1 Masken in der Öffentlichkeit

Laut Beschluss der Bundesregierung ist das Tragen von Gesichtsmasken beim Einkaufen und im ÖPNV seit Ende April 2020 verpflichtend.

92% halten es für eine wirksame Schutzmaßnahme, in der Öffentlichkeit Masken zu tragen (vorherige Befragung: 92.16%).

73.14% geben an, in der Öffentlichkeit Masken zu tragen (vorherige Befragung: 71.37%).

Einer Regelung zum verpflichtenden Masketragen in der Öffentlichkeit stimmen 70.55% zu (vorherige Befragung: 74.73%).

2 Wer trägt eher Maske?

Masken tragen eher Personen, die:

  • älter sind,

  • weiblich sind,

  • höhere Bildungsabschlüsse haben,

  • hohes Vertrauen in den medizinischen Sektor haben,

  • ein stärkeres affektives Risiko wahrnehmen,

  • häufiger nach Informationen suchen,

  • das Gefühl haben, dass sich die Krankheit schnell und in ihrer Nähe ausbreitet

Interpretation: Dargestellt sind die Ergebnisse binär-logistischer Regressionsanalysen. Die Odds ratio trifft eine Aussage darüber, inwieweit das Vorhandensein bzw. Nichtvorhandensein eines weiteren Merkmals B (z.B. Masken tragen) zusammenhängt. CI sind die 95% Konfidenzintervalle der Koeffizienten. Fettgedruckte Einflussfaktoren sind signifikant und haben einen statistisch bedeutsamen Einfluss. Werte über 1: Höhere Werte auf diesem Einflussfaktor führen zu mehr Maske tragen. Werte unter 1: Kleinere Werte auf diesem Einflussfaktor führen zu weniger Maske tragen.

Variablen im Modell: Alter, Geschlecht, Bildung, Arbeit im Gesundheitssektor, chronische Erkrankung, ein Kind haben unter 18, Gemeindegröße, Vertrauen in die Behörden, Vertrauen in den Gesundheitssektor, Risikowahrnehmung (Erkrankungswahrscheinlichkeit, Anfälligkeit, Schweregrad), verschiedene affektive Aspekte (Angst, Sorge, Dominanz des Themas, Hilflosigkeit), verschiedene Aspekte bezogen auf die Wahrnehmung des Virus (wahrgenommene Nähe und Ausbreitungsgeschwindigkeit), gefühltes und echtes Wissen (COVID-19, Schutzmaßnahmen, Verfügungen), Selbstwirksamkeit in Bezug auf effektive Schutzmaßnahmen, Wahrnehmung des Ausbruchs als Medienhype, Häufigkeit der Informationssuche über Corona und Infizierte im persönlichen Umfeld (bestätigt und unbestätigt vs. nicht).

Hinweis: Die Regression bezieht sich ausschließlich auf die aktuelle Welle.

  Maske tragen
Variablen Odds Ratios CI p
Alter 1.02 1.00 – 1.05 0.022
Geschlecht: weiblich 2.06 1.11 – 3.83 0.023
Schulbildung: 10+ Jahre
(ohne Abitur) vs. 9 Jahre
0.28 0.08 – 0.98 0.046
Schulbildung: Abitur vs.
9 Jahre
0.36 0.10 – 1.25 0.107
Wahrgenommenes Wissen 0.81 0.61 – 1.07 0.138
Vertrauen in den
medizinischen Sektor
1.60 1.27 – 2.01 <0.001
Gefühlte Distanz zur
Krankheit
1.28 1.03 – 1.59 0.027
Affektives Risiko 1.42 1.07 – 1.87 0.013
Gefühlte
Verbreitungsgeschwindigkeit
der Krankheit
1.46 1.18 – 1.80 0.001
Häufigkeit
Informationssuche
1.50 1.21 – 1.87 <0.001
Observations 989
Cox & Snell’s R2 / Nagelkerke’s R2 0.143 / 0.371

3 Zeigen Maskenträger/innen insgesamt mehr Schutzverhalten?

Maskenträger/innen zeigen im Vergleich zu Menschen, die keine Masken tragen, mehr Schutzverhalten. Sowohl für alle individuellen Schutzmaßnahmen (Händewaschen, Kontakt vermeiden), als auch für alle sozialen Schutzmaßnahmen (1,5m Abstand, auf private Reisen verzichten) zeigt sich, dass Maskenträger/innen diese eher zeigen.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Ergebnisse von logistischen Regressionen für die aktuelle Erhebung.

