Seit Anfang Mai 2020 wurden die Impfbereitschaft und Zustimmung zu einer Impfpflicht sowie die „5C“, ein validiertes Maß zur Erfassung der Impfmüdigkeit, bezogen auf eine hypothetische Impfung gegen COVID-19 erfasst. In der Auswertung der Impfbereitschaft werden seit 23.02.2021 bereits geimpfte Personen (in der aktuellen Welle N = 886 bzw. 89.9%) nicht mehr berücksichtigt.

::: {.notification .is-warning .is-light} Bitte beachten: Generell ist der Anteil der mindestens einmal Geimpften in der COSMO Stichprobe höher als im Impfquoten-Monitoring berichtet (z.B. 75-82% in COSMO und 62-66% Erst-Impfquote (Our World in Data) zwischen Juli und September). Dies legt nahe, dass die Stichprobe in der COSMO Studie dem Impfen positiver gegenübersteht als die Allgemeinbevölkerung, was daher möglicherweise den Anteil der Impf-Unwilligen unterschätzt und die erreichbare Impfquote überschätzt. Auch werden hier nur Erwachsene im Alter zwischen 18 und 74 befragt und auf diese Gruppe die Impfquote umgerechnet. :::

1 Impfstatus und Impfbereitschaft

Ungeimpfte können nach ihrer Impfabsicht den Kategorien Verweigerer, Zögerliche, Unsichere und Bereite zugeteilt werden. Aus der unteren Abbildung sieht man, dass die Anteile der Verweigerer und Zögerlichen über die Zeit relativ konstant bleibt. Der Anteil der Bereiten und Unsicheren sinkt, während der Anteil der Geimpften steigt. Damit setzt sich der Großteil der Geimpften aus urspünglich Bereiten und Unischeren zusammen.

1.1 Effektiv erreichbare Impfquote (18-74 Jahre)

In der letzten Erhebung lag der Anteil geimpfter Personen bei 89%. Rechnet man noch diejenigen dazu, die prinzipiell impfbereit sind, sich aber noch nicht haben impfen lassen (Impfbereitschaft >4 auf einer Skala von 1 bis 7), so erhält man eine zu erwartende Impfquote von zuletzt 90%.

1.2 Demografische Unterschiede zwischen Geimpften und Ungeimpften

Geimpfte und Ungeimpfte wurden hinsichtlich demografischer Merkmale verglichen. In der aktuellen Welle finden sich Unterschiede in Schulbildung, Geschlecht und chronischer Krankheit.

Hinweis: Die Regressionen beziehen sich ausschließlich auf die aktuelle Welle.

Variablen im Modell: Alter, Geschlecht, Bildung, Arbeit im Gesundheitssektor, chronische Erkrankung, Gemeindegröße.

Interpretation: Dargestellt sind die Ergebnisse binär-logistischer Regressionsanalysen. CI sind die 95% Konfidenzintervalle der Koeffizienten. Fettgedruckte Einflussfaktoren sind signifikant und haben einen statistisch bedeutsamen Einfluss. Odds Ratios über 1: Höhere Werte auf diesem Einflussfaktor hängen eher damit zusammen, dass eine Person geimpft ist. Odds Ratios unter 1: Kleinere Werte auf diesem Einflussfaktor hängen eher damit zusammen, dass eine Person nicht geimpft ist.

  Geimpft
Variablen Odds Ratios CI p
Alter 1.01 1.00 – 1.03 0.064
Geschlecht: weiblich 1.28 0.82 – 1.99 0.277
Schulbildung: 10+ Jahre
(ohne Abitur) vs. 9 Jahre
1.18 0.56 – 2.49 0.658
Schulbildung: Abitur vs.
9 Jahre
1.57 0.75 – 3.29 0.230
Chronisch krank (vs.
nicht chronisch krank)
1.22 0.75 – 1.99 0.425
Mittelstadt vs.
Kleinstadt
1.60 0.91 – 2.83 0.102
Großstadt vs. Kleinstadt 1.39 0.85 – 2.28 0.187
Wohnort in
Westdeutschland
2.55 1.55 – 4.19 <0.001
Beruf im
Gesundheitssektor
1.12 0.52 – 2.42 0.769
Keine selbstständige
Tätigkeit
3.56 1.89 – 6.69 <0.001
Migrationshintergrund 0.80 0.43 – 1.48 0.472
Keine Kinder unter 18
Jahren
1.56 0.98 – 2.49 0.062
Observations 976
Cox & Snell’s R2 / Nagelkerke’s R2 0.040 / 0.084

