1 Neue Bestimmungen zu Privaten Feiern und Alkohol

Verglichen wurde die generelle Akzeptanz verschiedenere Regelungen mit der Akzeptanz gegeben 35 und 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern. Generell gilt: Maßnahmen werden eher akzeptiert, je mehr Neuinfektionen auftreten. Nur 60% befürworten eine generelle Begrenzung der Personenanzahl bei privaten Feiern. Wenn es zu einem kritischen Infektionsgeschehen kommt, befürworten über 75% die Einschränkung der Personenanzahl bei privaten Feiern im privaten oder öffentlichen Raum (ob die Feiern im privaten oder öffentlichen Raum stattfinden wirkt sich dabei nicht auf die Akzeptanz aus). Ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum wird eher bei höheren Fallzahlen akzeptiert; 69% (74%) würden es bei 35 (50) Neuinfektionen/100.000 Einwohnern akzeptieren. Einer Ausweitung der Maskenpflicht bei 35 oder 50 Neuinfektionen stimmen über 70% zu. Bei 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern stimmen 53% einer potenziellen Regelung zu, die besagt, dass Personen den betroffenen Landkreis nicht verlassen dürfen.

2 Akzeptanz der Einschränkung von Freiheitsrechten

Die Akzeptanz der Einschränkung von Freiheitsrechten ist mit Beginn der Maßnahmen im März stark gestiegen und ab Ende März stetig gefallen. Ende Juli – mit steigenden Fallzahlen – stieg auch die Akzeptanz einschränkender Maßnahmen wieder kurzfristig an.

Derzeit ist die Akzeptanz der Einschränkung von Freiheitsrechten auf einem mittleren Niveau stabil.

Stark restriktive Maßnahmen – die derzeit auch nicht notwendig sind – werden mehrheitlich abgelehnt, aber auch hier war zwischenzeitlich bei höheren Fallzahlen die Zustimmung tendenziell höher.

Insgesamt entsteht der Eindruck, dass eine Gewöhnung an die höheren Fallzahlen seit Anfang/Mitte August eingesetzt hat und die Maßnahmen als ausreichend angesehen werden.

Striktere Reglementierungen für betroffene Gebiete finden nach wie vor hohe Zustimmung, die Tendenz ist jedoch rückläufig. Personen nach überwundener Krankheit für gesellschaftlich relevante Aufgaben in die Pflicht zu nehmen oder den Zugang zum Internet zu beschränken wird weiterhin eher abgelehnt. Während die Zustimmung zur Einschränkung persönlicher Freiheitsrechte und dem Zugang zum Internet sowie dem Ausrufen des Katastrophenfalls nachlassen, ist die Zustimmung zur Maskenpflicht in öffentlichen Bereichen kontinuierlich auf hohem Niveau.

3 Zustimmung zum Beherbergungsverbot

  • 41.9 % stimmen zu, dass es Personen aus Corona- Risikogebieten nicht erlaubt sein sollte, in Nicht-Risikogebieten in Hotels, Pensionen, etc. zu übernachten (sogenanntes “Beherbergungsverbot”).

  • 69.4 % befürworten eine deutschlandweit einheitliche Regelungen zur Beherbergung von Personen aus Corona-Risikogebieten.

  • 76 % stimmen zu, dass deutschlandweit die gleichen Regeln für Risiko- Gebiete gelten sollten.

  • 85.6 % wissen, welche Regeln aktuell für sie gelten.

4 Zustimmung zum Alkoholverbot

  • 63.9 % stimmen zu, dass in Corona-Risikogebieten der Alkoholkonsum im öffentlichen Raum (z.B. auf Plätzen und im Stadtpark) nicht erlaubt sein sollte.

  • 69.9 % befürworten eine deutschlandweit einheitliche Regelungen zum Alkoholkonsum im öffentlichen Raum in Corona-Risikogebieten.

5 Zustimmung zu Bußgeldern

81.5 % stimmen der folgenden Aussage zu: Ob es Bußgelder bei Verstößen gegen die Corona-Verordnungen gibt (z.B. gegen die Maskenpflicht) und wie hoch diese sind sollte deutschlandweit einheitlich geregelt sein.

6 Einhaltung von Emfpehlungen aus Rücksicht

79.8 % stimmen der folgenden Aussage zu: Aus Rücksicht auf Risikogruppen und das Gesundheitspersonal sollte sich jede*r freiwillig an Empfehlungen zu Abstand, Feiern und Reisen halten.

7 Ausfüllen von Kontaktdokumenten bei der Beanspruchung von Dienstleistungen

89.47 % achten häufig oder immer darauf, die Kontaktdokumente in Restaurants, Bars, bei Frisören, etc. korrekt auszufüllen (Vorwelle: 87.1 %). Personen über 30 Jahren achten häufiger darauf (90.44 %) als Personen unter 30 Jahre (85.56 %).

Vielfach wurde diskutiert, ob durch einen Vertrauensverlust (z.B. durch die Nutzung der Kontaktinformationen durch die Polizei) die Kontaktinformationen nicht mehr korrekt ausgefüllt werden. Im Folgenden wird daher der Zusammenhang zwischen Verhalten (zu Kontaktformularen) und Vertrauen (in die Bundesregierung, in die Gesundheitsbehörden) in einer Korrelation überprüft.

