1 Vertrauen in Institutionen

Die folgenden Grafiken zeigen das Vertrauen der Bevölkerung in verschiedene Institutionen aus unterschiedlichen Bereichen des privaten und öffentlichen Lebens. Dazu gehört der Gesundheitssektor, Behörden, Medien, die eigene Arbeitsumwelt, die Wissenschaft und die Bundesregierung sowie die WHO.

Auf einer 7-stufigen Skala von sehr wenig Vertrauen bis sehr viel Vertrauen wurde bewertet, wie viel Vertrauen den Personen und Organisationen im Umgang mit der Corona-Krise zukommt.

Hinweis: Befragungsteilnehmende hatten die Möglichkeit “keine Angabe möglich” auszuwählen. Das heißt, dass die folgenden Mittelwerte sich ggf. nicht auf die gesamte Stichprobe der jeweiligen Messzeitpunkte beziehen.

1.1 Vertrauen in Medien, Regierung, Landesregierung, Wissenschaft und WHO im Überblick

Das Vertrauen in die Wissenschaft ist am höchsten. Es ist seit Beginn der Pandemie relativ stabil. Das Vertrauen in die WHO ging Anfang März 2021 signifikant zurück und hat sich seitdem stabilisiert.

Auch das Vertrauen in die Medien ist seit März 2021 stabil. Die Medien hatten seit Beginn der Pandemie die geringsten Vertrauenswerte im Vergleich zu allen anderen Institutionen.

Das Vertrauen in Bundes- und Landesregierung waren seit Februar 2021 stetig rückläufig und erholten sich im Juni nur geringfügig.

1.2 Vertrauen in Behörden

Das Vertrauen in die Gesundheitsministerien von Bund und Ländern war über die ersten drei Pandemiewellen deckungsgleich. Beide Institutionen haben über das vergangene Jahr an Vertrauen eingebüßt. Derzeit hat sich das Vertrauen auf mittlerem bis niedrigem Niveau stabilisert.

Das Robert Koch-Institut genießt durchweg das höchste Vertrauen, dies hat aber auch über den Verlauf der Pandemie um etwa einen Skalenpunkt abgenommen.

1.3 Vertrauen in das Gesundheitswesen

Die persönlichen Ärzt/innen genießen durchweg hohes Vertrauen. Auch die Krankenhäuser liegen stabil im hohen Bereich. Das lokale Gesundheitsamt hat seit September 2020 an Vertrauen verloren und sich mittlerweile auf mittlerem bis niedrigem Niveau stabilisiert.

1.4 Vertrauen in die Arbeitsumwelt

Das Vertrauen in Arbeitgeber und Betriebsärzte hat sich über den Pandemieverlauf kaum verändert und lieght stabil auf mittlerem Niveau.

1.5 Vertrauen in die Bundesregierung im Detail

Das Vertrauen in die Bundesregierung ist seit dem Anfang der Corona-Pandemie rückläufig. Besonders in der Phase nach den Lockerungen im Juni 2020 und zu der Verlängerung des 2. Lockdowns Anfang Januar 2021 sind die Vertrauenswerte gefallen. Zur Zeit hat sich das Vertrauen in die Bundesregierung im Durchschnitt geringfügig, aber statistisch bedeutsam erholt.

Vertrauen in die Bundesregierung in der aktuellen Erhebung:

Table 1.1:
(Eher) niedrig Mittel (Eher) hoch
N=491 N=160 N=273
Alter 45.2 (15.6) 41.3 (15.9) 47.6 (16.6)
Geschlecht:
männlich 227 (46.2%) 71 (44.4%) 137 (50.2%)
weiblich 264 (53.8%) 89 (55.6%) 136 (49.8%)
Schulbildung:
Bis zu 9 Jahre 55 (11.2%) 15 (9.38%) 27 (9.89%)
Mind. 10 Jahre (ohne Abitur) 168 (34.2%) 52 (32.5%) 86 (31.5%)
Mind. 10 Jahre (mit Abitur) 268 (54.6%) 93 (58.1%) 160 (58.6%)

30 % haben hohes Vertrauen, 17 % mittleres Vertrauen, 53 % haben niedriges Vertrauen. Seit Anfang April 2020 ist der Anteil derer, die (eher) wenig Vertrauen haben, von 25% auf aktuell 53 % gestiegen:

1.5.1 Vertrauen in die Bundesregierung und Ablehnung der Maßnahmen

Anfang Dezember 2020 fällt das Vertrauen vor allem bei den Teilnehmenden, die die Maßnahmen nicht übertrieben finden. Personen, die die Maßnahmen ablehnen, haben durchgängig seit Mai 2020 weniger Vertrauen in die Regierung. Aktuell steigt das Vertrauen vor allem bei den Teilnehmenden, die sich in ihrer Einstellung zu den Maßnahmen sehr sicher sind. Die Befragungsteilnehmenden, die sich unsicher sind, geben in der Tendenz ein stabiles bis leicht sinkendes Vertrauen an.