2 Gründe des (Nicht-)Impfens

2.1 Überblick

Die Gründe sich (nicht) gegen das Coronavirus impfen zu lassen wurden mithilfe der 5C-Kurzskala (Betsch et al., 2019) erfasst. Die 5C umfassen folgende Aspekte:

  • Confidence (Vertrauen) beschreibt das Ausmaß an Vertrauen in die Effektivität und Sicherheit von Impfungen, das Gesundheitssystem und die Motive der Entscheidungsträger (Ich habe vollstes Vertrauen, dass die Impfungen gegen COVID-19 sicher sein werden.).

  • Complacency (Risikowahrnehmung) beschreibt die Wahrnehmung von Krankheitsrisiken und ob Impfungen als notwendig angesehen werden (Impfungen gegen COVID-19 werden überflüssig sein, da COVID-19 keine große Bedrohung darstellt.).

  • Constraints (Erleben von Barrieren) beschreibt das Ausmaß wahrgenommener struktureller Hürden wie Stress, Zeitnot oder Aufwand (Alltagsstress wird mich davon abhalten, mich gegen COVID-19 impfen zu lassen.).

  • Calculation (Abwägung von Vor- und Nachteilen) erfasst das Ausmaß aktiver Informationssuche und bewusster Evaluation von Nutzen und Risiken von Impfungen (Wenn ich darüber nachdenken werde, mich gegen COVID-19 impfen zu lassen, werde ich sorgfältig Nutzen und Risiken abwägen, um die bestmögliche Entscheidung zu treffen.).

  • Collective Responsibility (Verantwortungsgefühl für die Gemeinschaft) beschreibt das Ausmaß prosozialer Motivation, durch die eigene Impfung zur Reduzierung der Krankheitsübertragung beizutragen und damit andere indirekt zu schützen, z. B. kleine Kinder oder Kranke (Wenn alle gegen COVID-19 geimpft sind, brauche ich mich nicht auch noch impfen lassen.; umgekehrt abgefragt).

Die 5 Gründe werden auf einer 7-stufigen Skala von 1 (stimme überhaupt nicht zu) bis 7 (stimme voll und ganz zu) erfasst.

2.2 Entwicklung im Zeitverlauf

Bezogen auf alle Teilnehmenden haben das Vertrauen in die Sicherheit von Impfungen (Confidence) und das Verantwortungegefühl gegenüber der Gemeinschaft (Collective responsibility) seit dem Jahreswechsel zugenommen, das Bedürfnis zur Abwägung von Informationen (Calculation) geht leicht zurück ist aber relativ stark ausgeprägt.

2.3 Unterschiede zwischen Geimpften und Ungeimpften

In einer multinomialen Regression wurden Ungeimpfte mit niedriger (Antwort 1 auf der Impfbereitschaftsskala von 1 bis 7), mittlerer (Antworten 2 bis 4) und hoher Impfbereitschaft (Antworten 5 bis 7) mit bereits Geimpften hinsichtlich der 5C verglichen. Die Analyse beschränkte sich auf die aktuelle Erhebungswelle.

Zur Interpretation der Abbildung: Überlappt ein Konfidenzintervall für z.B. Confidence die gestrichelte Linie, so bedeutet dies, dass die entsprechende Gruppe der Ungeimpften nicht signifikant mehr oder weniger Vertrauen in die Sicherheit der Impfungen hat als die Gruppe der bereits Geimpften. Zwischen den ungeimpften Gruppen können zudem signifikante Unterschiede anhand sich nicht überlappender Konfidenzintervalle abgelesen werden.

2.4 Demografische Faktoren

Im Folgenden ist dargestellt, welche demografischen Faktoren mit welchen Gründen für das (Nicht-)impfen bei Ungeimpften zusammenhängen.

