Hinweis: Die detaillierten Ergebnisse der zweiten Fokuserhebung zum Impfen erscheinen hier voraussichtlich am 22.02.2021.

Hinweis: Auf dieser Seite werden ausschließlich Ergebnisse der vom 8. bis 10.12.2020 durchgeführten Fokuserhebung zum Impfen berichtet. Regelmäßig erhobene Daten zum Impfen finden Sie hier.

1 Allgemeine Impfeinstellung

Die Einstellung zum Impfen kann auf verschiedene Arten abefragt werden. Nachfolgend wird der Zusammenhang zwischen der allgemeinen Impfeinstellung und verschiedenen demographischen und psychologischen Variablen dargestellt.

Es zeigt sich, dass Vertrauen, sei es in die Bundesregierung oder den Impfstoff selbst, zentral für eine positive Impfeinstellung ist. Hingegen ist eine Abwertung der Krankheit selbst (im Bezug auf die Krankheitsrisiken) stark negativ mit der Impfeinstellung korreliert.

Originalfrage: “Wie ist Ihre Einstellung zu Impfungen ganz im Allgemeinen? Stehen Sie Impfungen alles in allem ablehnend, eher ablehnend, teils ablehnend/teils befürwortend, eher befürwortend oder befürwortend gegenüber?”

Allgemeine Impfeinstellung
r p
Demografie
Alter .15 <.001
Vertrauen und Einstellungen
Einstellung zur Gentechnik .26 <.001
Maßnahmen übertrieben finden -.39 <.001
Akzeptanz, während der Pandemie Freiheitsrechte einzuschränken .37 <.001
Es sollte schnellstmöglich einen harten Lockdown geben .31 <.001
Vertrauen in die Bundesregierung .41 <.001
Impfen ist Prävention .61 <.001
Impfen ist Intervention .45 <.001
Sorgen und Hilflosigkeit
Ich selbst kann nichts tun, um die Situation positiv zu beeinflussen. .20 <.001
Besorgnis über Corona .35 <.001
5C der Covid-19 Impfung
Vertrauen in die Impfung (COVID-19) .53 <.001
Unterschätzung von Krankheitsrisiken (COVID-19) -.50 <.001
Alltagsstress hält mich von der Impfung (COVID-19) ab -.20 <.001
Informationsbedürfnis über Impfung (COVID-19) .03 .278
Wenn alle geimpft sind, brauche ich mich nicht auch noch impfen lassen (COVID-19) -.42 <.001
Impfempfehlung (COVID-19) folgen ist Bürgerpflicht .58 <.001

Interpretation der Korrelationskoeffizienten (r): In der folgenden Übersicht zeigen höhere Werte einen stärkeren Zusammenhang an, Werte nahe Null zeigen, dass es keinen Zusammenhang gibt, um 0.1 einen kleinen Zusammenhang. Werte um 0.3 zeigen einen mittleren Zusammenhang, ab 0.5 spricht man von einem starken Zusammenhang. Ein negatives Vorzeichen bedeutet, dass hohe Werte auf der einen Variable mit niedrigen Werte auf der anderen Variable auftreten. p-Werte < 0.5 zeigen statistisch bedeutsame Zusammenhänge an. Bitte beachten Sie, dass eine Korrelation keine Aussage über die Wirkrichtung treffen kann (wer resilienter ist, fühlt sich weniger anfällig und umgekehrt).

2 Gründe des (Nicht-)Impfens

Neben der allgemeinen Impfeinstellung, können auch die 5C der Impfakzeptanz abgefragt werden. Sie enthalten mehr Facetten der Überzeugung zum Impfen als eine einzelne und allgemein gestellte Frage.

