1 Möglichkeit und Wille zur Arbeit im Homeoffice

Achtung: Die nachfolgenden Analysen und Abbildungen beziehen sich auf die Erhebung vom 12.01.2021.

In der aktuellen Befragung wurden alle Arbeitnehmer nach ihren Erfahrungen und Einstellungen zum Homeoffice befragt.

Unter den Befragten haben knapp die Hälfte (45 %) angegeben, grundsätzlich nicht im homeoffice arbeiten zu können. 16 % geben an, dass sie gerne häufiger im homeoffice arbeiten würden. Unter den Befragten, die angegeben haben, in ihrem Job grundsätzlich im homeoffice arbeiten zu können, gaben 75 % an, dies auch mindestens gelegentlich zu tun. Ein Viertel der Befragten ist hingegen ausschließlich bei ihrem Arbeitgeber oder Auftraggeber.

16 % der Befragten wünschen sich mehr Arbeit im homeoffice, davon arbeiten fast 90% überwiegend oder immer beim Arbeitgeber. 8% wünschen sich weniger oder kein homeoffice, 10% davon sind überwiegend im homeoffice oder zu gleichen Teilen beim Arbeitgeber und im homeoffice.

Unter den Befragten, die mindestens gelegentlich im homeoffice sind haben 40% angegeben, dass sie selber dieser Entscheidung beteiligt waren.

2 Unterstützung bei Homeoffice

Wer mindestens gelegentlich im homeoffice arbeitet, wird eher durch den Arbeitgeber und das eigene Team unterstützt und hat die entsprechende Infrastruktur. Wer im homeoffice arbeitet denkt eher, dass der Arbeitgeber Vertrauen in die Produktivität im homeoffice hat

3 Vertrauen in Regierung und Arbeitgeber

Wer im homeofficearbeitet, hat höheres Vertrauen in den Arbeitgeber, dass er mit der Krise gut und richtig umgeht und höheres Vertrauen in die Regierung.

Wer mehr im homeofficearbeiten möchte (aber nicht darf), vertraut dem Arbeitgeber weniger (r= -0.29). Das Vertrauen in die Regierung hängt nicht mit dem Wunsch nach mehr Homeoffice zusammen.

4 Zusammenhang zwischen den Home Office Bedürfnissen und Vertrauen in Arbeitgeber und die Regierung

Interpretation der Korrelationskoeffizienten: In der folgenden Übersicht zeigen höhere Werte einen stärkeren Zusammenhang an, Werte nahe Null zeigen, dass es keinen Zusammenhang gibt, um 0.1 einen kleinen Zusammenhang. Werte um 0.3 zeigen einen mittleren Zusammenhang, ab 0.5 spricht man von einem starken Zusammenhang. Ein negatives Vorzeichen bedeutet, dass hohe Werte der einen Variable mit niedrigen Werten der anderen Variable einhergehen. Fettdruck zeigt statistisch bedeutsame Zusammenhänge an.

Die Intention wurde kategorial abgefragt und daher für Korrelationen dichotomisiert: Menschen, die den Wunsch verspüren mehr im Home Office zu arbeiten (vs. alle anderen), Menschen, die sich wünschen weniger im Home Office zu arbeiten (vs. alle anderen) und Menschen, die gar nicht im Home Office arbeiten möchten (vs. alle anderen), zeigen unterschiedliches Vertrauen in den Arbeitgeber und die Bundesregierung.

Zusammenhang zwischen Vertrauen in den Arbeitgeber und …

  • dem Wunsch, mehr im Home Office zu arbeiten: -0.29
  • dem Wunsch, weniger im Home Office zu arbeiten: 0.01
  • dem Wunsch, gar nicht im Home Office zu arbeiten: -0.02

Zusammenhang zwischen Vertrauen in die Regierung und …

  • dem Wunsch, mehr im Home Office zu arbeiten: -0.08
  • dem Wunsch, weniger im Home Office zu arbeiten: -0.04
  • dem Wunsch, gar nicht im Home Office zu arbeiten: -0.11

5 Home Office und Kontakte

Nie oder gelegentlich im Homeoffice zu sein führt zu deutlich mehr Kontakten mit anderen Personen als dauerhafte Homeoffice Lösungen.

Wer teilweise ins Büro geht, scheint v.a. auch zu größeren Treffen mit vielen Personen zu kommen.

Im Folgenden wird der Zusammenhang zwischen der Anzahl der Kontakte bei der Arbeit und Risikowahrnehmung in der aktuellen Erhebung exploriert.

Interpretation der Korrelationskoeffizienten: In der folgenden Übersicht zeigen höhere Werte einen stärkeren Zusammenhang an, Werte nahe Null zeigen, dass es keinen Zusammenhang gibt, um 0.1 einen kleinen Zusammenhang. Werte um 0.3 zeigen einen mittleren Zusammenhang, ab 0.5 spricht man von einem starken Zusammenhang. Ein negatives Vorzeichen bedeutet, dass hohe Werte der einen Variable mit niedrigen Werten der anderen Variable einhergehen. Fettdruck zeigt statistisch bedeutsame Zusammenhänge an.

Korrelation zwischen Anzahl der Kontakte und …

  • selbst eingeschätzter Wahrscheinlichkeit, sich anzustecken: 0.28

  • Angst, sich bei der Arbeit anzustecken: 0.37

  • zeigt insgesamt nur ein leicht erhöhtes affektives Risiko (Angst vor einer Ansteckung): 0.09

6 Produktivität im Home Office

Die Mehrheit der Teilnehmer, die angegeben haben, dass sie im Home Office arbeiten, sagen, dass sie im Home Office genauso produktiv sind, wie am Arbeitsplatz beim Arbeitgeber.

Unter allen, die mindestens gelegentlich im homeoffice arbeiten, empfinden sich 24% dabei als unproduktiver.

7 Corona-Risiko und Home Office

Der Arbeitsplatz kann Aufgangspunkt für eine Corona-Infektion sein. Die Angst, sich dort zu Infizieren ist bei Personen, die im Gesundheitssektor oder in systemrelevanten Berufen Arbeiten besonders hoch. Home Office kann als Weg gesehen werden, die Kontakte zu reduzieren und somit das Infektionsrisiko zu senken.

Im Home-Office-Arbeitende empfinden weniger Angst im Bezug auf eine Corona-Infektion. Auch schätzen sie ihre Infektionswahrscheinlichkeit geringer ein. Personen, die gelegentlich oder immer im homeoffice sind, schätzen die generelle Ansteckungswahrscheinlichkeit als geringer ein als Personen, die selten oder nie im homeoffice sind. •Die Angst vor Ansteckung im Arbeitskontext ist deutlich geringer für Personen im homeoffice.

Korrelation zwischen Anzahl der Kontakte und:

  • selbst eingeschätzter Wahrscheinlichkeit, sich anzustecken: r = 0.28

  • Angst, sich bei der Arbeit anzustecken: r = 0.37

8 Lebenzufriedenheit und Belastung

Personen, die sich häufiger im Home Office befinden, unterscheiden sich in ihrer Lebenszufriedenheit und situativen Belastung nicht von Personen, die weniger im Home Office arbeiten.