Hinweis: Die Regressionen beziehen sich ausschließlich auf die aktuelle Welle. Bereits geimpfte Personen wurden von der Analyse ausgeschlossen. Collective responsibility wurde vor der Berechnung invertiert (höhere Werte stehen dann für mehr Interesse am Gemeinschaftsschutz).

Variablen im Modell: Alter, Geschlecht, Bildung, Arbeit im Gesundheitssektor, chronische Erkrankung, Gemeindegröße.

Interpretation: Dargestellt sind die Ergebnisse einer linearen schrittweisen Regressionsanalyse (bestes statistisches Modell). CI sind die 95% Konfidenzintervalle der Koeffizienten (betas). Wenn diese Null einschließen, hat die entsprechende Variable keinen statistisch bedeutsamen Einfluss. Fettgedruckte Einflussfaktoren sind signifikant und haben einen statistisch bedeutsamen Einfluss. Das heißt für Werte mit positivem Vorzeichen: höhere Werte auf diesem Einflussfaktor führen zu mehr Bedeutung des jeweiligen Grundes für das Impfen. Das heißt für negative Werte: kleinere Werte auf diesem Einflussfaktor führen zu weniger Impfbereitschaft.

  Impfbereitschaft Confidence Complacency Constraints Calculation Collective responsibility
Variablen std. Beta standardized CI p std. Beta standardized CI p std. Beta standardized CI p std. Beta standardized CI p std. Beta standardized CI p std. Beta standardized CI p
Alter 0.10 -0.12 – 0.33 0.360 -0.02 -0.24 – 0.20 0.879 -0.03 -0.26 – 0.20 0.799 -0.19 -0.42 – 0.03 0.096 0.12 -0.09 – 0.33 0.283 0.00 -0.22 – 0.23 0.968
Geschlecht: weiblich -0.14 -0.36 – 0.09 0.232 0.03 -0.19 – 0.26 0.762 -0.17 -0.40 – 0.06 0.152 -0.13 -0.36 – 0.09 0.250 -0.09 -0.30 – 0.13 0.424 0.06 -0.17 – 0.29 0.604
Schulbildung: 10+ Jahre
(ohne Abitur) vs. 9 Jahre
-0.24 -0.59 – 0.10 0.173 -0.08 -0.43 – 0.27 0.656 0.21 -0.14 – 0.57 0.239 0.27 -0.08 – 0.62 0.137 0.07 -0.26 – 0.40 0.684 -0.16 -0.52 – 0.20 0.386
Schulbildung: Abitur vs.
9 Jahre
-0.34 -0.70 – 0.01 0.060 -0.32 -0.67 – 0.03 0.081 0.09 -0.27 – 0.45 0.634 0.15 -0.21 – 0.50 0.417 0.05 -0.28 – 0.39 0.753 -0.05 -0.42 – 0.31 0.781
Chronisch krank (vs.
nicht chronisch krank)
-0.13 -0.34 – 0.08 0.222 -0.12 -0.33 – 0.09 0.270 -0.05 -0.27 – 0.16 0.640 0.09 -0.13 – 0.30 0.434 0.31 0.11 – 0.51 0.003 0.09 -0.13 – 0.31 0.437
Mittelstadt vs.
Kleinstadt
-0.11 -0.33 – 0.11 0.325 0.02 -0.20 – 0.23 0.893 0.00 -0.22 – 0.23 0.973 -0.20 -0.43 – 0.02 0.079 -0.11 -0.32 – 0.09 0.287 0.13 -0.10 – 0.36 0.277
Großstadt vs. Kleinstadt 0.05 -0.17 – 0.26 0.667 0.19 -0.02 – 0.41 0.080 -0.08 -0.30 – 0.14 0.484 0.12 -0.10 – 0.33 0.296 -0.13 -0.33 – 0.08 0.221 -0.01 -0.24 – 0.21 0.895
Wohnort in
Westdeutschland
-0.04 -0.24 – 0.17 0.736 -0.00 -0.21 – 0.20 0.988 0.03 -0.18 – 0.24 0.777 -0.04 -0.25 – 0.17 0.684 0.06 -0.14 – 0.25 0.556 0.07 -0.15 – 0.28 0.539
Beruf im
Gesundheitssektor
0.13 -0.09 – 0.35 0.245 0.02 -0.20 – 0.23 0.891 -0.07 -0.29 – 0.15 0.530 -0.00 -0.22 – 0.22 0.967 0.08 -0.13 – 0.29 0.451 0.08 -0.15 – 0.30 0.511
Selbstständig tätig 0.07 -0.15 – 0.29 0.549 0.07 -0.15 – 0.29 0.522 -0.11 -0.33 – 0.11 0.342 0.04 -0.18 – 0.26 0.729 -0.02 -0.23 – 0.19 0.863 -0.14 -0.37 – 0.09 0.237
Migrationshintergrund 0.21 -0.00 – 0.41 0.054 0.22 0.02 – 0.42 0.037 0.05 -0.16 – 0.26 0.639 0.10 -0.10 – 0.31 0.327 0.01 -0.18 – 0.21 0.908 -0.12 -0.33 – 0.10 0.283
Keine Kinder unter 18
Jahren
-0.03 -0.25 – 0.18 0.748 0.03 -0.18 – 0.24 0.793 -0.27 -0.48 – -0.05 0.018 0.06 -0.16 – 0.27 0.597 -0.35 -0.56 – -0.15 0.001 0.06 -0.16 – 0.28 0.574
Observations 98 98 98 98 98 98
R2 / adjusted R2 0.145 / 0.025 0.157 / 0.038 0.117 / -0.008 0.126 / 0.002 0.235 / 0.127 0.086 / -0.043

