1 Risikowahrnehmung im Altersvergleich

Seit Beginn der Pandemie schätzen jüngere Leute unter 30 die Anfälligkeit für eine Infektion und den Schweregrad einer Erkrankung als niedriger ein als über 30-Jährige. Dies ist durchgängig so – die Linien verlaufen relativ parallel. Während die Infektionswahrscheinlichkeit bei den Jüngeren fast durchgehend etwas höher ausfällt, hat sich ihre affektive Risikobewertung besonders im Juli signifikant verringert. Sie ist aber bei steigenden Fallzahlen im August wieder angestiegen und gerade ähnlich hoch wie bei den über 30-Jährigen.

Man kann daher zumindest bezogen auf die Risikowahrnehmung nicht von einem „neuen Phänomen“ der Sorglosigkeit der unter 30-Jährigen reden. Wenn bestimmte Verhaltensweisen nicht mehr reguliert sind, also z.B. Feiern wieder erlaubt ist, wird durch die geringere Risikowahrnehmung mehr derartiges Verhalten bei der jüngeren Altersgruppe wahrscheinlich.

2 Verhalten

Bei freiwilligen Einschränkungen (Feiern vermeiden, öffentliche Orte meiden) führt (vermutlich) die geringere Risikowahrnehmung der Jüngeren zu riskanterem Verhalten. Nach den Lockerungen am 06.05.20 kam es zu schnelleren und deutlicheren Verhaltensveränderungen als in der älteren Gruppe.