Die Gründe sich (nicht) gegen das Coronavirus impfen zu lassen wurden mithilfe der 5C-Kurzskala (Betsch et al., 2019) erfasst. Die 5C umfassen folgende Aspekte:

  • Confidence (Vertrauen) beschreibt das Ausmaß an Vertrauen in die Effektivität und Sicherheit von Impfungen, das Gesundheitssystem und die Motive der Entscheidungsträger (Ich habe vollstes Vertrauen, dass die Impfungen gegen COVID-19 sicher sein werden.).

  • Complacency (Risikowahrnehmung) beschreibt die Wahrnehmung von Krankheitsrisiken und ob Impfungen als notwendig angesehen werden (Impfungen gegen COVID-19 werden überflüssig sein, da COVID-19 keine große Bedrohung darstellt.).

  • Constraints (Barrieren in der Ausführung, auch: Convenience) beschreibt das Ausmaß wahrgenommener struktureller Hürden wie Stress, Zeitnot oder Aufwand (Alltagsstress wird mich davon abhalten, mich gegen COVID-19 impfen zu lassen.) .

  • Calculation (Berechnung) erfasst das Ausmaß aktiver Informationssuche und bewusster Evaluation von Nutzen und Risiken von Impfungen (Wenn ich darüber nachdenken werde, mich gegen COVID-19 impfen zu lassen, werde ich sorgfältig Nutzen und Risiken abwägen, um die bestmögliche Entscheidung zu treffen.).

  • Collective Responsibility (Verantwortungsgefühl für die Gemeinschaft) beschreibt das Ausmaß prosozialer Motivation, durch die eigene Impfung zur Reduzierung der Krankheitsübertragung beizutragen und damit andere indirekt zu schützen, z. B. kleine Kinder oder Kranke (Wenn alle gegen COVID-19 geimpft sind, brauche ich mich nicht auch noch impfen lassen.; umgekehrt abgefragt).

Welche Variablen sagen nun die Facetten der Impfakzeoptanz vorher?

Es zeigt sich, dass ältere Menschen auf allen Dimensionen anders ausgerägt sind als jüngere Menschen. Sie zeigen mehr Vertrauen, werten die Krankheitrisiken weniger ab, verspüren weniger Barrieren, wägen mehr Kosten und Nutzen ab und würden seltener Trittbrettfahren.

Auch haben Frauen weniger Vertrauen in die Impfung, vespüren allerdings weniger Barrieren.

  Confidence Complacency Constraints Calculation Coll. Responsibility Compliance
Variablen std. Beta standardized CI p std. Beta standardized CI p std. Beta standardized CI p std. Beta standardized CI p std. Beta standardized CI p std. Beta standardized CI p
Alter 0.14 0.09 – 0.19 <0.001 -0.17 -0.23 – -0.11 <0.001 -0.25 -0.31 – -0.20 <0.001 0.14 0.09 – 0.20 <0.001 -0.13 -0.19 – -0.08 <0.001 0.13 0.07 – 0.18 <0.001
Geschlecht: weiblich -0.15 -0.20 – -0.09 <0.001 -0.08 -0.13 – -0.03 0.003 0.05 -0.00 – 0.10 0.069 -0.04 -0.09 – 0.01 0.119
Mittelstadt vs.
Kleinstadt
-0.02 -0.08 – 0.04 0.489 0.06 0.00 – 0.11 0.046 0.08 0.02 – 0.13 0.010 -0.02 -0.08 – 0.04 0.496
Großstadt vs. Kleinstadt 0.05 -0.00 – 0.11 0.065 -0.00 -0.06 – 0.05 0.890 -0.00 -0.06 – 0.06 0.988 0.05 -0.01 – 0.11 0.109
Keine Kinder unter 18
Jahren (vs. Kinder unter
18 Jahren)
0.05 -0.00 – 0.10 0.076 -0.07 -0.12 – -0.02 0.011 -0.09 -0.15 – -0.04 <0.001 -0.05 -0.11 – 0.00 0.058
Schulbildung: 10+ Jahre
(ohne Abitur) vs. 9 Jahre
-0.08 -0.16 – 0.01 0.077 -0.09 -0.17 – -0.00 0.039 0.12 0.04 – 0.21 0.006 0.07 -0.02 – 0.15 0.118
Schulbildung: Abitur vs.
9 Jahre
-0.12 -0.20 – -0.03 0.008 -0.14 -0.22 – -0.05 0.002 0.18 0.10 – 0.27 <0.001 0.10 0.02 – 0.19 0.021
Chronisch krank (vs.
nicht chronisch krank)
-0.05 -0.11 – 0.00 0.069 -0.05 -0.11 – 0.00 0.062 0.05 -0.01 – 0.10 0.091
Westdeutsch (vs.
Ostdeutsch)
-0.04 -0.10 – 0.01 0.096
Observations 1379 1379 1379 1379 1379 1379
R2 / adjusted R2 0.051 / 0.047 0.045 / 0.041 0.091 / 0.086 0.028 / 0.025 0.038 / 0.035 0.027 / 0.022