2.5 Impfungen und Migrationsgeschichte

3 Impfung vor vs. nach überstandener Infektion

In der Befragung vom 05.07.22 hatten sich 65% der Befragten noch nicht mit Coronavirus infiziert. 31% waren bereits einmal erkrankt und 4% mehr als einmal infiziert.

Ob bei mindestens einmal erkrankten Geimpften die letzte Impfung vor oder nach der Erkrankung lag, hatte keinen Einfluss auf die Einschätzung von Impfstoffsicherheit und Notwendigkeit der Impfung.

4 Ergebnisse vergangener Erhebungen

::: {.notification .is-warning .is-light} Achtung: Die nachfolgenden Analysen und Abbildungen beziehen sich auf vergangene Erhebungswellen. :::

4.1 Booster-Impfung (stand: 15.03.22)

4.2 Impfabsicht genesener Personen (Stand: 15.03.22)

4.3 Wissen um zweite Auffrischimpfung (Stand: 15.03.22)

Die Teilnehmenden der Welle vom 15.03.22 wurden nach ihrem Wissen über die Altersempfehlung der zweiten Corona-Auffrischimpfung befragt. Die relative Mehrheit gab an, dass die zweite Auffrischimpfung für Personen ab 60 Jahren empfohlen ist. Zum Zeitpunkt der Erhebung war es jedoch so, dass die Impfung für Personen ab 70 Jahren empfohlen ist.

4.4 Impfen in der Apotheke (Stand_ 22.02.22)

Nur 16% der Befragten haben in ihrem Umfeld bereits eine Apotheke gesehen, die gegen COVID-19 impft.

Ungeimpfte würden das Angebot v.a. bei Corona und Influenza eher nicht wahrnehmen, jedoch möglicherweise für andere Impfungen.

Vorallem Personen, die bereits geboostert sind, würden das Angebot annehmen, Geimpfte ohne Booster sind etwas zögerlicher.

Die 5C und die Bereitschaft sich gegen Corona in der Apotheke impfen zu lassen

Apotheken zeigen sich eher für die besonders „impffreudige" Personen als eine Erleichterung; Personen mit hohem Informationsbedarf oder Sicherheitsbedenken lehnen Impfungen in Apotheken eher ab.

Im Folgenden ist dargestellt, welche demografischen Faktoren und die 5C der Impfintention unter ungeimpften und geimpften Personen zusammenhängen.

