Jutta Vinzents new book: ‚From Space in Modern Art to a Spatial Art History. Reassessing contructivism through the publication Circle (1937)‘

Jutta Vinzent

Das Verhältnis von Raum und Zeit ist in vielen wissenschaftlichen Disziplinen ein zentrales Thema geworden. So auch in der Kunstgeschichte, zu der Jutta Vinzent (Max-Weber-Kolleg Universität Erfurt und Universität Birmingham) ein neues Buch, das im Kontext der Erfurter RaumZeit-Forschung entstanden ist, vorlegt. Das Buch „From  Space in Modern Art to a Spatial Art History. Reassessing contructivism through the publication Circle (1937)” ist in der Reihe “Spatiotemporality” erschienen, die auf einen interdisziplinären Austausch über Praktiken und Konzepte aus der Doppelperspektive von Raum und Zeit zielt. Im Mittelpunkt steht die Bedeutung von RaumZeit im soziokulturell-lebensweltlichen Selbstverständnis der Menschen und in medialen Repräsentationen.

Dieses neu erschienene Buch zeichnet die Theorien der Künstler des Konstruktivismus in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts nach. Ausgehend von diesen Konzepten und neueren Theorien über den Raum entwickelt es eine Methodologie, die als „Spatial Art History“ bezeichnet wird und Kunstwerke als physische, raum-zeitliche Dinge begreift, die das Soziale produzieren, um das reduktive Verständnis von Kunst als bloßem Spiegel der Gesellschaft zu überwinden.

Dieses Buch richtet sich an fachlich Interessierte auf dem Gebiet der Geschichte der sozialen Kunst, der modernen Kunst, der Soziologie und der Philosophie. Infos zum Buch (Mit Bild des Buchcovers): https://www.degruyter.com/view/title/537354

Carsten Herrmann-Pillath und Jens Harbecke publish a book: ‚Social Neuroeconomics – Mechanistic Integration of the Neurosciences and the Social Sciences‘

Die Neuroökonomie hat sich zu einem innovativen Feld entwickelt, in dem Neurowissenschaften und Sozialwissenschaften in einem analytischen und empirischen Ansatz integriert sind. In dem neu erschienenen Sammelband zu „Social Neuroeconomics – Mechanistic Integration of the Neurosciences and the Social Sciences“ herausgegeben von Jens Harbecke und Carsten Herrmann-Pillath, Fellow am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt, sind Beiträge versammelt, die sich der Integration der Ansätze aus den Neurowissenschaften und den Sozialwissenschaften widmen.

Die Aufsätze erforscht das Potenzial philosophischer und methodologischer Reflexionen in den Neuro- und Sozialwissenschaften, um diese Bemühungen um eine interdisziplinäre Integration zu untermauern, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf neueren Beiträgen zu mechanistischen Erklärungen liegt. Die gesammelten Aufsätze stammen aus den Bereichen Neurowissenschaften, Psychologie, Ökonomie, Soziologie und Philosophie und untersuchen die Wege und Methoden der Konstruktion einheitlicher konzeptueller Rahmen, die die empirische Arbeit und die Hypothesenbildung leiten können. Dies zeigt sich in einer Reihe von Anwendungen, insbesondere im Hinblick auf Finanzen und Verbraucherverhalten. Auch das Konzept des „sozialen Gehirns“ wird erforscht – ein Mehrebenen-Konzept, in dem komplexe analytische Kategorien wie Emotionen oder sozial vermittelte kognitive Prozesse neuronale und soziale Phänomene in spezifischen Mechanismen verbinden, die Verhalten erzeugen.

Dieses Buch wendet sich an ein breites Publikum in den verschiedenen Disziplinen, die von den Neurowissenschaften bis zu den Sozialwissenschaften und der Philosophie reichen. Ab September ist es lieferbar, kann aber jetzt zu einem vergünstigten Preis vorbestellt werden.

For more information: https://www.routledge.com/Social-Neuroeconomics-Mechanistic-Integration-of-the-Neurosciences-and/Harbecke-Herrmann-Pillath/p/book/9780367276164

Going online: The Natural Law 1625-1850: Database

Die Natural Law 1625-1850: Database ist online gegangen

Seit 2018 hat die Forschungsstelle für frühneuzeitliches Naturrecht an einer bio-bibliographischen Datenbank für das internationale Forschungsnetzwerk zum Naturrecht gearbeitet. Jüngst ist die erste Stufe der Datenbankentwicklung abgeschlossen worden und die Datenbank online gegangen.