Interpretation: Dargestellt sind die Ergebnisse einer linearen schrittweisen Regressionsanalyse (bestes statistisches Modell). CI sind die 95% Konfidenzintervalle der Koeffizienten (betas). Wenn diese Null einschließen, hat die entsprechende Variable keinen statistisch bedeutsamen Einfluss. Fettgedruckte Einflussfaktoren sind signifikant und haben einen statistisch bedeutsamen Einfluss. Das heißt für Werte mit positivem Vorzeichen: höhere Werte auf diesem Einflussfaktor führen beispielsweise zu mehr Vertauen. Das heißt für Werte mit negativem Vorzeichen: höhere Werte auf diesem Einflussfaktor führen zu weniger Vertrauen

Ausprägungen der 5C

Die untere Abbildung zeigt, dass im Allgemeinen das Vertrauen in die Impfung weder stark noch schwach ausgeprägt ist. Das bedeutet, das die Befragten unschlüssig im Bezug auf die Sicherheit der Impfungen sind. Vertrauensbildende Maßnahmen sind folglich angezeigt.

Auch zeigen die Daten, dass die Befragten Vor- und Nachteile der Impfung abwägen werden. Das bedeutet, dass ein Informationebedürfnis besteht, dass mit Hilfe evidenzbasierter Kommunikationsstrategien gestillt werden sollte.

3 Impfabsicht & Impfpflicht

Die Befragten sollten angeben, ob Sie sich gegen COVID-19 impfen lassen würden, wenn sie nächste Woche die Möglichkeit dazu hätten. Zudem sollten sie angeben, inwiefern sie einer Impfpflicht gegen das Coroavirus zustimmen würden.

4 Impfbereitschaft von Personen im Gesundheitswesen

5 Korrelationen zwischen Impfbereitschaft bestimmten Überzeugungen

  • Sorge, dass sich Patient ansteckt: r = 0.32

  • Überzeugung, dass eigene Impfung andere schützt: r = 0.59

  • Impfziel “Schutz von Personen mit erhöhtem Infektionsrisiko aufgrund ihres Berufes”: r = 0.41

  • Das Gefühl gut informiert zu sein: r = 0.32

5.1 Einflussfaktoren der Impfabsicht

Interpretation: Dargestellt sind die Ergebnisse einer linearen schrittweisen Regressionsanalyse (bestes statistisches Modell). CI sind die 95% Konfidenzintervalle der Koeffizienten (betas). Wenn diese Null einschließen, hat die entsprechende Variable keinen statistisch bedeutsamen Einfluss. Fettgedruckte Einflussfaktoren sind signifikant und haben einen statistisch bedeutsamen Einfluss. Das heißt für Werte mit positivem Vorzeichen: höhere Werte auf diesem Einflussfaktor führen zu mehr Impfbereitschaft. Das heißt für Werte mit negativem Vorzeichen: höhere Werte auf diesem Einflussfaktor führen zu weniger Impfbereitschaft

Die Impfbereitschaft gegen COVID-19 ist höher für Personen, die:

