Hinweis: Vom 8. bis 10.12.2020 und vom 16. bis 19.02.2021 fanden Fokuserhebungen zum Impfen statt. Die Ergebnisse sind hier zusammengestellt.

Seit Anfang Mai wurden die Impfbereitschaft und Zustimmung zu einer Impfpflicht sowie die „5C“, ein validiertes Maß zur Erfassung der Impfmüdigkeit, bezogen auf eine hypothetische Impfung gegen COVID-19 erfasst. In der Auswertung werden seit 23.02.2021 bereits geimpfte Personen (in der aktuellen Welle N = 721 bzw. 75.6%) nicht mehr berücksichtigt.

1 Verhältnis zwischen Impfbereitschaft und Impfstatus

1.1 Allgemein

Die ungeimpften Befragten können nach ihrer Impfabsicht den Kategorien “Verweigerer”,“Zögerliche”,“Unsichere” und “Bereite” zugeteilt werden. Aus der unteren Abbildung sieht man, dass die Anteile der Verweigerer und Zögerlichen über die Zeit relativ konstant bleibt. Der Anteil der Bereiten und Unsicheren sinkt, während der Anteil der Geimpften steigt. Das bedeutet, dass sich wahrscheinlich das Gros der Geimpften aus urspünglich Bereiten und Unischeren zusammensetzt.

1.2 Nach Alter

2 Informationsverhalten Ungeimpfter

53% informieren sich (sehr) häufig über Corona.

3 Gründe des (Nicht-)Impfens bei Ungeimpften

Die Gründe sich (nicht) gegen das Coronavirus impfen zu lassen wurden mithilfe der 5C-Kurzskala (Betsch et al., 2019) erfasst. Die 5C umfassen folgende Aspekte:

  • Confidence (Vertrauen) beschreibt das Ausmaß an Vertrauen in die Effektivität und Sicherheit von Impfungen, das Gesundheitssystem und die Motive der Entscheidungsträger (Ich habe vollstes Vertrauen, dass die Impfungen gegen COVID-19 sicher sein werden.).

  • Complacency (Risikowahrnehmung) beschreibt die Wahrnehmung von Krankheitsrisiken und ob Impfungen als notwendig angesehen werden (Impfungen gegen COVID-19 werden überflüssig sein, da COVID-19 keine große Bedrohung darstellt.).

  • Constraints (Barrieren in der Ausführung, auch: Convenience) beschreibt das Ausmaß wahrgenommener struktureller Hürden wie Stress, Zeitnot oder Aufwand (Alltagsstress wird mich davon abhalten, mich gegen COVID-19 impfen zu lassen.).

  • Calculation (Berechnung) erfasst das Ausmaß aktiver Informationssuche und bewusster Evaluation von Nutzen und Risiken von Impfungen (Wenn ich darüber nachdenken werde, mich gegen COVID-19 impfen zu lassen, werde ich sorgfältig Nutzen und Risiken abwägen, um die bestmögliche Entscheidung zu treffen.).

  • Collective Responsibility (Verantwortungsgefühl für die Gemeinschaft) beschreibt das Ausmaß prosozialer Motivation, durch die eigene Impfung zur Reduzierung der Krankheitsübertragung beizutragen und damit andere indirekt zu schützen, z. B. kleine Kinder oder Kranke (Wenn alle gegen COVID-19 geimpft sind, brauche ich mich nicht auch noch impfen lassen.; umgekehrt abgefragt).

Die 5 Gründe werden auf einer 7-stufigen Skala von 1 (stimme überhaupt nicht zu) bis 7 (stimme voll und ganz zu) erfasst.

Im untenstehenden Zeitverlauf zu den fünf Gründen des (Nicht-)Impfens ist zu beobachten, dass das Vertrauen in die Sicherheit eines neuen Corona-Impfstoffs im Sommer zunächst leicht gesunken ist, seit Anfang Dezember aber deutlich zugenommen hat. Das Bedürfnis, Nutzen und Risiken kritisch abzuwägen, zeigt über die letzten Wellen einen abnehmenden Trend.

Seit Anfang Mai sinkt das Vertrauen in Impfungen und das Risiko hinsichtlich der Krankheit. Gleichzeitig steigt das Informationsbedürfnis und auch die Überzeugung sich eher auf den Impfschutz der Anderen zu verlassen. Allerdings ist zu beachten, dass sich nicht zwangsläufig die 5C der gesamten Stichprobe verändert haben. Immer mehr Impfwillige erhalten nun ihre Erst- bzw. Zweitimpfung. In den Abbildungen und Analysen zu den Gründen des (Nicht-)Impfens werden nur ungeimpfte Teilnehmer berücksichtigt. Diese Teilnehmer stehen den Impfungen tendenziell eher unsicher oder ablehnend gegenüber.

Unterschiede zwischen Geimpften und Ungeimpften

Wer mindestens eine (vs. gar keine) Impfung hat, der

  • hat höheres Vertrauen in die Sicherheit der Impfung
  • sieht die Impfung eher als notwendig an
  • nimmt eher weniger praktische Hürden wahr
  • hat ein geringeres Informationsbedürfnis
  • verlässt sich weniger auf den Schutz durch andere

4 Grundimmunisierung durch Impfen

Teilnehmende sollten einschätzen, wie viel Prozent der Bevölkerung geimpft oder genesen sein muss, um Gemeinschaftsschutz zu erreichen. Mit einem offenen Antwortfeld sollten Teilnehmende die Prozentzahl angeben. Werte unter 1 und über 100 wurden ausgeschlossen. 65% der Befragten sind aktuell der Meinung, dass mehr als 80% Immunität erreicht sein muss, um Herdenimmunität zu erreichen.