Variablen im Modell: Alter, Geschlecht, Bildung, Arbeit im Gesundheitssektor, chronische Erkrankung, Gemeindegröße, Leben in Ost- oder Westdeutschland, selbständige Tätigkeit, Migrationsgeschichte, Elternschaft.

Interpretation: Dargestellt sind die Ergebnisse einer linearen Regressionsanalyse (bestes statistisches Modell). CI sind die 95% Konfidenzintervalle der Koeffizienten (betas). Wenn diese Null einschließen, hat die entsprechende Variable keinen statistisch bedeutsamen Einfluss. Fettgedruckte Einflussfaktoren sind signifikant und haben einen statistisch bedeutsamen Einfluss. Das heißt für Werte mit positivem Vorzeichen: höhere Werte auf diesem Einflussfaktor führen zu mehr Bedeutung des jeweiligen Grundes für das Impfen. Das heißt für negative Werte: kleinere Werte auf diesem Einflussfaktor führen zu weniger Impfbereitschaft.

  Impfbereitschaft
Geimpft
Impfbereitschaft
Ungeimpft
Variablen std. Beta standardized CI p std. Beta standardized CI p
Confidence 0.37 0.30 – 0.43 <0.001 0.46 0.26 – 0.66 <0.001
Complacency -0.09 -0.18 – -0.00 0.040 -0.12 -0.32 – 0.08 0.239
Constraints 0.11 0.04 – 0.19 0.004 0.14 -0.05 – 0.33 0.146
Calculation -0.09 -0.15 – -0.03 0.002 -0.06 -0.24 – 0.13 0.555
Collective responsibility 0.10 0.01 – 0.18 0.023 0.03 -0.16 – 0.22 0.736
Alter 0.09 0.02 – 0.15 0.011 0.01 -0.21 – 0.22 0.964
Geschlecht: weiblich -0.03 -0.09 – 0.03 0.311 -0.08 -0.26 – 0.11 0.429
Schulbildung: 10+ Jahre
(ohne Abitur) vs. 9 Jahre
0.01 -0.09 – 0.11 0.893 -0.02 -0.26 – 0.23 0.896
Schulbildung: Abitur vs.
9 Jahre
0.04 -0.07 – 0.14 0.486 0.04 -0.22 – 0.30 0.785
Chronisch krank (vs.
nicht chronisch krank)
-0.05 -0.11 – 0.01 0.121 0.14 -0.04 – 0.33 0.129
Mittelstadt vs.
Kleinstadt
-0.01 -0.08 – 0.05 0.714 0.02 -0.18 – 0.22 0.842
Großstadt vs. Kleinstadt 0.00 -0.06 – 0.07 0.945 0.04 -0.16 – 0.24 0.711
Wohnort in
Westdeutschland
0.05 -0.00 – 0.11 0.072 -0.10 -0.28 – 0.08 0.275
Beruf im
Gesundheitssektor
-0.04 -0.10 – 0.02 0.158 -0.02 -0.20 – 0.16 0.839
Selbstständig tätig -0.04 -0.10 – 0.02 0.212 -0.01 -0.19 – 0.18 0.926
MIGRATION_YESNOohne Migrationshintergund -0.02 -0.08 – 0.04 0.580 -0.06 -0.26 – 0.14 0.584
Keine Kinder unter 18
Jahren
0.00 -0.06 – 0.06 0.955 0.09 -0.10 – 0.29 0.354
Observations 912 105
R2 / adjusted R2 0.235 / 0.220 0.386 / 0.266

4.5 Totimpfstoff als Kompromiss? Follow-up (Stand: 22.02.22)

Als Argument für die fehlende Impfbereitschaft wird immer wieder das Warten auf einen traditionellen Impfstoff (auch: Totimpfstoff) genannt. In einem Experiment wurde in der Befragung vom 16.11.21 die Bereitschaft abgefragt, sich mit einem solchen Impfstoff impfen zu lassen. Dabei wurde der Zeitpunkt der Entscheidung variiert. Entweder sollte die Entscheidung nächste Woche oder in 6 Monaten getroffen werden. Vergleicht man Vertrauen in den Impfstoff und die Bereitschaft zur Impfung jetzt mit den Werten zu bereits verfügbaren Impfstoffen, vertrauen Ungeimpfte dem Totimpfstoff mehr und sind eher bereit, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen. Rückt die Entscheidung jedoch von sechs Monaten auf die nächste Woche vor, ist die Intention signifikant geringer - auch wenn das Vertrauen in die Sicherheit und Effektivität sich nicht verändert. In der Befragung vom 22.02.22 wurde die Bereitschaft zum Impfen und das Vertrauen in solche Impfstoffe erneut abgefragt.

