Resilienz ist die psychische Widerstandskraft, die Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen.

Die Daten wurden anhand der Brief Resilience Scale erfasst und mit deutschen Normdaten verglichen. Dargestellt sind Abweichungen zu den vorhandenen Normen. Wenn die Fehlerbalken nicht die Null-Linie schneiden, zeigt dies eine signifikante Verminderung oder Erhöhung der Resilienz im Vergleich zur Normstichprobe an.

Die aktuellen Resilienz-Werte unterscheiden sich vom deutschen Normkollektiv (LIR Mainz, Kunzler et al. 2018) in Abhängigkeit vom Alter: Im Rahmen der Corona-Krise schätzen sich jüngere Personen als weniger resilient und Menschen älter als 60 Jahre als resilienter ein als das Normkollektiv (LIR, Kunzler et al. 2018). Die veränderten Einschätzungen konnten bereits im Frühjahr beobachtet werden und haben sich seitdem kaum verändert.

Zusammenhang von Resilienz mit ausgewählten Variablen (Erhebung vom 13.10.2020)

Korrelationen von Resilienz mit der Risikowahrnehmung zeigen, dass es einen kleinen Zusammenhang in dem Sinne gibt, dass resilientere Menschen sich als weniger anfällig für eine Infektion einschätzen und die Krankheit als weniger gefährlich einstufen. Sie sind der Meinung, die Situation durch ihr Verhalten positiv beeinflussen zu können und fühlen sich weniger hilflos als weniger resiliente Menschen.

Interpretation der Korrelationskoeffizienten (r): In der folgenden Übersicht zeigen höhere Werte einen stärkeren Zusammenhang an, Werte nahe Null zeigen, dass es keinen Zusammenhang gibt, um 0.1 einen kleinen Zusammenhang. Werte um 0.3 zeigen einen mittleren Zusammenhang, ab 0.5 spricht man von einem starken Zusammenhang. Ein negatives Vorzeichen bedeutet, dass hohe Werte auf der einen Variable mit niedrigen Werte auf der anderen Variable auftreten. p-Werte < 0.5 zeigen statistisch bedeutsame Zusammenhänge an. Bitte beachten Sie, dass eine Korrelation keine Aussage über die Wirkrichtung treffen kann (wer resilienter ist, fühlt sich weniger anfällig und umgekehrt).

Allgemeine Resilienz
r p
Alter
Alter .13 <.001
Risikowahrnehmung
Wahrscheinlichkeit an COVID-19 zu erkranken -.16 <.001
Ernsthaftigkeit der Erkrankung -.08 .007
Anfälligkeit -.19 <.001
Wahrgenommene Nähe des Virus -.01 .704
Psychologische Schutzfaktoren
Selbstwirksamkeitserwartung .21 <.001
Maßnahmen
Ergriffenes Schutzverhalten .07 .030
Wissen über korrektes Schutzverhalten .05 .090
Umgang mit der Situation
Ich selbst kann nichts tun, um die Situation positiv zu beeinflussen. -.19 <.001
Wahrgenommene Hilflosigkeit -.23 <.001