Aktuell denken 30% der Befragten, dass die Pandemie durch alleiniges Impfen von Erwachsenen kontrolliert werden kann; 70% gehen davon aus, dass dafür auch Kinder und Jugendliche geimpft werden müssen.

5 Impfabsicht & Impfpflicht

Die Befragten sollten angeben, ob Sie sich gegen COVID-19 impfen lassen würden, wenn sie nächste Woche die Möglichkeit dazu hätten. Zudem sollten sie angeben, inwiefern sie einer Impfpflicht gegen das Coronavirus zustimmen würden.

Im Vergleich zur ersten Erhebung sind weniger Personen bereit, sich impfen zu lassen. Allerdings sind in dieser Betrachtung bereits geimpfte Personen nicht berücksichtigt. Die persönliche Impfabsicht hatte im Pandemieverlauf zunächst abgenommen, zeigte seit Dezember aber einen zunehmenden Trend. Die Zustimmung zu einer verpflichtenden Impfung ist auf dem tiefsten Stand seit Beginn der Erhebung.

Sollten sich alle, die dazu bereit sind, auch tatsächlich impfen lassen, so ergäbe sich aus den Geimpften und den Impfbereiten eine Impfquote unter Erwachsenen zwischen 18 und 74 Jahren von 83%. Das bedeutet, dass nicht zwangsläufig die Impfintention der gesamten Stichprobe gesunken ist. Immer mehr Impfwillige erhalten nun ihre Erst- bzw. Zweitimpfung. In den Abbildungen und Analysen zur Impfintention und zu den Gründen des (Nicht-)Impfens bleiben ungeimpfte Teilnehmer übrig, die Impfungen tendenziell eher unsicher oder ablehnend gegenüberstehen.

Was die Impfabsicht beeinflusst

Interpretation: Dargestellt sind die Ergebnisse einer linearen schrittweisen Regressionsanalyse (bestes statistisches Modell). CI sind die 95% Konfidenzintervalle der Koeffizienten (betas). Wenn diese Null einschließen, hat die entsprechende Variable keinen statistisch bedeutsamen Einfluss. Fettgedruckte Einflussfaktoren sind signifikant und haben einen statistisch bedeutsamen Einfluss. Das heißt für Werte mit positivem Vorzeichen: höhere Werte auf diesem Einflussfaktor führen zu mehr Impfbereitschaft. Das heißt für Werte mit negativem Vorzeichen: höhere Werte auf diesem Einflussfaktor führen zu weniger Impfbereitschaft

Die Impfbereitschaft gegen COVID-19 ist aktuell (18.05.21) höher für Personen, die:

  • der Impfung mehr vertrauen,

  • das Risiko der Krankheit nicht unterschätzen, die Impfung nicht für überflüssig halten,

  • weniger Kosten und Nutzen einer Impfung abwägen,

  • nicht Trittbrettfahren wollen

  • Impfungen als persönlicher Beitrag zur Infektionskontrolle sehen,

  • Impfungen als Möglichkeit zum Zurückkehren in eine Normalität wahrnehmen

  • chronisch krank sind

Variablen im Modell: Alter, Geschlecht, Bildung, Arbeit im Gesundheitssektor, chronische Erkrankung, Gemeindegröße, die 5C der Impfakzeptanz, Durch Impfung mehr soziale Kontakte, Impfung ist persönlicher Beitrag zur Infektionskontrolle, Durch Impfung zurück zur Normalität.

Hinweis: Die Regressionen beziehen sich ausschließlich auf die aktuelle Welle.

Bereits geimpfte Personen wurden von der Analyse ausgeschlossen.

  Bereitschaft, sich impfen zu lassen
Variablen std. Beta standardized CI p
Confidence (Ich habe
vollstes Vertrauen, dass
die Impfungen gegen
COVID-19 sicher sein
werden)
0.32 0.21 – 0.43 <0.001
Complacency (Impfungen
gegen COVID-19 werden
überflüssig sein, da
COVID-19 keine große
Bedrohung darstellt)
-0.10 -0.21 – 0.00 0.055
Constraints
(Alltagsstress wird mich
davon abhalten, mich
gegen COVID-19 impfen zu
lassen)
0.16 0.07 – 0.24 <0.001
Calculation (Wenn ich
darüber nachdenken werde,
mich gegen COVID-19
impfen zu lassen, werde
ich sorgfältig Nutzen und
Risiken abwägen, um die
bestmögliche Entscheidung
zu treffen)
-0.08 -0.16 – 0.01 0.078
Collective responsibility
(Wenn alle gegen COVID-19
geimpft sind, brauche ich
mich nicht auch noch
impfen lassen)
-0.14 -0.24 – -0.04 0.005
Impfung ist persönlicher
Beitrag zur
Infektionskontrolle
0.15 0.03 – 0.27 0.017
Durch Impfung zurück zur
Normalität
0.21 0.07 – 0.35 0.003
Observations 233
R2 / adjusted R2 0.624 / 0.612

Was die Impfabsicht beeinflusst - über die Zeit betrachtet

Die Impfintention wurde dafür dichotomisiert. Das heißt, wenn Personen eine höhere Intention als 5 (auf einer Skala zwischen 1 und 7) hat, wird sie als impfend gewertet. Werte bis einschließlich 5 gelten als nicht geimpft.