4.6 Impfschutz und Schutzverhalten (stand: rwaves[60]`)

Selbstberichtetes Schutzverhalten fällt bei Geimpften höher aus als bei Ungeimpften.

4.7 Zu spät zum Impfen? (Stand: 22.02.22)

4.8 Grippeimpfung und Impfungen auslassen (Stand: 22.02.22)

4.9 Ärtz/innen und Empfehlungen zum Impfen (Stand: 22.02.22)

4.10 Angst vor der Impfung (Stand: 22.02.22)

Korrelationen: Angst vor der Impfung mit Intentionen und wahrgenommener Wichtigkeit

Ungeimpfte Personen

Angst vor dem Impfen (Ungeimpfte)
r p
Impfintention -0.27 0.005
Impfen lohnt sich nicht 0.20 0.040

Geimpfte Personen

Angst vor dem Impfen (Geimpfte)
r p
Booster-Intention -0.44 <.001
Impfen lohnt sich nicht 0.23 <.001

4.11 Senkt die Verfügbarkeit eines COVID-19 Medikaments die Impfbereitschaft? (Stand: 22.02.22)

In der Welle vom 22.02.22 haben die Teilnehmenden an einem Gedanklenexperiment zu Paxlovid teilgenommen. Sie sollten sich vorstellen, bei ihrem Hausarzt oder Hausärztin zu sein.

Bitte stellen Sie sich vor: Sie fragen Ihre Ärztin/Ihr Arzt nach der Impfung und nach dem Medikament Paxlovid, von dem Sie in den Medien gehört haben. Sie erhalten folgende Informationen:

Impfung Die Impfung wurde in vielen Studien getestet und inzwischen Milliarden Menschen verabreicht. Sie bietet einen sehr hohen Schutz vor einem schweren Krankheitsverlauf. Die Wirksamkeit und Sicherheit der Impfung wird ständig weiter beobachtet. Mögliche Reaktionen: vor Allem Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, grippeähnliche Symptome. Schwere Nebenwirkungen, wie Herzmuskelentzündung, sind extrem selten.

Paxlovid Das Medikament wurde in ersten Studien an ca. 2000 Ungeimpften getestet. Diese ersten Daten zeigen einen sehr hohen Schutz vor einem schwerem Verlauf. Die Wirksamkeit und Sicherheit des Medikaments wird ständig weiter beobachtet. Mögliche Nebenwirkungen: Geschmacksstörungen, Magen-Darm-Probleme und Kopfschmerzen.

Das Medikament wird als Tablette verabreicht, wenn eine Patientin/Patient positiv auf Corona getestet wurde und ein schwerer Verlauf wahrscheinlich ist. Menschen, die bestimmte Nierenerkrankungen haben oder bestimmte Medikamente einnehmen, dürfen Paxlovid nicht verwenden. Außerdem wirkt Paxlovid nur, wenn man es in den ersten 5 Tagen nach Symptombeginn einnimmt.

Es wurde variiert, ob Paxlovid und die entsprechenden Informationen dazu erwähnt wurden

Die Impfentscheidung

Es zeigt sich: Insbesondere geboosterte Teilnehmer:innen verringern ihre Impfbereitschaft für eine weitere COVID-Impfung, wenn sie Informationen über das Paxlovid-Medikament bekommen.

Paxlovid einfordern und einnehmen

Gleichzeitig ist ein Substitutionseffekt zu beobachten: Geboosterte Personen würden eher das Medikament von ihrem Arzt oder Ärztin verlangen und würden es auch eher einnehmen als mindestens einmal Geimpfte oder ungeimpfte Personen.