  • älter sind,

  • männlich sind,

  • der Impfung mehr vertrauen,

  • weniger Nutzen und Risiken abwägen,

  • nicht Trittbrettfahren wollen,

  • Impfen als Bürgerpflicht wahrnehmen,

  • nicht glauben, dass Impfnebenwirkungen verheimlicht werden

  • der Überzeugung sind, dass schwere Impfnebenwirkungen durch den Staat versorgt und behandelt werden

  • Impfen in der eigenen Familie befürwortet wird

  • sich um eine Infektion sorgen

Variablen im Modell: Alter, Geschlecht, Bildung, Arbeit im Gesundheitssektor, chronische Erkrankung, Gemeindegröße, die erweiterten 5C der Impfakzeptanz, die Familiennorm und Sorge um eine Infektion.

  Bereitschaft, sich impfen zu lassen
Variablen std. Beta standardized CI p
Confidence (Ich habe
vollstes Vertrauen, dass
die Impfungen gegen
COVID-19 sicher sein
werden)
0.35 0.30 – 0.40 <0.001
Calculation (Wenn ich
darüber nachdenken werde,
mich gegen COVID-19
impfen zu lassen, werde
ich sorgfältig Nutzen und
Risiken abwägen, um die
bestmögliche Entscheidung
zu treffen)
-0.05 -0.08 – -0.02 0.002
Collective responsibility
(Wenn alle gegen COVID-19
geimpft sind, brauche ich
mich nicht auch noch
impfen lassen)
-0.09 -0.13 – -0.05 <0.001
Alter 0.03 0.00 – 0.07 0.031
Geschlecht: weiblich -0.04 -0.07 – -0.01 0.006
Impfen ist Bürgerpflicht 0.16 0.12 – 0.21 <0.001
Impfnebenwirkungen werden
verheimlicht
-0.09 -0.13 – -0.05 <0.001
Impfnebenwirkungen: Staat
kümmert sich um
Behandlung und Versorgung
0.10 0.06 – 0.14 <0.001
Impfnorm in der Familie:
vorhanden (vs nicht
vorhanden oder unbekannt)
0.19 0.15 – 0.23 <0.001
Impfnorm in der Familie:
unbekannt vs nicht
vorhanden
0.05 0.01 – 0.08 0.005
Sorge um Coronainfektion 0.05 0.01 – 0.08 0.006
Observations 1379
R2 / adjusted R2 0.674 / 0.672

6 Wissen über den Typ von in der Zulassungsphase befindlichen Impfstoffen

In der letzten Zeit wurde darüber berichtet, dass sich die von Moderna und BioNTech/Pfizer entwickelten Impfstoffe in der Zulassungsphase befinden. Die Teilnehmer wurden gefragt, ob sie wissen, um welche Art Impfstoff es sich jeweils handelt. Die meisten Teilnehmer wissen dies nicht, gefolgt von denjenigen, die die korrekte Antwort (genbasierter Impfstoff) kennen. Nur wenige geben eine falsche Antwort. Insgesamt hat das Wissen im Vergleich zur Vorerhebung leicht zugenommen.

Diejenigen Teilnehmer, die wissen, dass es sich um genbasierte Impfstoffe handelt, unterscheiden sich in ihrer Impfabsicht nicht von denjenigen, die den Impfstofftyp nicht kennen.

7 Motiv des Impfens

Die Teilnehmer wurden gefragt, wie sehr zwei Argumente für eine Impfung gegen COVID-19 sprechen:

  • Impfen zum Schutz der eigenen Gesundheit

  • Impfen als Alternative zu anderen Präventionsmaßnahmen

Das Motiv des Schutzes der individuellen Gesundheit ist stärker ausgeprägt als das Motiv des Impfens als Alternative im Hinblick auf andere Präventionsmaßnahmen (statistisch bedeutsam).

