aktuellen Forschung hat Leonhard Friedrich in seiner Vorlesung auf diesen Umstand hingewiesen. Dort heißt es wie folgt: "Pestalozzis Kontakt zu den Illuminaten bringt einen neuen verstärkenden Impuls auf einem Erkenntnisweg, auf dem er sich ohnehin schon bewegte." Entnommen aus einem unveröffentlichten Manuskript zur Vorlesung "Die Pädagogik Johann Heinrich Pestalozzis" am 22. Mai 2001.
  31. Weishaupt, Johann Adam: Nachtrag zur Rechtfertigung meiner Absichten. Frankfurt und Leipzig [Nürnberg] 1787, S. 52
  32. Lessing, Gotthold Ephraim: Ernst und Falk. Gespräche für Freimaurer. Wolfenbüttel 1778 - 1780
  33. Vgl. hierzu die Ausführungen in: Haas, Rosemarie: Die Turmgesellschaft in ‚Wilhelm Meisters Lehrjahren': Zur Geschichte des Geheimbundromans und der Romantheorie im 18. Jahrhundert. Frankfurt a. M. 1975.
  34. Der Philanthropist und den Illuminaten nahe stehende Pädagoge Ernst Christian Trapp (Vgl. Schüttler, Mitglieder S. 155.) hatte beispielsweise im Jahre 1779 den ersten Lehrstuhl für Pädagogik in Deutschland inne. Die Universität Halle erwies sich hier als Vorreiter, mußte aber bereits nach einem Jahr erkennen, daß sich eine wissenschaftliche Pädagogik innerhalb des Fächerkanons noch nicht etablieren ließ.
  35. Humboldts Hauslehrer beispielsweise war der den Illuminaten nahestehende Johann Heinrich Campe, dessen Ideen prägend für seinen Schüler waren.
  36. Schindler, Norbert: "Der Geheimbund der Illuminaten - Aufklärung, Geheimnis und Politik." in: Helmut Reinalter: Freimaurer und Geheimbünde. Frankfurt a.M. 1983, S. 284 - 318; hier S. 284
  37. Stauffer, Vernon: New England and the Bavarian Illuminati. New York 1918, S. 185
  38. In dieser Hinsicht steht er in der Interpretationstradition eines der Begründer der Verschwörungsthese, des Abbé Augustin Barruel, auf dessen Werk: Mémoires pour servir a l´Histoire du Jacobinisme. London 1797 er sich zuweilen beruft.
  39. Lenning, C. [d. i. Hesse - Moßdorf]: Encyclopädie der Freimaurerei, nebst Nachrichten über die damit in wirklicher oder vorgeblicher Beziehung stehenden geheimen Verbindungen. 3 Bde., Leipzig 1822
  40. Beispiele für Publikationen dieser Autoren werden im folgenden aufgeführt.
  41. Vgl. z.B. Kloss, Georg: Annalen der Loge zur Einigkeit. Frankfurt a.M. 1842 oder auch ders.: Matrikel des Illuminatenordens. etc. Archiv des Groß-Ostens der Niederlande Den Haag. Klossiana 192 A 5.
  42. Klencke, Hermann: Aus einer alten Kiste. Originalbriefe, Handschriften und Documente aus dem Nachlasse eines bekannten Mannes. Leipzig 1853
  43. Vgl. hierzu: Bauer, Bruno: Freimaurer, Jesuiten und Illuminaten in ihrem geschichtlichen Zusammenhange. Berlin 1863; Hettner, Hermann: "Der Orden der Illuminaten." in: Westermann´s Illustrierte Deutsche Monatshefte. 15 (1863/ 64) S. 479 - 488; Kluckhohn, August: Vorträge und Aufsätze. hrsg. v. K. Heigel u. A. Wrede. München 1894; darin: "Die Illuminaten und die Aufklärung in Bayern unter Karl Theodor." S. 344 - 399.
  44. Vgl. hierzu: Lingg, Max: "Zur Geschichte des Illuminaten-Ordens". in: Historisch-politische Blätter für das katholische Deutschland. Bd. 103 München 1889, S. 926 -941; Wolfram, Ludwig: Die Illuminaten in Bayern und ihre Verfolgung. Programm des königlich humanistischen Gymnasiums in Erlangen für das Schuljahr 1899/ 1900. 2 Bde. Erlangen 1899 u. 1900; Du Moulin Eckart, Richard Graf: "Aus den Papieren eines Illuminaten." Forschungen zur Litteratur- und Kulturgeschichte Bayerns. 3 (1895) S. 186 - 239.