Interpretation: Dargestellt sind die Ergebnisse binär-logistischer Regressionsanalysen. Die Odds ratio trifft eine Aussage darüber, inwieweit das Vorhandensein bzw. Nichtvorhandensein eines weiteren Merkmals B (z.B. Masken tragen) mit einem Merkmal A zusammenhängt. CI sind die 95% Konfidenzintervalle der Koeffizienten. Werte über 1: Höhere Werte auf diesem Einflussfaktor führen zu mehr Maske tragen. Werte unter 1: Kleinere Werte auf diesem Einflussfaktor führen zu weniger Maske tragen. Überschneiden die Fehlerbalken die horizontale Linie, so ist der Einflussfaktor nicht signifikant.

6 Impfbereitschaft und Akzeptanz von Impfungen im Kontext von Migration

Seit der Erhebung vom 24.03.2020 wird im COSMO der selbstberichtete Migrationshintergrund mit der Frage „Sind Sie oder eines Ihrer Elternteile im Ausland geboren?“ und den Antwortoptionen „Ja“, „Nein“, „Weiß nicht“ erfasst.

Im Folgenden werden die Impfansicht und die Gründe des (Nicht-)Impfens getrennt dargestellt. Personen, die „weiß nicht“ angegeben haben, wurden in den Analysen nicht berücksichtigt.

Vorab: In langen Online-Umfragen wie COSMO ist es generell schwierig, den Effekt von Migration zu erfassen. In COSMO wird diesbezüglich nicht repräsentativ erhoben. Zudem ist es möglich, dass eine Selbstselektion stattfindet, da nur Personen an der Studie teilnehmen können, die den langen Fragebogen auf Deutsch gut verstehen.

Es zeigt sich, dass Personen mit Migrationshintergrund im Frühjahr eine geringere Impfintention aufwiesen als Personen ohne Migrationshintergrund. Der Abstand ist zuletzt aber verschwunden.

Auch in Bezug auf die 5C der Impfakzeptanz gibt es Unterschiede zwischen Personen mit und ohne Migrationshintergrund.

Im Frühjahr und Frühsommer war zu beobachten, dass Personen, die einen Migrationshintergrund haben (im Vergleich zu Personen ohne Migrationshintergrund):

  • weniger Vertrauen in die Effektivität und Sicherheit der Impfstoffe haben,
  • die Impfung eher als überflüssig wahrnehmen, weil sie der Krankheit keine große Bedrohung zuschreiben,
  • eher strukturelle Hürden wie Stress, Zeitnot oder Aufwand (z.B. bürokratische Hürden) im Kontext der Impfung wahrnehmen,
  • eine geringere Motivation zeigen, andere durch ihre eigene Impfung zu schützen.

Die Gründe für die Unterschiede im Bezug auf die 5C können vielschichtig sein. So unterscheiden sich Personen mit unterschiedlichen kulturellen Wurzeln hinsichtlich ihrer Wahrnehmung von Gesundheit und Krankheit, aber auch in ihrer Rollenerwartung in Bezug auf den Arzt-Patientenkontakt. Möglich ist jedoch auch, dass die Komplexität der Informationsumwelt dazu beiträgt, v.a. mit den wechselnden Empfehlungen und Diskussionen rund um Astra Zeneca. Auch das Terminbuchen auf Internetportalen ist mitunter eine Herausforderung, oft ist auch nur Deutsch verfügbar. Ob im eigenen Haushalt Deutsch gesprochen wird oder nicht zeigte sich zum Beispiel für die Abwägung von Nutzen und Risiken, die empfunden Notwendigkeit der Impfung oder auch den Schutz anderer als Einflussfaktor. Dies legt nahe, dass hier auch Sprachbarrieren bestehen. Um die Impfakzeptanz und die Impfbereitschaft zu stärken ist es deshalb ratsam, kultursensitive Gesundheitskommunikation zu betreiben (siehe Betsch et al. 2016).

7 Impfschutz und Schutzverhalten

8 Bevorzugte Impforte nach Intention und Constraints (Alltagsbarrieren)

9 Impfbuch für Alle

Das Robert Koch-Institut und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung haben zusammen ein kostenloses Sachbuch veröffentlicht, welches über das Thema Impfen sowie zur Impfgeschichte, zu Impfkonflikten und zur Corona- Schutzimpfung informiert. Das Buch kann man z.B. in manchen Apotheken bekommen oder online runterladen.

Aktuell (Erhebung vom 14./15.7.2021) kennen jedoch nur wenige Menschen das Buch.

Von den bisher Ungeimpften haben

  • 42% Interesse an dem Buch

  • 41% Interesse an einer Video-Version

  • 44% Interesse an an einer interaktiven Version des Impfbuchs als Entscheidungshilfe

10 Impfen als Voraussetzung für die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben

Zum Ende der Umfrage vom 13./14.7. wurden die letzten 286 Teilnehmer nach ihrer Meinung zu folgendem Szenario gefragt:

Wer am öffentlichen Leben teilnehmen will, also zum Beispiel ins Kino oder Restaurant gehen, das Flugzeug nutzen oder Konzerte besuchen möchte, muss getestet oder geimpft sein. Die Impfung ist dabei für alle kostenfrei, Tests müssen selbst bezahlt werden. Menschen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können, erhalten kostenfreie Tests.

