Ausstellung

Eine Ausstellung der Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt.

30. April bis 09. Juli 2017

Forschungsbibliothek Gotha, Spiegelsaal
Schloss Friedenstein
99867 Gotha

Öffnungszeiten:
dienstags bis sonntags sowie feiertags, jeweils von 10 bis 17 Uhr

Ausstellungseröffnung:
29. April 2017

Die Ausstellung wird von einer Vortragsreihe begleitet. Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog mit zahlreichen Beiträgen.

Mit der Reformation im 16. und 17. Jahrhundert entstand eine von zunehmender Vielfalt geprägte religiöse Gesellschaft in Deutschland. Auch auf dem Gebiet des heutigen Thüringen lebten Anhänger verschiedener Konfessionen, Religionen und Glaubensrichtungen – mitunter in enger Nachbarschaft. Neben dem vorherrschenden Luthertum war der Katholizismus mit seinen Enklaven im Eichsfeld, im westlichen Thüringen rund um Geisa sowie in der bikonfessionellen Stadt Erfurt sehr präsent. In Schmalkalden und anderswo gewannen die Reformierten im 17. Jahrhundert vereinzelt an Zulauf. Im frühen 18. Jahrhundert siedelten sich die Hugenotten in Hildburghausen an. An verschiedenen Orten entstanden kleine jüdische Gemeinden, besonders in Schmalkalden, Nordhausen und Mühlhausen. Auch innerhalb des Luthertums begann ein Prozess der Ausdifferenzierung. Bewegungen wie der Pietismus oder die Herrnhuter Brüdergemeine pflegten besondere Formen der Frömmigkeit.

Diese Pluralität war neu. Der Umgang mit ihr musste erst erlernt werden. Die Ausstellung der Forschungsbibliothek Gotha zeigt, welche Konflikte es gab und wie um Lösungen für ein friedliches Mit- und Nebeneinander gerungen wurde. Flugschriften und Einblattdrucke führen uns vor, wie heftig sich die verschiedenen Parteien befehdeten. Wir begegnen Zeugnissen, die uns von individuellen Glaubensübertritten berichten, und Schriften, die die Frage nach der Toleranz stellen. Gemälde und Gegenstände aus der religiösen Praxis zeichnen ein lebendiges Bild einer Zeit, die uns nur auf dem ersten Blick fremd erscheint. Sichtbar wird eine Gesellschaft in Bewegung, die auch in den lutherischen Kernländern vielfältiger war, als oft angenommen wird.

Die Ausstellung findet im Rahmen der Reformationsdekade und mit großzügiger Unterstützung der Thüringer Staatskanzlei statt. Sie wurde im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts „Ausbau der Forschungsbibliothek Gotha zu einer Forschungs- und Studienstätte für die Kulturgeschichte des Protestantismus in der Frühen Neuzeit“ vorbereitet.

Kurator:
Dr. Sascha Salatowsky
Studienstätte Protestantismus
Forschungsbibliothek Gotha
Schloss Friedenstein
D-99867 Gotha

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Zur Ausstellung erscheint ein reich bebildeter Katalog:

„Im Kampf um die Seelen“ – Glauben im Thüringen der Frühen Neuzeit, herausgegeben von Dr. Sascha Salatowsky.

350 Seiten, ca. 160 Abbildungen, davon viele großformatig
23 x 29 cm, Festeinband mit Fadenheftung
ISBN: 3-910027-37-4

Bestellen Sie den Katalog im Buchhandel oder unter bibliothek.gotha@uni-erfurt.de


Virtueller Rundgang durch die Ausstellung

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