1 Risikoübersicht

Aktuell sinkt das gefühlte Risiko weiter. Das wahrgenommene Ansteckungsrisiko ist (trotz Omikron) allerdings seit Ende 2021 auf ein neues Hoch gestiegen. Unter den geimpften Befragten ist die Risikowahrnehmung höher. Eine Erkrankung wird signifikant als weniger schwerwiegend eingeschätzt als in der zweiten und dritten Welle. Die Befragten empfinden es wieder eher als schwerer, sich vor einer Ansteckung zu schützen als noch vor einem Monat.

2 Risikodimensionen

Die folgenden Grafiken zeigen verschiedene Aspekte der Risikowahrnehmung im Verlauf der Erhebungen. Dazu gehören wahrgenommene Anfälligkeit, Schweregrad und Infektionswahrscheinlichkeit. Diese drei Aspekte beschreiben das kognitive Risiko, dass Teilnehmende für sich einschätzen sollen. Seit März 2021 wird der selbstberichtete Impfstatus erhoben. Die Unterschiede zwischen geimpften und ungeimpften Teilnehmenden sind gering.

Anfälligkeit. Der Anteil derer, die sich für (überhaupt) nicht anfällig halten, hat sich seit Juli 2021 auf höherem Niveau eingepegelt, geht aber ab November 2021 zurück.

Infektionswahrscheinlichkeit. Die Infektionswahrscheinlichkeit schwankt stärker als die wahrgenommene Anfälligkeit. Die wahrgenommene Wahrscheinlichkeit sich anzustecken stieg mit aufkommen der Omikron-Variante stetig an. Aktuell halten es gut 35% der Teilnehmenden für (eher) unwahrscheinlich, sich zu infizieren. Ungeimpfte schätzen ihr Infektionsrisiko geringer ein als Geimpfte.

Schweregrad. Der wahrgenommene Schweregrad war über die Erhebungen von September 2020 bis Mai 2021 recht stabil, etwa 40% schätzten die Krankheit als (eher) gefährlich für sich ein. Seit Anfang Mai 2021 geht der wahrgenommene Schweregrad, abgesehen von einem kurzen Anstieg bei Aufkommen der Omikron-Variante, zurück. Wie auch in Bezug auf die anderen Risikovariablen zeigen Ungeimpfte eine geringere Schweregradeinschätzung als geimpfte Befragte.

3 Gefühltes Risiko

Das gefühlte Risiko, das bedeutet die emotionale Komponente von Risikowahrnehmung, ist für Schutzverhalten und die Akzeptanz der Maßnahmen relevant. Die folgenden Grafiken zeigen deshalb verschiedene Emotionen und deren Entwicklung über den Verlauf der Erhebungen. Das gefühlte Risiko unterliegt größeren Schwankungen als die kognitiven Risikoeinschätzungen.

Insgesamt ist das affektive Risiko seit dem Anstieg in Zusammenhang mit der Omikron-Variante praktisch auf das Niveau zu Beginn der Pandemie gesunken:

  • 28.9 % der Teilnehmenden denken dauernd oder eher häufig an die Pandemie
  • 32.4 % haben (eher) Angst
  • 43 % halten das Coronavirus für (eher) besorgniserregend

Affektives Risiko im Mittel. Durch Mittelung der Dominanz des Themas, Angst und Besorgnis wurde das mittlere affektive Risiko bestimmt.

4 Risikowahrnehmung im Altersvergleich

Seit Beginn der Pandemie schätzten jüngere Leute unter 30 insgesamt ihr Risiko für eine Ansteckung als höher und die Schwere einer Erkrankung als niedriger ein als über 30-Jährige. Das affektive Risiko wurde dabei ebenfalls niedriger wahrgenommen, ist aber seit der dritten Infektionswelle fast durchgängig gleich. Auch die wahrgenommene Anfälligkeit gleicht sich seit Ende April zwischen den Gruppen an.

In der aktuellen Welle unterscheidet sich die wahrgenommenen Schwere der Erkrankung zwischen den Altersgruppen signifikant. Das affektive Risiko und die wahrgenommene Anfälligkeit ist weiterhin in beiden Gruppen gleich hoch.