11 Delta-Variante und Impfen

11.1 Wahrnehmung der Delta-Variante

Ungeimpfte wissen deutlich seltener (oder lehnen die Aussage ab), dass ein vollständiger Impfschutz bei der Delta-Mutation besonders wichtig ist. Nur ca. die Hälfte der Ungeimpften geht davon aus, dass die Zweite Impfung wichtig ist.

Ebenso wissen sie seltener (oder lehnen die Aussage ab), dass ein vollständiger Impfschutz auch bei der Delta-Mutation vor schwerwiegenden Verläufen schützt. Hier gehen sogar nur 38% der Ungeimpften davon aus.

„Ich weiß nicht“ war hier bei den Ungeimpften eine häufige Antwort

11.2 Sorge um die Delta-Variante und Impfbereitschaft

62.16% (vor 2 Wochen 64.99%) sind eher oder sehr besorgt, dass sich Delta in Deutschland ausbreiten könnte.

Je größer die Sorge um eine vierte Welle oder die Ausbreitung der Delta-Variante, desto höher ist die Impfbereitschaft unter den ungeimpften Befragten.

12 Die Wirkung der #Ärmelhoch Impfkampagne

57,2% der Befragten haben schon einmal etwas von der #Ärmelhoch Impfkampagne gesehen oder gelesen Eine Regressionsanalyse mit Vertrauen in die Regierung und der Angabe, ob man die Kampagne gesehen hat, zeigte, dass ungeimpfte Personen, die die Impfkampagne kennen, keine größere Impfbereitschaft haben als Personen, die sie nicht kennen.

Auch zeigte sich, dass die Impfabsicht nicht mit dem Besuch der Internetseite zusammengegencorona.de im Zusammenhang steht.

13 Wahregommene Impfeffektivität

Ungeimpfte unterschätzen deutlich die Effektivität der Impfungen.

Ungeimpfte schätzen die Effektivität von BioNTech und AstraZeneca höchstenfalls auf knapp 50% ein; Geimpfte auf höchstenfalls 75%.

BioNTech schneidet besser ab als AstraZeneca.

Die Effektivität gegen Infektion, symptomatische Verläufe und Hospitalisierung wird von den Befragten zudem ähnlich eingeschätzt. Die Effektivität der Impfstoffe ist jedoch deutlich höher gegen symptomatische Infektionen und vor allem gegen Hospitalisierung.

13.1 Einschätzung des Grades des Impfschutzes

## Persönliche Wichtigkeit des Schutzes

13.2 Zusammenhänge mit der Impfabsicht bei Ungeimpften

Interpretation der Korrelationskoeffizienten: In der folgenden Übersicht zeigen höhere Werte einen stärkeren Zusammenhang an, Werte nahe Null zeigen, dass es keinen Zusammenhang gibt, um 0.1 einen kleinen Zusammenhang. Werte um 0.3 zeigen einen mittleren Zusammenhang, ab 0.5 spricht man von einem starken Zusammenhang. Ein negatives Vorzeichen bedeutet, dass hohe Werte der einen Variable mit niedrigen Werten der anderen Variable einhergehen. P-Werte kleiner als 0.05 zeigen statstisch bedeutsame Zusammenhänge an.

13.2.1 Impfabsicht: Biontech

Impfabsicht
Biontech
r p
Effektivität
Schutz vor Infektion im Allgemeinen 0.43 <.001
Schutz vor Hospita- lisierung 0.41 <.001
Schutz vor sympto- matischer Infektion 0.45 <.001
Wichtigkeit
Schutz vor Infektion im Allgemeinen 0.64 <.001
Schutz vor Hospita- lisierung 0.63 <.001
Schutz vor sympto- matischer Infektion 0.64 <.001

13.2.2 Impfabsicht: AstraZeneca

Impfabsicht
AstraZeneca
r p
Effektivität
Schutz vor Infektion im Allgemeinen 0.35 <.001
Schutz vor Hospita- lisierung 0.28 <.001
Schutz vor sympto- matischer Infektion 0.35 <.001
Wichtigkeit
Schutz vor Infektion im Allgemeinen 0.42 <.001
Schutz vor Hospita- lisierung 0.43 <.001
Schutz vor sympto- matischer Infektion 0.4 <.001

14 Ergebnisse vergangener Erhebungen

Achtung: Die nachfolgenden Analysen und Abbildungen beziehen sich auf vergangene Erhebungswellen.

14.1 Impftermin und Schutzverhalten (Stand: 01.06.21)

Personen, die bereits einen Impftermin haben, zeigen leicht höheres Schutzverhalten als Personen ohne Impftermin.

Die zeitliche Nähe des Impftermins spielt hierbei keine entscheidende Rolle.

Hierbei muss bedacht werden, dass Personen mit einer hohen Impfbereitschaft sich generell von Personen, die eine Impfung ablehnen, unterscheiden und als Gruppe ein höheres Schutzverhalten zeigen.

14.2 Spendenbereitschaft (Stand: 15.06.21)

In den Wellen 38 (09./10.03.2021) und 45 (15./16.06.2021) lasen die Teilnehmer einen kurzen Text über die COVAX-Initiative, die sich um die weltweite gerechte Verteilung von Impfstoffen kümmert und z.B. Impfstoffe an ärmere Länder liefert. Die Teilnehmer wurden darüber informiert, dass die Initiative unter anderem durch die Europäische Union gefördert wird, die Gelder aber nicht ausreichen, um jedem Menschen eine Impfung anbieten zu können. In Welle 45 erhielt die Hälfte der Teilnehmer zudem die Information, dass eine Impfung mit 5 Euro finanziert werden kann. Anschließend wurde gefragt wieviel Geld die Teilnehmer zur Unterstützung der Initiative spenden würden.

