1 Private Feiern vermeiden

Seit Ende März 2020 geben die Teilnehmenden an, inwieweit sie auf private Feiern verzichten. Bis Mitte Oktober 2020 nahm der Anteil derer ab, die auf private Feiern verzichtet haben. Anschließend stieg der Anteil auf ein hohes Niveau zwischen 75%-85%. Über die Weihnachts- und Silvesterfeiertage 2020 nahm die Bereitschaft, auf private Feiern zu verzichten nur geringfügig ab. Im Januar stieg die Anzahl der Menschen, die häufig oder immer auf private Feiern verzichten wieder auf das Niveau des 1. Lockdowns an (>85%) und ist seitdem stabil.

2 Ergebnisse aus vergangenen Erhebungen

2.1 Schutzmaßnahmen, Ekel und Risikowahrnehmung bei privaten Feiern (Stand: 27.10.2020)

Private Feiern, wie Geburtstagsfeiern, können unterschiedlich zusammengesetzt sein. Man kann sich nur mit Freunden treffen oder aber es sind auch Menschen unter den Gästen, die man gar nicht kennt. Diesse Zusammensetzung hat Auswirkungen auf die soziale Verbundenheit mit den Gästen.

In der Erhebungswelle vom 27.10.20 wurden die Teilnehmenden gebeten, sich in eine von zwei Situtationen hineinzuversetzen:

  • Geburtstagsituation eines Freundes auf denen nur Unbekannte sind

  • Geburtstagsituation eines Freundes auf denen nur Freunde sind

In beiden Situationen findet die Feier in geschlossenen Räumen statt.

Es zeigte sich, dass Personen sich eher mit Gästen verbunden fühlen, wenn sie sie kennen (t(-13.82) = 993.42, p < .001).

Diese soziale Verbundenheit hat Auswirkungen auf das eigene Schutzverhalten, die Risikowahrnhemung und Ekel im Bezug auf unhygienisches Verhalten Anderer.

Soziale Verbundenheit führt in dieser Situation zu:

  • weniger Masketragen

  • weniger Abstand halten

  • geringerer Risikowahrnehmung, sich mit dem Virus zu infizieren

  • weniger antizipierten Ekel, wenn andere Gäste beispielsweise Niesen, beim Husten den Mund nicht bedecken oder den Abstand nicht einhalten.

Die folgende Grafik zeigt die Unterschiede, die Verbundenheit mit den Gästen auslösen (niedrig/hoch) jeweils für (1) die Bereitschaft eine Maske zu tragen, (2) den Abstand einzuhalten, (3) Ekelempfinden und (4) der wahrgenommenen Wahrscheinlichkeit, sich anzustecken.

Interpretationshilfe: Die schwarzen Klammern auf den Balken sind 95%-Konfidenzintervalle. Wenn sich die Klammern der zwei Balken nicht überschneiden, besteht ein signifikanter Unterschied zwischen den Angaben der Teilnehmenden in den zwei Situationen (niedrige vs. hohe Verbundenheit)