8 Ziele der Impfung

Mit Hilfe der Impfung gegen COVID-19 können verschiedene gesellschaftliche Ziele erreicht werden:

  • Schutz von Personen mit einem erhöhten Risiko für schwere Verläufe und Tod durch COVID-19

  • Schutz von Personen mit erhöhtem Infektionsrisiko aufgrund ihres Berufes (z.B. im Gesundheits- und Pflegebereich)

  • Reduktion der Übertragung des Coronavirus

  • Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens

Die nachfolgende Abbildung zeigt: Während alle Ziele befürwortet werden, legen die Befragten besonders Wert auf den Schutz vulnerabler Gruppen.

9 Bevorzugte Impforte

In der Sondererhebung wurden die Teilnehmer gefragt, wo sie sich impfen lassen würden.

9.1 Allgemein

Die Mehrheit der Befragten bevorzugt eine Impfung bei dem/der Hausarzt/Hausärztin. Knapp ein Drittel bevorzugt ein zentrales Impfzentrum.

9.2 Gesundheitspersonal, 60+ und chronisch Kranke

Nachstehend werden die bevorzugten Impforte der priorisierten Bevölkerungsgruppen dargestellt.

Es zeigt sich ein ähnliches Bild wie für die allgemeine Bevölkerung. Ein größerer Anteil an Beschäftigten im Gesundheitswesen bevorzugen eine Impfung am Arbeitsplatz im Vergleich zu den anderen Gruppen und der allgemeinen Bevölkerung.

10 Informationen über das Impfen

Die nachfolgenden Abbildungen und Analysen beschäftigen sich mit dem Informationsverhalten der Befragten. Zusätzlich wurden Abbildungen für die priorisierten Gruppen hinzugefügt.

10.1 Informationshäufigkeit über die Impfung

72% informieren sich (eher) sehr häufig über Corona.

10.2 Informationsbedürfnis

Die Teilnehmer wurden befragt, inwiefern sie sich gut informtiert fühlen. 4% der Teilnehmer konnten ihren Informationsstand nicht einschätzen.2% der Teilnehmer haben keine Angaben gemacht.

Nur knapp 60% fühlen sich gut oder sehr gut über die Impfung gegen das Coronavirus informiert. Personen, die sich gut informiert fühlen, lassen sich auch eher impfen (r = .32)

10.3 Welche Informationen werden gewünscht?

Am größten ist das Bedürfnis nach Informationen über potenzielle Nebenwirkungen der Impfung, gefolgt von Informationen über die verschiedenen Impfstofftypen und der Frage, wann die Impfung für einen selbst verfügbar ist.

10.4 Informationsbedarf nach Subgruppen

Personen mit erster Impfpriorität haben besonderen Bedarf an Informationen über potenzielle Nebenwirkungen. Auch über die verschiedenen Impfstoff-Typen besteht für alle Zielgruppen Informationsbedarf.

Personen, die die Corona-Impfung (eher) nicht haben wollen, benötigen Informationen über die Notwendigkeit und den Nutzen der Impfung.

10.5 Präferierter Kommunikationskanal

Die meisten Befragten wünschen sich, über Fernsehen und Radio sowie von ihren Ärzt/innen über die Impfung gegen das Coronavirus informiert zu werden.

Offizielle Quellen, wie die Webseiten der Gesundheitsbehörden, werden auch von 44% der Befragten genannt.

Apotheken, Krankenkassen oder das Gesundheitsportal des Bundes spielen untergeordnete Rollen.

10.6 Informationsquellen - welche werden genutzt? Welche werden gewünscht?

10.6.1 Allgemein

Klassische Medien wie Fernsehen und Radio und Gespräche mit Freunden und Familie sind die am häufigsten genutzten InformaWonsquellen über das Coronavirus.

Internetquellen (inkl. Webseiten der Behörden) werden deutlich seltener genutzt.

Personen, die sich (eher) nicht impfen lassen möchten, informieren sich generell seltener.