Während im Frühjahr 2021 rund ein Drittel zu einer Spende bereit waren, nahm die Spendenbereitschaft im Sommer weiter ab (unabhängig davon ob die Teilnehmer Informationen zu den Impfstoffkosten bekommen hatten). Die mittlere Spendenhöhe unter den spendenbereiten Teilnehmern (berücksichtigt wurden Beträge von 1 bis 10.000 Euro) unterschied sich nicht zwischen den Zeitpunkten und Bedingungen.

Im Rahmen der Erhebung in Welle 45 wurde erfasst, ob die spendenbereiten Teilnehmer auf einen Link klicken, über den direkt an die COVAX-Initiative gespendet werden kann. Nur einer kleiner Teil nutzte diese Möglichkeit.

Die Ergebnisse zeigen, dass zumindest ein Teil der Bevölkerung bei der Cofinanzierung der COVAX-Initiative eingebunden werden könnte. Hierfür ist jedoch die Einrichtung einer geeigneten Spendeninfrastruktur und die Bewerbung der Spendenmöglichkeit notwendig.

14.3 Information, Medien und Impfbereitschaft (Stand: 15.06.21)

Sowohl Ungeimpfte Personen, die Impfen eher ablehnen als auch Geimpfte nehmen wahr, dass es häufiger positive Informationen (z.B. in den Medien) zum Thema Impfen gibt. Ungeimpfte, ablehnende Personen finden die positiven Informationen jedoch nicht so überzeugend. Bei Geimpften ist es andersrum: Diese finden negative Informationen weniger überzeugend.

Dies kann als confirmation bias (Bevorzugung einstellungskonformer Informationen) interpretiert werden. ## Gefühlte Informiertheit (Stand: 01.06.21)

14.4 Die Beurteilung von Informationen über die Coronavirus-Schutzimpfung (Stand: 01.06.21)

14.5 Informationsbedürfnis (Stand: 01.06.21)

14.6 Medien und Impfbereitschaft (Stand: 15.06.21)

14.7 Informationsflut (Stand: 15.06.21)

14.8 Der zweite Impftermin (Stand: 18.05.21)

14.9 Aufheben der Impfpriorisierung (Stand: 18.05.21)

14.9.1 Nach Impfstatus

14.9.2 Nach Alter

14.9.3 Nach effektiver Impfbereitschaft

Als effektiv geimpft gelten Personen, die: mindestens eine Impfung bekommen haben, oder eine Impfabsicht von größer 4 haben. Personen, die keine Impfung bekommen haben und eine Impfabsicht von 4 und weniger angegeben haben, gelten als ungeimpft.

14.9.4 Nach Elternschaft

14.9.5 Nach Maßnahmenbewertung

14.9.6 Nach Freiheiten für Geimpfte (Stand: 04.05.21)

14.10 Wahrgenommene Verantwortlichkeiten beim Impftermin organisieren (Stand: 04.05.21)

Die größte Verantwortung sehen die Befragten bei sich selbst, wenn es darum geht, einen Impftermin zu erhalten, gefolgt vom Hausarzt. Dies ist für Geimpfte noch stärker ausgeprägt.

Wer unter den Ungeimpften eine hohe Impfbereitschaft hat, fühlt auch eine größere Eigenverantwortung beim Organisieren eines Termins (und umgekehrt). Personen mit niedrigerer Impfbereitschaft sehen auch den Hausarzt und den Behörden in der Verantwortung. Dieses Muster zeigt, dass es für die Impfbereitschaft förderlich sein kann, die Impfung so einfach wie möglich zu machen und eine aktive Ansprache durch Hausarzt und Behörden zu starten.

Zusammenhang zwischen Verantwortungszuschreibung und Impfabsicht

14.11 Wahrnehmung von geimpften Personen (Stand: 04.05.21)

14.12 Lockerungen und mehr Freiheiten als Anreiz (Stand: 04.05.21)

## 
##  Welch Two Sample t-test
## 
## data:  RKI_FAST_VACC by CONDITION_PURPOSE_INFECT
## t = -1.6478, df = 708.32, p-value = 0.09984
## alternative hypothesis: true difference in means is not equal to 0
## 95 percent confidence interval:
##  -0.6115411  0.0534398
## sample estimates:
## mean in group 1 mean in group 2 
##        4.376022        4.655072
## 
##  Welch Two Sample t-test
## 
## data:  RKI_NO_PRIO by CONDITION_PURPOSE_INFECT
## t = 0.89582, df = 690.14, p-value = 0.3707
## alternative hypothesis: true difference in means is not equal to 0
## 95 percent confidence interval:
##  -0.1724908  0.4619667
## sample estimates:
## mean in group 1 mean in group 2 
##        4.730245        4.585507
## 
##  Welch Two Sample t-test
## 
## data:  RKI_PURPOSE_INFECT by CONDITION_PURPOSE_INFECT
## t = -0.67862, df = 701.81, p-value = 0.4976
## alternative hypothesis: true difference in means is not equal to 0
## 95 percent confidence interval:
##  -0.2666468  0.1296646
## sample estimates:
## mean in group 1 mean in group 2 
##        1.528610        1.597101

14.13 Endlich geimpft: Wahrnehmungen geimpfter Personen (Stand: 04.05.21)

In der Wellen vom 20.04.21 und 04.05.21 wurden Teilnehmer, die mindestens einmal geimpft wurden, zu Gefühlen hinsichtlich ihrer Impfung befragt. Außerdem wurde erfasst, inwiefern das Umfeld ihren Impfstatus negativ bewertet und ob der oder die Befragte Strategien anwendet, um diesen externen Belastungsfaktoren zu entgehen.