  45. Das Wort. Monatsschrift für die allseitige Erkenntnis Gottes und seines Waltens in Natur und Menschen. Organ des Illuminatenordens." 1893 - 1914
  46. "Materialien zur Beförderung der Welt- und Menschenkunde. Eine Zeitschrift in zwanglosen Heften." Gotha 1809 - 1810 bzw. "Materialien zur Beförderung der Welt- und Menschenkunde. Zeitschrift für Aufklärung und soziale und ethische Fragen." Berlin 1909 - 1910. Weishaupts Versuch war über einen Zeitraum von einem Jahr nicht hinausgekommen. Auch bei Engels Zeitschrift war die Lebensdauer recht kurz bemessen. Es existieren ebenfalls zwei Jahrgänge.
  47. Engel, Leopold: Geschichte des Illuminaten-Ordens. Ein Beitrag zur Geschichte Bayerns. Berlin 1906
  48. Grabe, Reinhold Th.: Das Geheimnis des Adolph Freiherrn von Knigge. Die Wege eines Menschenkenners. Hamburg u. Leipzig 1936
  49. Vgl. Anm. 4.
  50. van Dülmen, Richard: Der Geheimbund der Illuminaten. Darstellung, Analyse, Dokumentation. Stuttgart u. Bad Cannstatt 1975
  51. Vgl. hierzu z.B.: Ludz, Peter Christian (Hg.): Geheime Gesellschaften. Heidelberg 1979; Agethen, Geheimbund; Hammermayer, Ludwig: "Zur Geschichte der europäischen Freimaurerei und der Geheimgesellschaften im 18. Jahrhundert. Genese - Historiographie - Forschungsprobleme." in: Beförderer der Aufklärung in Mittel- und Osteuropa. Freimaurer, Gesellschaften, Clubs. hrsg. v. E. H. Balázs u.a. Berlin 1979, S. 9 -68; Reinalter, Helmut (Hg.): Freimaurer und Geheimbünde im 18. Jahrhundert in Mitteleuropa. Frankfurt a.M. 1983; Schüttler, Mitglieder und auch ders.: "Karl Leonhard Reinhold und die Illuminaten im Vorfeld der französischen Revolution". in: Deutscher Idealismus und Französische Revolution = Schriften aus dem Karl-Marx-Haus in Trier 37 (1988), S. 49 -75.
  52. Als Schwedenkiste - im folgenden SK - werden die nachgelassenen Papiere Johann Joachim Christoph Bodes {Aemilius} bezeichnet, der nach 1785 die Ordensgeschäfte hauptsächlich in der Provinz Sachsen {Ionien} bis zu seinem Tode im Jahre 1793 führte. Danach gingen die Dokumente in den Besitz Herzog Ernst II von Sachsen-Gotha-Altenburg {Timoleon} über. Nach dessen Ableben wurden sie im Jahre 1804 der schwedischen Großloge in Stockholm überstellt, aus deren Besitz sie 1884 nach Gotha zurückkehrten. Nach ihrer Rückkunft aus Moskau, wo sie im Zuge der sowjetischen Besatzungszeit bis in die fünfziger Jahre lagerten und der Aufbewahrung im Staatsarchiv Merseburg befinden sich die Papiere gegenwärtig im geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin-Dahlem. Die Dokumente sind unter folgendem Siglum archiviert: Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin-Dahlem, Freimaurer 5.2. G 39 JL Ernst zum Kompaß Nr. 100 - 119. In den weiteren Ausführungen wird die verkürzte Signatur verwendet. Siehe hierzu auch: Endler, Renate: "Zum Schicksal der Papiere von Johann Joachim Christoph Bode". in: QCJb 27 (1990), S. 9 -35.
  53. Bode, Johann Joachim Christoph: Journal einer Reise von Weimar nach Frankreich. Im Jahr 1787. hrsg. v. Hermann Schüttler, München 1994, S. 91
  54. Vgl. hierzu Monika Neugebauer-Wölk: Reichsjustiz und Aufklärung. Das Reichskammergericht im Netzwerk der Illuminaten. Wetzlar 1983. Was die Karlsschule und ihre Beziehungen zum Illuminatenorden betrifft, muß an dieser Stelle konstatiert werden, daß eine einschlägige Arbeit hierzu noch fehlt.
