1 Wahrscheinlichkeit und Schweregrad von Klimafolgen

1.1 Aktuelle Wahrnehmung

Extremwetterereignisse und Hitzewellen nehmen die befragten Personen am wahrscheinlichsten wahr. Etwas mehr als zwei Fünftel schätzen die Wahrscheinlichkeit für psychische Probleme als Folge der Klimakrise als (sehr) hoch ein.

1.2 Wahrnehmung im Zeitverlauf

2 Affektives Risiko

Affektives Risiko wird bestimmt als Mittelwert der Angaben, wie häufig an den Klimawandel gedacht wird, wie sehr er Angst auslöst und Besorgnis erregt.

3 Sorgen zum Klimawandel

Insgesamt geben 38% an, jede dieser oben genannten Sorgen zu teilen.

4 Finanzielle Belastung

Insgesamt geben in der aktuellen Befragung 28% an, durch die Klimaschutz-Maßnahmen finanzielle Verluste erlitten zu haben.

Vergleicht man die Menschen mit finanziellen Verlusten mit Menschen, die keine Verluste hatten (Gewinne, Gleichbleibend, keine Angabe) ergeben sich folgende Unterschiede:

Menschen mit Finanziellen Verlusten haben

  • größere Sorgen, dass die Gesellschaft egoistischer wird (p < .0001)
  • empfinden die Maßnahmen gegen die Klimakrise als weniger wirksam (p <.0001)

als Menschen, die keine Verluste hatten.

5 Ergebnisse früherer Erhebungen

Achtung: Die nachfolgenden Analysen und Abbildungen beziehen sich auf vergangene Erhebungswellen.

5.1 Wahrgenommene Schutzmöglichkeit (Stand: 22.06.22)

Die Mehrheit der Befragten findet es eher schwierig, sich vor den Auswirkungen des Klimawandels zu schützen. Am ehesten finden es die Befragten einfach, sich vor psychischen Problemen oder niedriger Lebensmittelqualität zu schützen - dies sind auch die Gesundheitsfolgen, die als wenig wahrscheinlich oder wenig schwerwiegend eingeschätzt werden.

5.2 Psychische Belastung (Stand: 07.06.22)

In der Erhebung vom 07.06.22 geben 43% der Befragungsteilnehmenden an, sich belastet zu fühlen.

Zusammenhänge zwischen Belastung, Sorgen und Verhalten

Interpretation der Korrelationskoeffizienten: In der folgenden Übersicht zeigen höhere Werte der r-Spalte einen stärkeren Zusammenhang an, Werte nahe Null zeigen, dass es keinen Zusammenhang gibt, um 0.1 einen kleinen Zusammenhang. Werte um 0.3 zeigen einen mittleren Zusammenhang, ab 0.5 spricht man von einem starken Zusammenhang. Ein negatives Vorzeichen bedeutet, dass hohe Werte der einen Variable mit niedrigen Werten der anderen Variable einhergehen.

Belastung
r p
Empfinden von Klima-Schuld
Schuld 0.04 0.233
Bedauern 0.07 0.027
Sorgen
Sorgen: Krieg 0.22 <.001
Sorgen: COVID-19 0.12 <.001
Sorgen: Klima 0.11 <.001
Klima-Verhalten
Verhalten: Verpackungen vermeiden 0.01 0.83
Verhalten: Geschäfte boykottieren 0.01 0.83
Klimafreundlich Pendeln 0.04 0.252

5.3 Schuldempfinden (Stand: 07.06.22)

Menschen mit Kindern und Menschen, die jünger sind, empfinden eher Schuld als Menschen, die älter sind oder keine Kinder haben.