Da das Alter in der Impfpriorisierung eine entscheidende Rolle spielt, werden im Folgenden die Wahrnehmungen getrennt nach den Altersklassen 60 Jahre und älter und jünger als 60 Jahre dargestellt.

Es zeigt sich: Ende April verspüren Menschen über 60 Jahre durch ihre Impfung eine stärkere Befreiung, Glück und Sorglosigkeit als geimpfte Personen, die unter 60 Jahre alt sind. Diese Unterschiede sind Anfang Mai kleiner geworden.

Auch im Bezug auf Belastungen durch die Impfung unterscheiden sich die beiden Altersgruppen. Personen unter 60 Jahre geben häufiger an, sich rechtfertigen zu müssen. Auch teilen sie weniger häufig ihren Impfstatus mit und haben eher das Gefühl, dass sie sich beim Impfen vorgedrängelt haben. Allerdings muss man darauf hinweisen, dass diese Belastungswahrnehmungen auch bei den jüngeren absolut gesehen eher niedrig ausgeprägt sind.

14.14 Experiment zu Impfanreizen (Stand: 20.04.21)

In Welle 41 (20./21.04.2021) wurde in Kooperation mit Luca Henkel von der Universität Bonn in einem Experiment untersucht, ob finanzielle Anreize und die Einräumung zusätzlicher Rechte und Freiheiten für Geimpfte die Bereitschaft zur Impfung erhöhen.

Dazu wurden bisher nicht geimpfte Teilnehmer zunächst in 2 Gruppen eingeteilt:

  • in einer Gruppe sollten sich die Teilnehmenden vorstellen, dass Sie durch die Impfung auf das Tragen von Masken verzichten können, von der Test- und Quarantänepflicht befreit sind und beispielsweise Friseure ohne negatives Testergebnis besuchen können.
  • in der anderen Gruppe sollten sich die Teilnehmer vorstellen, dass Sie durch die Impfung nicht auf das Tragen von Masken verzichten dürfen, nicht von der Test- und Quarantänepflicht befreit sind und auch beispielsweise Friseure nur mit negativem Testergebnis besuchen können.

Anschließend wurde den Teilnehmern eine Liste mit 22 binären Entscheidungen vorgelegt. Sie mussten sich dabei jeweils zwischen den Optionen nicht impfen und impfen und dafür Betrag x erhalten entscheiden. Der Betrag variierte über die 22 Entscheidungen von 0 Euro bis 10.000 Euro.

In der Auswertung zeigten sich folgende Ergebnisse:

  • Die Einräumung zusätzlicher Rechte und Freiheiten hat keinen signifikanten Einfluss auf die Impfbereitschaft.
  • Finanzielle Anreize führen dazu, dass die Impfbereitschaft steigt, für einen signifikanten Einfluss auf die Impfbereitschaft müssen die Beträge allerdings hoch sein.

14.15 Rechte für geimpfte Personen (Stand: 06.04.21)

Es gibt keine signifikanten Unterschiede in der Einstellung zu Regelungen für Geimpfte Ende März und Anfang April.

Personen, die bereits geimpft wurden, stehen Regelungen für Geimpfte signifikant positiver gegenüber als Personen, die noch nicht geimpft wurden. Beide Gruppen wünschen sich (eher) einheitliche Regelungen in Deutschland und Europa.

Personen, die in der letzten Befragung über die aktuellen Pläne des Gesundheitsministers, geimpften Personen mehr Freiheiten zu geben, Bescheid wussten, wünschen sich signifikant eher einheitliche Regelungen innerhalb Deutschlands und Europas.

Ältere Personen (50-74 Jahre) wünschen sich eher einheitliche Regelungen als jüngere Befragte. Ältere Personen stimmen jedoch stärkeren Lockerungen für Geimpfte (weniger verpflichtende Schutzmaßnahmen) weniger stark zu als jüngere Befragte. Ältere Personen zeigten jedoch im Schnitt bereits ein höheres Schutzverhalten.

14.16 Spendenbereitschaft (Stand: 09.03.21)

In Welle 38 (9./10.3.2021) lasen die Teilnehmer einen kurzen Text über die COVAX-Initiative, die sich um die weltweite gerechte Verteilung von Impfstoffen kümmert und z.B. Impfstoffe an ärmere Länder liefert. Die Teilnehmer wurden darüber informiert, dass die Initiative unter anderem durch die Europäische Union gefördert wird, die Gelder aber nicht ausreichen, um jedem Menschen eine Impfung anbieten zu können. Anschließend wurden sie gefragt wieviel Geld sie zur Unterstützung der Initiative spenden würden.

Rund ein Drittel der Befragten war zu einer Spende bereit. Zwei Teilnehmer, die über 10.000 Euro spenden wollten, wurden von der Analyse ausgeschlossen. Der Spendenbetrag variierte von 1 bis 10.000 Euro (Median = 20 Euro). Die Summe aller Spenden belief sich auf 38.536 Euro.