  55. Vgl. hierzu: Stiller, Karl Christoph: Deutsche Bücherkunde der Freimaurerei und der damit in wirklicher oder vorgeblicher Beziehung stehenden Geheimen Verbindungen, Orden und Sekten. Rostock und Schwerin 1830.
  56. anon.: System und Folgen des Illuminatenordens aus den Originalschriften derselben. München 1787
  57. [von Grolman, Ludwig Adolph Christian]: Fragmente zur Biographie des verstorbenen Geheimen Rates Bode in Weimar. Mit zuverlässigen Urkunden. Rom 1797
  58. Vgl. hierzu: Reichard, Heinrich August Ottokar: Seine Selbstbiographie. hrsg. v. H. Uhde. Stuttgart 1877;
  59. Nachtrag von weitern Originalschriften, welche die Illuminatensekte, sonderbar aber den Stifter derselben Adam Weishaupt, gewesenen Professor zu Ingolstadt betreffen, und bey der auf dem Baron Bassusischen Schloß zu Sandersdorf, einem bekannten Illuminaten-Neste, vorgenommenen Visitation entdeckt, sofort auf Churfürstlich höchsten Befehl gedruckt, die zum geheimen Archiv genommen worden sind, um solche jedermann auf Verlangen zur Einsicht vorlegen zu lassen. München 1787- im folgenden NOS -
  60. Andreasen, Øjvind: Aus den Tagebüchern Friedrich Münters. Wander- und Lehrjahre eines dänischen Gelehrten. 3 Bde. Kopenhagen und Leipzig 1944
  61. Vgl. hierzu: Dülmen, Illuminaten; Rachold, Jan: Die Illuminaten. Quellen und Texte zur Aufklärungsideologie des Illuminatenordens. (1776 - 1785). Berlin 1984; Bode, Journal; Knigge, Adolph Freiherr von: Freimaurer- und Illuminatenschriften (Sämtliche Werke, hrsg. v. P. Raabe, Bde. 12 u. 13) München u. London 1993.
  62. "Gothaische gelehrte Zeitungen." Gotha 1774 - 1804 (im folgenden: GGZ); "Deutsche Zeitung für die Jugend und ihre Freunde oder moralische Schilderung der Menschen, Sitten und Stände unserer Zeit." Gotha 1784 - 1787; "Der Illuminat. Eine Monatsschrift." Frankfurt a.M. 1788
  63. Vgl. hierzu Wolfstieg, August: Bibliographie der freimaurerischen Literatur. 3 Bde. Leipzig 1911 -13; Bd. 4 (besorgt v. Bernhard Beyer), Leipzig 1925; Endler, Renate; Schwarze-Neuß, Elisabeth: Die Freimaurerbestände im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz. 2. Bde Frankfurt a.M. u. Berlin 1994. Die beiden Autorinnen waren als Archivarinnen des Staatsarchivs Merseburg für die dort lagernden Bestände verantwortlich.
  64. Vgl. hierzu: Reinalter, Helmut: Bibliographie zur Geschichte der demokratischen Bewegungen in Mitteleuropa 1770 - 1850. Frankfurt a.M. u. Berlin 1990.
  65. Siehe hierzu: Reinhard Markner u. Hermann Schüttler: Bibliographie zum Illuminatenorden 1776 - 1787/ 93. unter: http://www.izea.uni-halle.de/Page110.html.
  66. Vgl. hierzu: Schüttler, Mitglieder.
  67. Vgl. hierzu: Weis, Eberhard: "Der Illuminatenorden (1776 - 1786) unter besonderer Berücksichtigung der Fragen seiner sozialen Zusammensetzung, seiner politischen Ziele und seiner Fortsetzung nach 1786." in: Bayerische Akademie der Wissenschaftten, Philosophisch-Historische Klasse, Sitzungsberichte Heft 4 (1987).
