Alles auf einen Blick — Daten aus 2024/2025
HEATCOM: Eine Zusammenstellung der wichtigsten Ergebnisse zu den Themen Verhaltensbarrieren und Informationsquellen finden Sie hier:
Verhaltensbarrieren
Informationsquellen
Methodisches Vorgehen
Das Projekt kombiniert zwei sich ergänzende methodische Ansätze: eine querschnittliche Bevölkerungsstudie und ein längsschnittliches Experience Sampling. Zwischen 2024 und 2026 werden in mehreren Online-Befragungen Wissen, Wahrnehmungen, Einstellungen und Verhaltensweisen im Umgang mit Hitze in der Allgemeinbevölkerung sowie in besonders gefährdeten Gruppen erhoben. Ergänzend dazu beleuchtet das Experience Sampling das individuelle Erleben und Verhalten verschiedener Zielgruppen während Hitzeperioden über jeweils ein Sommerhalbjahr hinweg.
Zentrale Handlungsempfehlungen
- Alltagsnahe Platzierung von Informationen zu Hitzeschutz
Hitzeschutzinformationen sollten niedrigschwellig, sichtbar und beiläufig wahrnehmbar sein – z. B. über TV, Apps, Social Media und persönliche Kontakte.
- Zielgruppenspezifisch kommunizieren
Informationskanäle müssen auf die Zielgruppe abgestimmt sein: Junge Erwachsene erreicht man über digitale Formate, Ältere vor allem über klassische Medien. Risikogruppen sind grundsätzlich empfänglicher – hier lohnt sich gezielte Ansprache.
- Vertrauenswürdige Akteur*innen nutzen
Kampagnen sollten bevorzugt über Ärzt*innen, Familie, Freund*innen und Wissenschaftler*innen laufen. Politik erhält geringe Vertrauenswerte – lokale Verwaltung kann hier Brückenfunktion übernehmen.
- Mehr Fokus auf Schutzverhalten
Informationen zu gesundheitlichen Folgen kommen an – konkrete Verhaltenstipps bleiben aber unterrepräsentiert. Klare Handlungsanweisungen (z. B. über Push-Nachrichten oder TV-Einblendungen) sind essenziell.
- Multiplikatoren befähigen
Fachpersonen und Beratungsstellen erreichen viele, vermitteln aber selten Schutzverhalten. Sie sollten gezielt gebrieft und mit vorformulierten Botschaften unterstützt werden.
- "Nicht notwendig" ≠ nicht wichtig
Maßnahmen wie Sonnenhut, Medikamentenprüfung oder Ventilatornutzung werden oft als unnötig wahrgenommen – hier braucht es gezielte Aufklärung über ihre konkrete Schutzwirkung.
- Wirkung vermitteln
Skepsis gegenüber der Effektivität mancher Verhaltensweisen hemmt die Umsetzung. Kampagnen sollten konkrete Nutzenversprechen kommunizieren, z. B. durch einfache Visuals oder Erfahrungsberichte.
- Erinnerung statt Ermahnung
"Vergessen" ist eine reale Barriere – niedrigschwellige Erinnerungssysteme (z. B. Push-Nachrichten, Kalenderhinweise, visuelle Reminder in Apotheken oder ÖPNV) könnten Abhilfe schaffen.
- Salienz erhöhen, Normen nutzen
Soziale Normen sind kein Hindernis, aber ein Hebel: Wer sieht, dass andere handeln, handelt mit höherer Wahrscheinlichkeit selbst. Verhaltensinterventionen, die soziale Erwünschtheit und Sichtbarkeit erzeugen, können die Umsetzung steigern.
- Verhaltenswirksame Interventionen
Schon kleine, sichtbare Interventionen können schützendes Verhalten bei Hitze deutlich fördern – einfach, effektiv und kostengünstig (vgl. Trinkbrunnenstudie, siehe Anhang).
Das Team der Gesundheitskommunikation und das Institute for Planetary Health Behaviour an der Universität Erfurt setzen sich für ein #weltoffenesthüringen ein.