Das Ergebnis zeigt, dass die COVAX-Initiative privat co-finanziert werden kann. Hierfür ist jedoch die Einrichtung einer geeigneten Spendeninfrastruktur notwendig.

14.17 Impfstoffpräferenzen (Stand: 23.02.21)

Auf die Frage, mit welchem Impfstoff sich die Teilnehmer impfen lassen würden, wenn sie nächste Woche die Möglichkeit dazu hätten, entschied sich knapp die Hälfte für den Impfstoff von BioNTech. Nur wenige präferierten den Impfstoff von AstraZenea oder einen anderen Impfstoff, fast einem Drittel der Teilnehmer war der Impfstoff egal.

14.18 Experiment zur Einschränkung der Impfstoffwahl (Stand: 23.02.21)

Diejenigen Teilnehmer, die den Impfstoff von BioNTech oder AstraZeneca präferierten, wurden in einem Experiment berücksichtigt. Sie sollten sich vorstellen, dass der Impfstoff nicht frei gewählt sondern zugewiesen würde. Einer Hälfte der Teilnehmer wurde dabei der Impfstoff von BioNTech, der anderen Hälfte der Impfstoff von AstraZeneca zugewiesen. Anschließend wurden die Teilnehmer gefragt, wie sehr sie sich über die Einschränkung der Wahlfreiheit ärgerten (gemessen über die 4 Item der Experience of Reactance Subskala der Salzburg State Reactance Scale, Sittenthaler et al., 2015). Die Teilnehmer, bei denen der zugewiesene Impfstoff nicht der Präferenz entsprach, waren signifikant mehr verärgert.

Abschließend wurden die Teilnehmer gefragt, wie wahrscheinlich sie sich in der kommende Woche mit dem zugewiesenen Impfstoff impfen lassen würden.

Entsprach der zugewiesene Impfstoff der Präferenz, fiel die Impfbereitschaft sehr hoch aus. In diesem Fall wollten sich nur 6% (eher) nicht impfen lassen. Wich der zugewiesene Impfstoff dagegen von der Präferenz ab, lag die Impfbereitschaft nur noch auf mittlerem Niveau. Dann wollten sich 42% (eher) nicht impfen lassen.

14.19 Impfung eigener Kinder (Stand: 23.02.21)

Teilnehmer mit Kindern unter 18 Jahren wurden in Welle 37 (23.02.21) gefragt, ob sie ihre Kinder impfen lassen würden, wenn dies empfohlen wäre. Knapp die Hälfte der Befragten wäre (eher) bereit, die eigenen Kinder unter diesen Umständen gegen COVID-19 impfen zu lassen.

14.20 Experiment zu möglichen Impfanreizen (Stand: 09.02.21)

In Welle 35 (09./10.02.2021) wurde nach Erhebung der Impfbereitschaft ein kurzes Experiment durchgeführt. Dabei sollten sich die Teilnehmer eines von drei Szenarien vorstellen:

  • Immunitätspass (gain framing): Den Teilnehmern wurde in diesem Szenario gesagt, dass sie bei Impfung einen Immunitätspass erhalten, mit dem Sie zusätzliche Freiheiten (z.B. Restaurant- und Kulturbesuche) erlangen

  • Immunitätspass (loss framing): Den Teilnehmern wurde in diesem Szenario gesagt, dass sie bei Impfung einen Immunitätspass erhalten, mit dem Grundrechte weniger eingeschränkt werden und z.B. Restaurant- und Kulturbesuche wieder möglich sind.

  • Vergütung: Den Teilnehmern wurde in diesem Szenario gesagt, dass sie bei Impfung 1000 Euro aus Bundesmitteln zur Pandemiebekämpfung erhalten.

Im Anschluss an das Szenario wurde die Impfbereitschaft erneut erfasst. Es zeigte sich, dass nur bei Vergütung die mittlere Impfbereitschaft leicht anstieg (+6%). Die folgende Abbildung zeigt die mittleren absoluten Veränderungen der Impfbereitschaft (gemessen auf einer Skala vin 1 bis 7).

Die Zunahme der Impfbereitschaft durch Vergütung war vor allem bei Personen zu beobachten, die in der ersten Messung keine extrem niedriger oder extrem hohe Bereitschaft angaben.

Es wurde untersucht, ob die Veränderung der Impfbereitschaft davon abhängt, ob die Teilnehmer denken, dass eine Impfung vor der Übertragung des Virus schützt, also Herdenimmunität ermöglicht.

In zwei Gruppen kam es zu Abweichungen von den zuvor berichteten Ergebnissen:

  • Die Ankündigung eines Immunitätspasses führt bei gain framing zu einer Verringerung der Impfbereitschaft, wenn die Teilnehmer davon ausgingen, dass die Impfung nicht vor Übertragung schützt.

  • Der positive Effekt von Vergütung verschwand, wenn die Teilnehmer davon ausgingen, dass die Impfung nicht vor Übertragung schützt.

14.21 Experiment zu Impfdosen (Stand: 26.01.21)

In Welle 34 (26.01.2021) wurden die Teilnehmer zufällig einer von drei Gruppen zugeordnet. Jeder Gruppe wurde ein bestimmtes Szenario über den Zeitpunkt der zweiten COVID-19-Impfung präsentiert:

  • Kontrollgruppe: Die Teilnehmer wurden darüber informiert, dass die zweite Dosis, wie vom Hersteller vorgesehen, nach 3 Wochen verabreicht wird.