  68. Siehe Schüttler, Mitglieder, S. 9.
  69. Einen wichtigen Beitrag zur Erschließung des nord- und mitteldeutschen Raumes leistet folgender Artikel: Schüttler, Hermann: "Die Arbeiten des Illuminatenordens im norddeutschen Raum vor und nach den Edikten von 1784/ 85." in: Reinalter, Helmut (Hg.): Der Illuminatenorden. Ein politischer Geheimbund der Aufklärungszeit. Frankfurt a.M. et al. 1997, S. 169 - 192
  70. Vgl. hierzu: Hammermayer, Ludwig: "Illuminaten in Bayern. Zu Geschichte, Fortwirken und Legende des Bundes." in: H. Glaser (Hg.): Krone und Verfassung. König Max I. Joseph und der neue Staat. München 1980, S. 146 - 173; oder auch ders.: "Der Geheimbund der Illuminaten und Regensburg" in: Verhandlungen des historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg. 110 (1970) S. 61 - 92.
  71. Vgl. hierzu: Dotzauer, Winfried: "Bonner aufgeklärte Gesellschaften und geheime Sozietäten bis zum Jahr 1815 etc." in: Bonner Geschichtsblätter 24 (1971) S. 78ff. Für weitere Angaben siehe Literaturverzeichnis.
  72. Vgl. hierzu: Braubach, Max: "Neue Funde und Beiträge zur Kulturgeschichte Kurkölns im ausgehenden 18. Jahrhundert: Bonner Illuminaten." in: Annalen des historischen Vereins für den Niederrhein. 172 (1970), S. 155ff; Grab, Walter: Leben und Werke norddeutscher Jakobiner. Stuttgart 1973; Kreutz, Wilhelm: "Die Illuminaten des rheinisch-pfälzischen Raums und anderer außerbayerischer Territorien. Eine ‚wiederentdeckte' Quelle zur Ausbreitung des radikal aufklärerischen Geheimordens in den Jahren 1781 und 1782" in: H. Reinalter (Hg.): Der Illuminaten-Orden (1776-1785/87). Ein politischer Geheimbund der Aufklärungszeit. Frankfurt a. M. [1997], S. 79-124; te Lindert, Wilgert: Aufklärung und Heilserwartung. Philosophische und religiöse Ideen Wiener Freimaurer. Frankfurt a.M. 1998.
  73. Vgl. hierzu: Becker, Alfred: Christian Gottlob Neefe und die Bonner Illuminaten. Bonn 1969.
  74. Vgl. hierzu: Fuchs, Gerhard: Karl Leonhard Reinhold - Illuminat und Philosoph. Frankfurt a.M., 1994; Kundler, Joachim: Prinz August von Sachsen-Gotha-Altenburg, ein "Aussteiger" aus seiner Klasse. Berlin 1989.
  75. Vgl. hierzu: Weis, Montgelas; Reinalter, Helmut (Hg.): Joseph von Sonnenfels. Wien 1980; Hofer, Paul: Ignaz von Born. Leben - Leistung - Wirkung. Wien 1955.
  76. beispielsweise Fenner, Wolfgang: "Auswege und Irrwege - Adolph Freiherr von Knigge vor seinem Eintritt in den Illuminatenorden." in: QCJb 29 (1992), S. 139 - 150; Hartmann, Joseph: "Professor Adam Weishaupt zu Ingolstadt und sein Illuminatismus." in: Altbayerische Monatsschrift 2 (1900) S. 81 - 92
  77. Vgl. hierzu: Vierhaus, Rudolph: "Politisches Bewußtsein in Deutschland vor 1789" in: Der Staat 6 (1967), S. 173ff.
  78. Vgl. hierzu: Hofter, Wolfgang: Das System des Illuminatenordens und seine soziologische Bedeutung. Heidelberg 1956; Weis, Eberhard: "Der Illuminatenorden (1776-1786). Unter besonderer Berücksichtigung der Fragen seiner sozialen Zusammensetzung, seiner politischen Ziele und seiner Fortsetzung nach 1786." in: H. Reinalter (Hg.): Aufklärung und Geheimgesellschaften. Zur politischen Funktion und Sozialstruktur der Freimaurerlogen im 18. Jahrhundert. München 1989, S. 87-108; Fischer, Aufklärung und ihr Gegenteil.