Häufigkeit korrektes Ausfüllen (zum aktuellen Erhebungszeitpunkt) und …

  • Vertrauen in die Bundesregierung: 0.22

  • Vertrauen in die Gesundheitsbehörden: 0.25

Der Zusammenhang zwischen Vertrauen ist gering und positiv, was bedeutet, dass Personen, die den Behörden mehr vertrauen, auch häufiger korrekte Angaben machen und umgekehrt Personen mit wenig Vertrauen seltener korrekte Angaben machen.

Interpretation der Korrelationskoeffizienten: In der folgenden Übersicht zeigen höhere Werte einen stärkeren Zusammenhang an, Werte nahe Null zeigen, dass es keinen Zusammenhang gibt, um 0.1 einen kleinen Zusammenhang. Werte um 0.3 zeigen einen mittleren Zusammenhang, ab 0.5 spricht man von einem starken Zusammenhang. Ein negatives Vorzeichen bedeutet, dass hohe Werte der einen Variable mit niedrigen Werten der anderen Variable einhergehen. Fettdruck zeigt statistisch bedeutsame Zusammenhänge an.

8 Risikowahrnehmung und Akzeptanz der Maßnahmen

Die Risikowahrnehmung ist relativ stabil und steigt nicht weiter an. Die Akzeptanz für vorbeugende Schulschließungen ist gering, Tendenz weiter fallend. Die Wahrnehmung, dass Maßnahmen übertrieben sind, steigt. Die Akzeptanz für Ausgangsbeschränkungen stieg im August an und stagniert nun auf einem niedrigeren Niveau.

Insgesamt entsteht der Eindruck, dass eine Gewöhnung an die höheren Fallzahlen seit Anfang/Mitte August eingesetzt hat und die Maßnahmen als ausreichend angesehen werden.

Das affektive Risiko hängt stärker mit der generellen Akzeptanz der Maßnahmen zusammen, wie die folgenden Korrelationen zeigen.

Interpretation der Korrelationskoeffizienten: In der folgenden Übersicht zeigen höhere Werte einen stärkeren Zusammenhang an, Werte nahe Null zeigen, dass es keinen Zusammenhang gibt, um 0.1 einen kleinen Zusammenhang. Werte um 0.3 zeigen einen mittleren Zusammenhang, ab 0.5 spricht man von einem starken Zusammenhang. Ein negatives Vorzeichen bedeutet, dass hohe Werte der einen Variable mit niedrigen Werten der anderen Variable einhergehen. Fettdruck zeigt statistisch bedeutsame Zusammenhänge an.

Kognitive Risikowahrnehmung und …

  • Ablehnung der Maßnahmen: -0.24

  • Affektives Risiko: 0.42

Affektive Risikowahrnehmung und …

  • Ablehnung der Maßnahmen: -0.41

9 Reaktanz

Seit Welle 6 wurden die Teilnehmenden befragt, inwiefern sie die verordneten Maßnahmen als ärgerlich, frustrierend und störend empfinden. Außerdem gaben die Befragten an, ob sie sich durch die ergriffenen Maßnahmen in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt sehen. Dies wird zusammengefasst und als Reaktanz bezeichnet. Reaktanz war insgesamt eher niedrig bis mittelmäßig ausgeprägt (aktuelle Woche: auf einer 7-Punkte Skala M = 3.33).

Reaktanz durch die Maßnahmen ist im Vergleich zum September gestiegen: 23% der Befragungsteilnehmenden empfinden aktuell (eher oder viel) Ärger, Frust und Wut aufgrund der Maßnahmen.

Wer mehr Reaktanz empfindet, weiß weniger, schützt sich weniger, folgt weniger den Maßnahmen und hat weniger Vertrauen in die Regierung und das RKI.

Hinweis: Die gemittelte Reaktanz wurde in niedrig (1-3 auf einer 7-stufigen Skala), mittel (4), hoch (5-7) klassifiziert, um eine Interpretation zu erleichtern.

Im Folgenden wird der Zusammenhang zwischen der Reaktanz, Wissen, Maßnahmen durchführen und institutionelles Vertrauen in der aktuellen Erhebung exploriert.

Interpretation der Korrelationskoeffizienten: In der folgenden Übersicht zeigen höhere Werte einen stärkeren Zusammenhang an, Werte nahe Null zeigen, dass es keinen Zusammenhang gibt, um 0.1 einen kleinen Zusammenhang. Werte um 0.3 zeigen einen mittleren Zusammenhang, ab 0.5 spricht man von einem starken Zusammenhang. Ein negatives Vorzeichen bedeutet, dass hohe Werte der einen Variable mit niedrigen Werten der anderen Variable einhergehen. Fettdruck zeigt statistisch bedeutsame Zusammenhänge an.

Korrelation zwischen Reaktanz und …

  • Wissen über wirksame Schutzmaßnahmen: -0.4

  • Schutzverhalten: -0.36

  • Maßnahmen übertrieben finden: 0.64

  • Vertrauen in die Bundesregierung: -0.49

  • Vertrauen in das RKI: -0.51