10.6.2 Spezifische Subgruppen

10.7 Präferiertes Format

10.7.1 Allgemein

Zur Aufklärung über die Impfung sind verschiedene Informationsformate möglich.

Am ehesten würden die Befragten sachliche Erklärvideos nutzen; auch Frage-und Antwortvideos oder Videos mit echten Darstellern wären denkbar.

Spielerischere Formate (Trickfilme, Sprachassistenten) würden ca. 80% der Befragten eher selten oder nie nutzen.

10.7.2 Spezifische Subgruppen

10.7.2.1 Altersgruppen

Jüngere unter 30 Jahren würden Frage-/Antwortvideos häufiger als andere Altersgruppen nutzen.

10.7.2.2 Personen, die eine COVID19 Impfung (eher) ablehnen, Gesundheitspersonal, 60+ und chronisch Kranke

In den Zielgruppen, die zuerst eine Impfung erhalten können und unter den Personen, die eine Coronaimpfung eher nicht haben möchten, sind v.a. sachliche Erklärvideos gewünscht.

11 Impfempfehlung durch Ärzte

8.85% haben sich bereits mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin zur COVID-19 Impfung beraten; von diesen berichten:

  • 55.74%: Ärzt/in empfielht die Impfung gegen COVID-19

  • 12.3%: Ärzt/in rät von der COVID-19 Impfung ab

  • 30.33% Ärzt/in kann noch nicht sagen, ob er/sie die Impfung empfehlen will

9.21% der Befragten (n = 127) gaben an, selbst im medizinischen Bereich zu arbeiten. 49.61% sagen, sie würden Ihren Patient/innen einen COVID-19 Impfstoff empfehlen, wenn er verfügbar wird und prinzipiell für Ihre Patient/innen in Frage käme.

51.97% fühlen sich ein wenig oder ganz sicher, dass sie Fragen von Patient/innen über die COVID-19 Impfung beantworten könnten, sobald sie verfügbar ist.

12 Steigerung der Implereitschaft

Hypothetische Maßnahmen zur Steigerung der Implereitschaft wurden abgefragt. Die Ergebnisse zeigen, dass ausschließlich umfassende Informationonskampagnen und keine weiteren Anreizsysteme breit akzeptiert sind.

Frühere Erhebungen (Survey-Experiment) zeigten gleichermaßen, dass eine finanzielle Entlohnung auf die ImplereitschaI keinen Einfluss häqe.

13 Priorisierung der Impfstoffverteilung

In einem Survey-Experiment sollten die insgesamt zehn Personengruppen, die laut STIKO prioritär als erstes geimpft werden sollen, in eine Rangreihenfolge gebracht werden.

Es sollte so überprüft werden, ob die Zuordnung der Gruppen zu den beiden ersten beiden Priorisierungskategorien Zustimmung findet. Da außerdem eine Impfstoffknappheit herrscht und die priorisierten Gruppen in ihrer Gruppengröße variieren, wurden im Experiment einmal die Gruppengrößen angegeben und einmal nicht.

Die Ergebnisse zeigen, dass medizinisches und Pflegepersonal höher priorisiert wird als Bewohner/innen von Senioren-und Pflegeheimen. Die Gruppengrößen sind für die Priorisierung irrelevant.

Der Wert gibt an: Wie wichtig ist eine Gruppe im Vergleich zur Referenzgruppe (hier: Bewohner/innen von Senioren-und Pflegeheimen, die von der STIKO am höchsten bewertete Gruppe). Null bedeutet, dass diese Gruppe genauso wichtig eingeschätzt wurde wie Bewohner/innen in Senioren-und Pflegeheimen, positive Werte: höhere Priorität; negative Werte: niedrigere Priorität

14 Gesundheitspersonal und Impfen

14.1 Gespräch mit Ärzten über die COVID-19 Impfung

Lediglich 9% der Befragten gaben an, bereits mit dem Arzt/Ärztin über die COVID-19 Impfung gesprochen zu haben.