4.12 Wahrgenommener Zugang zu Impfungen (Stand: 11.01.22)

Der Zugang zu einer Erst- oder Boosterimpfung wird von den jeweiligen Zielgruppen als schwierig eingeschätzt. Etwa die Hälfte der ungeimpften bzw. vollständig geimpften findet es schwer, in der jetzigen Situation einen Impftermin zu erhalten.

4.13 Über das Impfen sprechen (Stand: 11.01.22)

Ungeimpfte zeigen im Vergleich zu Geimpften und Geboosterten am das geringste Vermeidungsverhalten. Geimpfte aber nicht geboosterte Teilnehmer würden in einem Gespräch das Thema Corona-Impfung am ehesten vermeiden.

Außerdem zeigt sich, dass Befragte Gespräche über Corona eher vermeiden würden, wenn die andere Gesprächsperson den jeweils gegenteiligen Impfstatus hat.

Insbesondere ungeimpfte Befragte empfinden die Debatte über Impfskeptiker als ungerecht. Geboosterte hingegen sehen darin keine Ungerechtigkeit. Geimpfte aber nicht geboosterte Befragte sind indifferent.

4.14 Gespräche vermeiden

4.15 In die andere Geprächsperson hineinversetzen

4.16 Empfundener Umgang mit Impfskeptikern

4.17 Wunsch nach Informationsmaterial um Ungeimpfte zu überzeugen

4.18 Zusätzliche Motivatoren für eine Impfung (Stand: 14.12.21)

4.19 Kontrolle von Impfnachweisen (Stand: 14.12.21)

Der Anteil der Befragten, der nach einem Impfnachweis gefragt wird, steigt. Wer unter den Ungeimpften häufiger einen Nachweis zeigen sollte, zeigte eineetwas höhere Impfbereitschaft (schwacher Zusammenhang, r = .10)

4.20 Impfstoffpräferenzen (Stand:14.12.21)

Vollständig geimpfte Personen und ungeimpfte Personen präferieren den Impfstoff von Biontech.

Diejenigen, die sich impfen bzw. boostern lassen würden und eine Präferenz haben, sagen, dass die Präferenz sehr wichtig ist.

4.21 Unterschiede zwischen Bundesländern, die bereits Patienten in andere Bundesläner verlegen müssen (Stand: 30.11.21)

In der Erhebung vom 30.11.21 verlegen Bayern, Sachsen und Thüringen Patienten in andere Bundesländer. In diesen Ländern ist ein zunehmender Trend der Impfbereitschaft zu beobachten.

4.22 Das soziale Umfeld und Impfen (Stand: 30.11.21)

4.23 Impfbereitschaft und Nutzung verschiedener Gesundheitsangebote (Stand: 16.11.21)

In der Befragung vom 16.11.2021 gaben die meisten Teilnehmenden an, schulmedizinische Angebote zu nutzen. Ein kleinerer Teil gab an, häufig heilpraktischen oder homöopathische Angebote zu nutzen.

Die Nutzung schulmedizinischer Angebote fiel bei Geimpften etwas höher aus (r = 0.16) als bei Ungeimpften.

Zwischen der Nutzung verschiedener Angebote und der Impfbereitschaft Ungeimpfter konnten keine Zusammenhänge gefunden werden.

Die Bereitschaft zur Booster-Impfung fiel etwas geringer aus, wenn Personen angaben, häufig heilmedizinische (r = -0.08) oder homöopathische (r = -0.09) Angebote zu nutzen.

4.24 Impfbereitschaft für den Sputnik-Impfstoff (Stand: 05.10.21)

In der Erhebung vom 05.10.21 wurden die ungeimpften Teilnehmer:innen gefragt, ob sie den russischen Sputnik-Impfstoff akzeptieren würden.

Insgesamt zeigt sich, dass die Bereitschaft sich mit diesem Impfstoff impfen zu lassen ebenfalls gering ist. Ostdeutsche tendieren dazu den Sputnik-Impfstoff eher zu akzptieren als Westdeutsche.

4.25 Impfabsicht und Gemeinschaftsschutz bei Ungeimpften (Stand: 05.10.21)