Interpretation: Dargestellt sind die Ergebnisse binär-logistischer Regressionsanalysen. Die Odds ratio trifft eine Aussage darüber, inwieweit das Vorhandensein bzw. Nichtvorhandensein eines weiteren Merkmals B (z.B. Abstand halten) zusammenhängt. Einflussfaktoren sind signifikant, wenn der p-Wert kleiner als .05 ist. Werte über 1: Höhere Werte auf diesem Einflussfaktor führen zu mehr Schutzverhalten. Werte unter 1: Kleinere Werte auf diesem Einflussfaktor führen zu weniger Schutzverhalten.

Hinweis: Die Ergebnisse beziehen sich auf die aktuelle Welle.

Maske tragen
Odds Ratio p
Individuelle Schutzmaßnahmen
Desinfektionsmittel benutzen 5.89 <.001
Hände für 20 Sek. waschen 3.86 <.001
Händeschütteln vermeiden 8.88 <.001
Mund und Nase bedecken 5.86 <.001
Kontakt vermeiden 3.50 <.001
Zuhause bleiben 3.49 <.001
Soziale Schutzmaßnahmen
1,5m Abstand halten 6.93 <.001
Quarantäne ohne Symptome 2.44 <.001
Quarantäne mit Symptomen 2.91 <.001
Öffentliche Orte vermeiden 3.04 <.001
Private Feiern vermeiden 3.16 <.001
Höchstens mit einer anderen Person oder Haushaltsangehörigen in Öffentlichkeit bewegen 1.90 <.001
Nur notwendige Wege durchführen 3.63 <.001
Keine Freunde und Verwandte treffen (aus anderem Haushalt) 2.78 <.001
Auf private Reisen verzichten 5.95 <.001

4 Ergebnisse aus vergangenen Erhebungen

Achtung: Die nachfolgenden Analysen und Abbildungen beziehen sich auf vergangene Erhebungswellen.

4.1 Beibehaltung der Maskenpflicht (Stand: 10.11.2020)

Die Teilnehmenden wurden nach ihrer Zustimmung zur Beibehaltung der Maskenpflicht befragt.

80% der Befragten sind der Meinung, dass die Maskenpflicht in Geschäften aufrecht erhalten werden sollte.

83% der Befragten sind der Meinung, dass die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln aufrechterhalten werden sollte.

Die Zustimmung wurde in Verbindung gesetzt mit der Tatsache, ob die Personen die aktuellen Maßnahmen übertrieben finden. Personen, die die Maßnahmen übertrieben finden, sind stärker gegen die Maskenpflicht.

Hinweis: Die Ergebnisse beziehen sich auf die Welle vom 10./11.11.2020

4.2 Maskenpflicht im Schulkontext (Stand: 27.10.2020)

Die Teilnehmenden wurden nach ihrer Zustimmung zur Maskenpflicht im Schulkontext befragt.

68% stimmten (eher) der Aussage zu, dass Schülerinnen und Schüler über 10 Jahren im Unterricht eine Maske tragen sollten. 74% sind hingegen (eher) der Meinung, dass diese nur auf dem Schulweg oder im Schulhaus, aber nicht während des Unterrichts getragen werden sollte.

73% stimmten (eher) der Aussage zu, dass Lehrerinnen und Lehrer während des Unterrichts eine Maske tragen sollten.

4.3 Wissen über die Effekte des Masketragens (Stand: 30.09.2020)

In der Erhebungswelle vom 30.09.20 wurden die Teilnehmer zu den Effekten des Maskentragens befragt.

Insgesamt herrscht große Einigkeit, dass das Tragen einer Maske dabei helfen kann, andere vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. Es herrscht jedoch auch viel Missinformation über mögliche weitere Effekte des Masketragens innerhalb der Befragten vor. So gaben 25% an, dass das Tragen einer Maske zu einer verminderten Sauerstoffaufnahme führt während 4% angeben, dass das Tragen einer Maske zu Segelohren führen kann.

Hinweis: Mehrfachantworten waren möglich sofern nicht “Keine der vorangegangenen Aussagen trifft zu.” oder “Weiß nicht.” angegeben wurden.