14.2 Gründe für erschwertes Impfen unter Gesundheitspersonal

Medizinisches Personal wird häufig kritisiert, dass es nicht ausreichend geimpft ist.

Was macht es medizinischem Personal schwer, Impfungen zu erhalten? (Antworten von 127 Personen, die angegeben haben, im medizinischen Bereich zu arbeiten)

Mehr als die Hälfte der Befragten gaben an, dass es nicht schwer ist eine Impfung zu erhalten. Als Schwierigkeiten wurden am häufigsten die ungünstigen Öffnungszeiten mit dem Wunsch nach mobilen Impfungen genannt. Wer besorgt ist, seine Patient/innen mit CODVID-19 anzustecken, ist impfbereiter (r= 0.41).

17.3% wurden während der COVID-19 Pandemie schlecht behandelt, weil sie im Gesundheitswesen arbeiten. 48% denken, dass sich die meisten ihrer Arbeitskolleg/innen gegen COVID-19 impfen lassen werden.

15 Demografie in der Fokus-Erhebung

 Summe 
 Altersgruppe 
   18-29  269
   30-49  527
   50-64  395
   65-74  188
   #Summe  1379
 Geschlecht 
   männlich  693
   weiblich  686
   #Summe  1379
 Bundesland 
   Ba-Wü  140
   Bayern  207
   Berlin  63
   Brandenburg  45
   Bremen  12
   Hamburg  35
   Hessen  108
   Meck-Vorp  31
   Nieders  132
   NRW  303
   RLP  71
   Saarland  19
   Sachsen  79
   S-Anhalt  41
   Schleswig-H  53
   Thüringen  40
   #Summe  1379
 Bildungsgrad 
   Bis zu 9 Jahre  157
   Mind. 10 Jahre (ohne Abitur)  461
   Mind. 10 Jahre (mit Abitur)  761
   #Summe  1379
 Erwerbstätigkeit 
   Nicht erwerbstätig  479
   Erwerbstätig  900
   #Summe  1379
 Berufliche Tätigkeit 
   Tätigkeit im Gesundheitswesen  127
   Tätigkeit in der Bildung  75
   Anderer systemrelevanter Beruf (z. B. Feuerwehr, Wasserversorgung…)  132
   Andere Tätigkeit  495
   Aktuell keine bezahlte Arbeit  135
   Im Ruhestand  267
   Keine der oben genannten  148
   #Summe  1379
 Haushaltseinkommen 
   unter 1250 €  160
   1250 € bis unter 1750 €  154
   1750 € bis unter 2250 €  193
   2250 € bis unter 3000 €  263
   3000 € bis unter 4000 €  241
   4000 € bis unter 5000 €  158
   5000 € und mehr  107
   keine Angabe  103
   #Summe  1379
 Haushaltsgröße 
   Nur ich  337
   2 Personen  569
   3 bis 4 Personen  393
   Mehr als 4 Personen  77
   #Summe  1376
 Alleinerziehend 
   Nicht alleinerziehend  333
   Alleinerziehend  59
   #Summe  392
 Beziehungstatus 
   Partnerschaft (inkl. Ehe)  967
   keine Partnerschaft  412
   #Summe  1379
 Chronische Erkrankung 
   Nein  909
   Ja  470
   #Summe  1379
 Infektionsstatus 
   Nicht infiziert  1333
   Infiziert  46
   #Summe  1379
 Schweregrad der Erkrankung 
   Milder Verlauf  41
   Schwerer Verlauf  3
   #Summe  44
 Erkrankung bestätigt 
   Durch Test bestätigt  31
   Nicht bestätigt  13
   #Summe  44
 Infizierte im Umfeld 
   keine Fälle bekannt  881
   Fälle bekannt  498
   #Summe  1379
 Verstorbene im Umfeld 
   Verstorbene im Umfeld  116
   Keine Verstorbenen im Umfeld  382
   #Summe  498