1 Risikoübersicht

Das wahrgenommene Ansteckungsrisiko ist im Juli 2022 so hoch wie in der Omikron-Welle im März 2022 und damit höher als in den zwei Jahren zuvor. Befragunsgteilnehmende finden es weniger einfach, eine Infektion zu vermeiden. Seit November 2021 ist das Affektive Risiko (Gefühle wie Angst und Sorgen) zum ersten mal wieder leicht gestiegen.

2 Risikodimensionen

Die folgenden Grafiken zeigen verschiedene Aspekte der Risikowahrnehmung im Verlauf der Erhebungen. Dazu gehören wahrgenommene Anfälligkeit, Schweregrad und Infektionswahrscheinlichkeit. Diese drei Aspekte beschreiben das kognitive Risiko, das Teilnehmende für sich einschätzen sollen. Seit März 2021 wird der selbstberichtete Impfstatus erhoben. Die Unterschiede zwischen geimpften und ungeimpften Teilnehmenden sind gering.

Infektionswahrscheinlichkeit. Die Infektionswahrscheinlichkeit schwankt stärker als die wahrgenommene Anfälligkeit. Die wahrgenommene Wahrscheinlichkeit sich anzustecken stieg zuletzt mit Aufkommen der neuen Omikron-Varianten BA.4 und BA.5. Aktuell halten es 27% der Teilnehmenden für (eher) unwahrscheinlich, sich zu infizieren. Ungeimpfte schätzen ihr Infektionsrisiko geringer ein als Geimpfte.

Schweregrad. Der wahrgenommene Schweregrad war über die Erhebungen von September 2020 bis Mai 2021 recht stabil, steigt seidem minmal an. Etwa 30% schätzten die Krankheit als (eher) gefährlich für sich ein. Wie auch in Bezug auf die anderen Risikovariablen zeigen Ungeimpfte eine geringere Schweregradeinschätzung als geimpfte Befragte.

Anfälligkeit.(Stand: 15.03.22) Der Anteil derer, die sich für (überhaupt) nicht anfällig halten, lag im Sommer und Herbst 2021 auf dem niedrigsten Niveau seit Beginn der Erfassung und stieg danach wieder leicht an.

3 Gefühltes Risiko

Das gefühlte Risiko, also die emotionale Komponente von Risikowahrnehmung, ist für Schutzverhalten und die Akzeptanz der Maßnahmen relevant. Die folgenden Grafiken zeigen deshalb verschiedene Emotionen und deren Entwicklung über den Verlauf der Erhebungen. Das gefühlte Risiko unterliegt größeren Schwankungen als die kognitiven Risikoeinschätzungen.

Insgesamt ist das affektive Risiko seit dem Anstieg in Zusammenhang mit der Omikron-Variante praktisch auf das Niveau zu Beginn der Pandemie gesunken:

  • 26 % der Teilnehmenden denken dauernd oder eher häufig an die Pandemie
  • 35.4 % haben (eher) Angst
  • 44.1 % halten das Coronavirus für (eher) besorgniserregend

Affektives Risiko im Mittel. Durch Mittelung der Dominanz des Themas, Angst und Besorgnis wurde das mittlere affektive Risiko bestimmt.

4 Risikowahrnehmung im Altersvergleich

Seit Beginn der Pandemie schätzten jüngere Leute unter 30 insgesamt ihr Risiko für eine Ansteckung als höher und die Schwere einer Erkrankung als niedriger ein als über 30-Jährige. Das affektive Risiko wurde dabei ebenfalls niedriger wahrgenommen, ist aber seit der dritten Infektionswelle fast durchgängig gleich. Auch die wahrgenommene Anfälligkeit gleicht sich seit Ende April zwischen den Gruppen an.

In der aktuellen Welle unterscheidet sich die wahrgenommenen Schwere der Erkrankung zwischen den Altersgruppen signifikant. Das affektive Risiko und die wahrgenommene Anfälligkeit ist weiterhin in beiden Gruppen gleich hoch.

Infektionswahrscheinlichkeit

Schweregrad