1 Erfassung von Verzögerungsdiskursen mit folgender Skala (Metzen et al., 2026)

Die Skala zu den Discourses of Climate Delay (DOCD; Metzen et al., 2026) misst mit 12 Aussagen, wie stark Menschen Verzögerungsdiskursen zum Thema Klimawandel zustimmen.

Menschen, die Verzögerungsdiskursen zustimmen, leugnen den Klimawandel nicht gänzlich.

Allerdings stehen sie ambitionierten Klimaschutzmaßnahmen skeptisch oder defensiv gegenüber und begründen dies mit politischen, wirtschaftlichen oder moralischen Hindernissen.

2 Zustimmung zu Klimaverzögerungsdiskursen (DOCD-Skala)

Im Schnitt stimmen 12-45% der Befragten den jeweiligen Verzögerungsargumenten voll und ganz oder eher zu.

Die höchste Zustimmung erfolgte zu den Aussagen “Klimaschutz funktioniert mit Anreizen, mit Verboten kommen wir nicht weiter” und “Jede Person ist selbst dafür verantwortlich, den eigenen Treibhausgas-Ausstoß ausreichend zu verringern”.

Die geringste Zustimmung erfolgt zu den Aussagen “Für eine wirkliche Eindämmung des Klimawandels ist es ohnehin zu spät, daher können wir nur noch versuchen, uns darauf einzustellen” und “Wir können darauf vertrauen, dass der technologische Fortschritt die Probleme mit dem Klimawandel bald lösen wird”.

3 Wer stimmt eher Verzögerungsdiskursen zu?

Dargestellt ist der Anteil der Personen mit hoher Zustimmung zu Verzögerungsdiskursen.

Menschen, die eine stärkere Zustimmung zu den Verzögerungsdiskursen zeigen sind tendenziell männlich, hatten eine geringere Schulbildung, und sind im Alter zwischen 50-64 Jahren.

Außerdem leben Menschen mit einer stärkeren Zustimmung zu den Verzögerungsdiskursen tendenziell eher in kleineren Städten und Gemeinden und wählen eher AfD, FDP oder CDU/CSU oder gehen nicht wählen.

4 Zusammenhänge zwischen Zustimmung zu Klimaverzögerungsdiskursen und Handlungsbereitschaft

Die Zustimmung zu Klimaverzögerungsdiskursen zeigt einen starken negativen Zusammenhang mit der Handlungsbereitschaft (r = -0.74).

Das bedeutet, dass Menschen, die Verzögerungsdiskursen eher zustimmen gleichzeitig mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit Handlungsbereitschaft gegen den Klimawandel zeigen.