  • In Label Gruppe: Die Teilnehmer sollten sich vorstellen, dass die zweite Dosis erst nach 6 Wochen verabreicht wird. Dadurch könnten schneller mehr Menschen wenigstens einmal geimpft werden und zwischen 1.000 und 8.000 Todesfälle ließen sich im nächsten halben Jahr verhindern.

  • Off Label Gruppe: Die Teilnehmer sollten sich vorstellen, dass die zweite Dosis erst nach 3 Monaten verabreicht wird. Dadurch könnten schneller mehr Menschen wenigstens einmal geimpft werden und zwischen 2.000 und 13.000 Todesfälle ließen sich im nächsten halben Jahr verhindern.

Vor und nach Präsentation des Szenarios wurde das Vertrauen in die Sicherheit der Impfung (Confidence), die Tendenz zur Abwägung von Nutzen und Risiken (Calculation) sowie die Impfbereitschaft erfasst. In keinem Bereich kam es zu einer signifikanten Änderung. Bedeutsame negative Effekte von In Label und Off Label Verabreichung der zweiten Impfdosis auf die Impfbereitschaft konnten demnach nicht gefunden werden.

Die Teilnehmer wurden zudem gefragt, welche Strategie sie bevorzugen würden. Der Großteil entschied sich für die zweite Impfung nach drei Wochen.

14.22 Die Ärmelhoch Kampagne (Stand: 12.01.21)

In der Welle vom 12.01.21 wurden die Teilnehmer zur #Ärmelhoch-Kampagne befragt. 45% der Befragten hatten in den letzten zwei Wochen Kontakt mit der Kampagne.

14.22.1 Kenntnis über die Kampagne

14.22.2 Die Beziehung zwischen Kampagnen-Wissen, Impfbereitschaft, Confidence und Calculation

Korrelation zwischen Kampagnen-Wissen, Impfbereitschaft, Confidence und Calculation

Interpretation der Korrelationskoeffizienten: In der folgenden Übersicht zeigen höhere Werte einen stärkeren Zusammenhang an, Werte nahe Null zeigen, dass es keinen Zusammenhang gibt, um 0.1 einen kleinen Zusammenhang. Werte um 0.3 zeigen einen mittleren Zusammenhang, ab 0.5 spricht man von einem starken Zusammenhang. Ein negatives Vorzeichen bedeutet, dass hohe Werte der einen Variable mit niedrigen Werten der anderen Variable einhergehen. P-Werte kleiner als 0.05 zeigen statstisch bedeutsame Zusammenhänge an.

Kampagnen-Wissen und …

  • Confidence (Vertrauen in Impfungen): r= 0.1, p = 0.001

  • Calculation (Informationsbedürfnis): r= 0.021, p = 0.514

  • Impfbereitschaft: r= 0.091, p = 0.004

Es zeigt sich, dass Kampagnen-Wissen nur in einem kleinen positiven Zusammenhang mit Vertrauen in die Impfung und Impfbereitschaft steht. Ist die Kampagne bekannt, sind sowohl das Vertrauen in die Impfung als auch die Impfbereitschaft etwas höher.

Regression

Interpretation: Dargestellt sind die Ergebnisse einer linearen schrittweisen Regressionsanalyse (bestes statistisches Modell). CI sind die 95% Konfidenzintervalle der Koeffizienten (betas). Wenn diese Null einschließen, hat die entsprechende Variable keinen statistisch bedeutsamen Einfluss. Fettgedruckte Einflussfaktoren sind signifikant und haben einen statistisch bedeutsamen Einfluss. Das heißt für Werte mit positivem Vorzeichen: höhere Werte auf diesem Einflussfaktor führen zu mehr Impfbereitschaft. Das heißt für Werte mit negativem Vorzeichen: höhere Werte auf diesem Einflussfaktor führen zu weniger Impfbereitschaft

In einer Regression, die für die 5C und demographische Variablen kontrolliert, zeigt sich, dass Kampagnen-Wissen keinen Einfluss auf die Impfbereitschaft besitzt.

Variablen im Modell: Alter, Geschlecht, Bildung, Arbeit im Gesundheitssektor, chronische Erkrankung, Gemeindegröße, die 5C der Impfakzeptanz, Kampagnen-Wissen.

Hinweis: Die Regression bezieht sich ausschließlich auf die Welle vom 12.01.2021.

  Bereitschaft, sich impfen zu lassen
Variablen std. Beta standardized CI p
Confidence (Ich habe
vollstes Vertrauen, dass
die Impfungen gegen
COVID-19 sicher sein
werden)
0.58 0.54 – 0.63 <0.001
Complacency (Impfungen
gegen COVID-19 werden
überflüssig sein, da
COVID-19 keine große
Bedrohung darstellt)
-0.08 -0.13 – -0.03 0.003
Constraints
(Alltagsstress wird mich
davon abhalten, mich
gegen COVID-19 impfen zu
lassen)
0.04 0.00 – 0.09 0.049
Calculation (Wenn ich
darüber nachdenken werde,
mich gegen COVID-19
impfen zu lassen, werde
ich sorgfältig Nutzen und
Risiken abwägen, um die
bestmögliche Entscheidung
zu treffen)
-0.07 -0.11 – -0.03 0.001
Collective responsibility
(Wenn alle gegen COVID-19
geimpft sind, brauche ich
mich nicht auch noch
impfen lassen)
-0.26 -0.31 – -0.21