4.4 Wie werden Masken wahrgenommen? (Stand: 07.07.2020)

In der Welle vom 07.07.20 wurden die Befragten in zwei Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe erhielt eine Infografik zum Nutzen des Tragens von Masken bei der Eindämmung des neuartigen Coronavirus. Die andere Gruppe erhielt diese Infografik nicht. Daran anschließend bewerteten die Befragten Masken auf verschiedenen Dimensionen:

  • Effektivität
  • Sinnhaftigkeit
  • Komfort
  • Ärger
  • Selbstschutz
  • Fremdschutz

Das Schaubild (in der Studie in einer deutschen Version verwendet) kann hier heruntergeladen werden: https://science.sciencemag.org/content/368/6498/1422

Personen, die die Infografik gesehen haben, unterscheiden sich auf den folgenden Dimensionen:

  • 82% der Befragten, die das Schaubild gesehen haben, nehmen Maskentragen als effektiv wahr (vs. 75% der Befragten in der Bedingung ohne Schaubild). t(992.6117)=-2.821, p=.005

  • 84% der Befragten, die das Schaubild gesehen haben, nehmen Maskentragen als sinnvoll wahr (vs. 78% der Befragten in der Bedingung ohne Schaubild). t(975.348)=-2.989, p = .003

  • 43% der Befragten, die das Schaubild gesehen haben, sind überzeugt, dass Maskentragen sie selbst schützt (vs. 34% der Befragten in der Bedingung ohne Schaubild). t(1007.077)=-2.580, p = .010

  • 85% der Befragten, die das Schaubild gesehen haben, sind überzeugt, dass Maskentragen andere schützt (vs. 79% der Befragten in der Bedingung ohne Schaubild). t(990.354) = -2.029,p=.042

Keine Unterschiede gibt es bei Fragen zum Tragekomfort und dem Ärger, den Masketragen auslöst:

  • 80% der Befragten, die das Schaubild gesehen haben, empfinden Maskentragen als unangenehm (vs. 81% der Befragten in der Bedingung ohne Schaubild).

  • 56% der Befragten, die das Schaubild gesehen haben, nehmen Maskentragen als ärgerlich wahr (vs. 57% der Befragten in der Bedingung ohne Schaubild).

Weitere Analysen zeigen, dass die Infografik besonders bei Personen, die die Maßnahmen eher ablehnen, Bewusstsein für die Effektivität von Masken und den Schutz anderer schaffen (signifikante Interaktionseffekte in den folgenden Analysen, dargestellt in der Grafik unter der Tabelle).

  Maskentragen dient dem Fremdschutz Maskentragen ist effektiv
Variablen std. Beta standardized CI p std. Beta standardized CI p
Maßnahmen übertrieben
finden
-0.53 -0.61 – -0.46 <0.001 -0.65 -0.72 – -0.58 <0.001
Schaubild gesehen (vs.
nicht gesehen)
-0.03 -0.13 – 0.06 0.488 0.02 -0.07 – 0.11 0.663
Maßnahmen übertrieben
finden * Schaubild
0.14 0.03 – 0.26 0.012 0.12 0.01 – 0.22 0.026
Observations 1010 1010
R2 / adjusted R2 0.223 / 0.220 0.365 / 0.363

Die Infografik beeinflusste vor allem die wahrgenommene Effektivität und die Wahrnehmung, dass man mit der Maske auch andere schützen kann. Diese beiden Aspekte hängen besonders stark mit häufigem Tragen zusammen, wie Korrelationsanalysen in der Kontrollgruppe (ohne Inforgrafik) zeigen.

Korrelation zwischen Trageverhalten und Maskenwahrnehmung

Die nachfolgenden Korrelationen berücksichtigen nur Teilnehmer, die das Maskenschaubild nicht gesehen haben.

  • Masken als ineffektiv/sinnlos empfinden: -0.5

  • Masken als unkomfortabel empfinden: -0.19

  • Masken als Selbstschutz wahrnehmen: 0.29

  • Masken als Fremdschutz wahrnehmen: 0.42

Interpretation der Korrelationskoeffizienten: In der folgenden Übersicht zeigen höhere Werte einen stärkeren Zusammenhang an, Werte nahe Null zeigen, dass es keinen Zusammenhang gibt, um 0.1 einen kleinen Zusammenhang. Werte um 0.3 zeigen einen mittleren Zusammenhang, ab 0.5 spricht man von einem starken Zusammenhang. Ein negatives Vorzeichen bedeutet, dass hohe Werte der einen Variable mit niedrigen Werten der anderen Variable einhergehen. Fettdruck zeigt statistisch bedeutsame Zusammenhänge an.