1 Wissen

In der Befragung vom 30.08.22 wurde mit 12 Fragen das Wissen über umwelt- und klimawandelbezogene Themen ermittelt. Die Fragen stellen eine Teilmenge von Fragen aus einem etablierten Umweltwissenstest dar (Geiger et al., 2018, https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpsyg.2019.00718/full) und wurden so gewählt, dass sie ein breites Spektrum an Themenbereichen rund um den Klimawandel abdecken und gleichzeitig eine präzise Unterscheidung verschiedener Wissensniveaus bei den Teilnehmenden erlauben. Insgesamt beantworteten die Teilnehmenden im Mittel 60% der Fragen richtig. Einzelne Teilnehmende beantworteten alle oder keine der Fragen richtig. Bei den folgenden fünf Fragen wiesen die Teilnehmenden größere Wissenslücken auf:

  • Bei welchem Material wird durch Recycling gegenüber Neuherstellung am meisten Energie gespart?
    • Korrekt: Aluminium (falsch: Glas, Weissblech, Papier)
    • von 21% der Teilnehmenden richtig gelöst
  • Ein durchschnittlicher Haushalt in Deutschland verbraucht am meisten Energie für…
    • Korrekt: Heizung (falsch: Beleuchtung, Warmwasser, Elektrogeräte)
    • von 45% der Teilnehmenden richtig gelöst
  • Fleisch ist in der Produktion im Vergleich zur kalorienmäßig entsprechenden Menge Gemüse…
    • Korrekt: zehn mal umweltbelastender (falsch: halb so umweltbelastend, gleich umweltbelastend, doppelt so umweltbelastend)
    • von 55% der Teilnehmenden richtig gelöst
  • Welche der folgenden Getränkepackungen ist für die Umwelt am schädlichsten?
    • Korrekt: Getränkedose (falsch: Glasflasche/Mehrweg, Plastikflasche (PET), Mehrweg Getränkekarton (Tetrapak))
    • von 47% der Teilnehmenden richtig gelöst
  • Welcher Abfall muss als Sondermüll entsorgt werden?
    • Korrekt: durchgebrannte Energiesparlampen (falsch: alte CDs/ DVDs, aufgeschäumte Styroporverpackung, leere Spraydosen)
    • von 54% der Teilnehmenden richtig gelöst

Klimarelevantes Wissen zeigte einen mittelstarken Zusammenhang mit der klimabezogenen Handlungsbereitschaft (r = 0.44). Da Wissen durch Bildung vermittelbar ist, kann daraus geschlossen werden, dass verstärkte Bildung und Informationskampagnen rund um das Thema Klima möglicherweise auch in Zukunft zu mehr Handlungsbereitschaft führen können.

2 Informationshäufigkeit

Rund ein Drittel der Befragten informieren sich selten bis nie über den Klimawandel.

3 Klimamüdigkeit

In der Initialbefragung im Juli 2021 sollten die Teilnehmenden folgende Aussagen zum Thema Klimamüdigkeit bewerten (in Anlehnung an die Pandemic Fatigue Scale von Böhm et al., https://psyarxiv.com/2xvbr/):

  • Ich habe die Diskussionen zum Klimawandel in Fernsehsendungen, Zeitungen, Radiosendungen usw. satt.
  • Ich fühle mich überfordert, etwas gegen den Klimawandel zu tun.
  • Ich bin es leid, vom Klimawandel zu hören.
  • Ich habe es satt, mich einzuschränken, um das Klima zu schützen.
  • Wenn Freunde oder Familienmitglieder über den Klimawandel sprechen, versuche ich das Thema zu wechseln, weil ich nicht mehr darüber sprechen möchte.
  • Ich verliere meinen Elan gegen den Klimawandel anzukämpfen.

Die Antworten wurden jeweils mit einer 7-Punkt-Skala erfasst (stimme überhaupt nicht zu bis stimme voll und ganz zu) und zu einem Score gemittelt (Cronbachs alpha = 0.87). Rund ein Drittel der Befragten zeigte hohe Ausprägungen von Klimamüdigkeit.

In anschließenden Erhebungen wurde nur noch die Zustimmung zum Item “Ich bin es leid, vom Klimawandel zu hören” und das Item “Ich verliere meinen Elan gegen den Klimawandel anzukämpfen” erhoben. Über die Zeit ergaben sich keine starken Veränderungen:

4 Ergebnisse früherer Erhebungen

Achtung: Die nachfolgenden Analysen und Abbildungen beziehen sich auf vergangene Erhebungswellen.

4.1 Genutzte Medien (Stand: 15.04.22)

4.2 Informationsvermeidung (Stand: 15.04.22)