  79. Vgl. hierzu u.a.: Neugebauer-Wölk, Monika, Aufklärung und Esoterik sowie weitere Titel im Literaturverzeichnis.
  80. Vgl. hierzu Schüttlers diesfällige Anmerkungen in seinem Vorwort zu Bodes Journal.
  81. Vgl. hierzu: Agethen, Manfred: "Mittelalterlicher Sektentypus und Illuminatenideologie. Ein Versuch zur geistesgeschichtlich-soziologischen Einordnung des Illuminatenbundes." in: Christian Peter Ludz (Hg.): Geheime Gesellschaften. Heidelberg 1979.
  82. Vgl. hierzu: Koselleck, Reinhart: "Adam Weishaupt und die Anfänge der bürgerlichen Geschichtsphilosophie." in: Tijdschrift voor de studie van de verlichting 4 (1976) S. 317 - 327; Reinalter, Helmut: "Das Weltall als Wirkung einer ‚höchsten Ursache'. Zur Geschichtsphilosophie und Struktur des Illuminatenordens." in: W. M. Bauer et al. (Hgg.): Tradition und Entwicklung. Festschrift Eugen Thurnher zum 60. Geburtstag. Innsbruck 1982, S. 291-308 auch in: Tau 2 (1983), S. 9ff; Schüttler, Hermann: "Zur Geschichtsphilosophie des Illuminatenordens." in: Annalen der Internationalen Gesellschaft für dialektische Philosophie. 6 (1989), S. 258-266; Mulsow, Martin: "Vernünftige Metempsychosis." in: Monika Neugebauer-Wölk (Hg.): Aufklärung und Esoterik, S. 211-273; Rachold, Jan: Die aufklärerische Vernunft im Spannungsfeld zwischen rationalistisch-metaphysischer und politisch-sozialer Deutung. Frankfurt a.M. et al. 1999.
  83. Mulsow, Martin: "'Steige also, wenn du kannst, höher und höher zu uns herauf': Adam Weishaupt als Philosoph." in: Müller-Seidel, Walter (Hg.): Die Weimarer Klassik und ihre Geheimbünde. Würzburg 2002, S. 27 - 66
  84. Vgl. hierzu: Graßl, Hans: "Hölderlin und die Illuminaten" in: Sprache und Bekenntnis - Hermann Kunisch zum 70. Geburtstag. Berlin 1972, S. 137-160; Schings, Hans-Jürgen: Die Brüder des Marquis Posa. Schiller und der Geheimbund der Illuminaten. Tübingen 1996.
  85. Vgl. hierzu: Hippchen, Christoph: Zwischen Verschwörung und Verbot. Der Illuminatenorden im Spiegel der zeitgenössischen Publizistik. Weimar 1998.
  86. Vgl. hierzu: Reinalter, Helmut (Hg.): Freimaurer und Geheimbünde im 18. Jahrhundert in Mitteleuropa. Frankfurt a.M., 1983 sowie Rachold, Aufklärerische Vernunft und Hammermayer, Ludwig: "Fachgelehrte und Dilettanten. Anfänge und Etappen moderner Illumuinatenforschung (ca. 1897 - 1968/ 70)." in: Bayern vom Stamm zum Staat. Festschrift für Andreas Kraus zum 80. Geburtstag. hrsg. v. K. Ackermann, A. Schmid u. W. Volkert. Bd. 2, München 2002, S. 395-430.
  87. Rez.: Bois, Pierre-André: Reinalter, Helmut (Hg.): Der Illuminatenorden (1776 - 1785/ 87). Frankfurt a.M. et al. 1997. in : Zeitschrift für Internationale Freimaurerforschung. 2 (2000), S. 120 - 123; hier S. 123
  88. Schüttler, "Illuminatenorden im norddeutschen Raum", S. 171
  89. ebd.
  90. Vgl. Schüttler, Mitglieder, S. 7.
  91. Es handelt sich hierbei um folgende Publikation: Weishaupt, Johann Adam: Über das Besteuerungs-System. Gotha 1820.
  92. Vgl. Reinalter, "Weishaupts Geschichtsphilosophie", S. 291.
  93. Bestätigt wird diese Aussage durch Weishaupt selbst, der am 6. 6.1785 an Bode folgendes schreibt: "aber ich habe ihre ordensanstalten in Syracus {Gotha} gesehen, ihre accuratesse und ordnung, mit der sie zu werk gehen, und ich habe mich in der sache gefreut, und gewunschen, lauter solche provinzobere zu finden." Vgl. hierzu SK VII Dok. 259.