Die Natural Law 1625-1850: Database ist eine open-access-Datenbank, die Profile von frühneuzeitlichen Naturrechtsgelehrten in Europa und darüber hinaus enthält. Diese Profile, die von ausgewiesenen Experten erstellt und im peer-review-Verfahren geprüft werden, enthalten Beschreibungen zu Lebenslauf, Ideen und Publikationen einzelner Naturrechtsgelehrter. Besonderer Fokus liegt natürlich auf den jeweiligen Naturrechtsauffassungen der Gelehrten. Die strukturierte Darstellung dieser Informationen, insbesondere der umfassenden Bibliographien der Gelehrten, ermöglicht es den Benutzern auf einfache Weise neue Informationen und spezialisiertes Wissen über das komplizierte und sehr einflussreiche europäische Naturrecht zu erhalten. Die Datenbank ist ein kollaboratives Projekt und wird kontinuierlich um neue Daten und Profile erweitert. Zurzeit arbeiten mehr als 20 Forscher in Europa, Amerika und Australien an neuen Profilen. Außerdem sind bereits neue Nutzerfunktionen (z.B. IIIF-Viewer und Daten-Export) und Beitragsmechanismen (Webbased Contributor System) in Arbeit, sowie Visualisierungswerkzeuge in Planung.

Wir freuen uns sehr über diesen ersten erfolgreichen Schritt, der nicht nur Daten und Forschungserkenntnisse über frühneuzeitliches Naturrecht für die internationale Forschungsgemeinschaft und die breitere Öffentlichkeit bereitstellt, sondern auch weitere Forschungsprojekte innerhalb des Netzwerkes unterstützt und ermöglicht.

Die Datenbank wurde dank des Kooperationsvertrags zwischen den Universitäten Erfurt und Jena und durch die enge Zusammenarbeit zwischen dem Max-Weber-Kolleg, dem Forschungszentrum Gotha, der Forschungsbibliothek Gotha, der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek in Jena, dem IZEA in Halle und dem IT-Unternehmen JustOrange ermöglicht. Die Natural Law 1625-1850: Database finden Sie unter der Web-Adresse: http://naturallawdatabase.thulb.uni-jena.de/

Presenting a new publication „Lived Religion in the Ancient Mediterranean World: Approaching Religious Transformations from Archaeology, History and Classics“

Abschlusspublikation des ERC-Projekts „Lived Ancient Religion: Questioning ‚cults‘ and ‚polis religion‘“

Das Forschungsprojekt “Lived Ancient Religion: Questioning ‘cults’ and ‘polis religion’” warf einen gänzlich neuen Blick auf die Religionsgeschichte des antiken Mittelmeerraums, ausgehend vom Ansatz der gelebten („lived“) Religion anstelle des Fokus auf Gruppen wie Städte oder Völker. Über fünf Jahre hinweg  hat das Team um Jörg Rüpke, das nun gemeinsam als Herausgeber auftritt, eine Neubewertung der Religionsgeschichte des Mittelmeerraums erarbeitet. 

Im Zentrum stand der Nachweis, dass die religionsgeschichtlichen Umbrüche nicht religionspolitischen Entscheidungen römischer Kaiser zu verdanken waren. 

Was sich vor allem seit dem zweiten Jahrhundert v. Chr. in großer Breite änderte, war die Rolle, die individuelle religiöse Vorstellungen und Rituale spielten. Religion wurde für immer mehr Menschen zu einem wichtigen Werkzeug, in den wachsenden Städten einen eigenen Ort zu finden und sich nah oder fern zu vernetzen. Das Judentum und das daraus entwickelte Christentum, so zeigte sich, waren nicht Auslöser für diesen Prozess, sondern selbst Produkte. Die Ergebnisse liegen in einer Vielzahl von Aufsätzen und Büchern vor. Das jetzt vorgelegte Buch zur ‚gelebten Religion in der Mittelmeerwelt‘ wendet diese Ergebnisse und Methoden nun auf weitere Felder, Spätantike und frühes Mittelalter an. Auf fast 600 Seiten stellen ExpertInnen aus der ganzen Welt in den Kapiteln „Experiencing the Religious“, „Switching the Code“, „A Thing Called Body“ und „Commemorating the Moment“ weiterführende Befunde vor.

Das Projekt wurde mit über zwei Millionen Euro vom European Research Council (ERC) gefördert.

„Es ist toll, dass die Arbeit am Max-Weber-Kolleg eine solche Wirkung gefunden und sich als ein neues Forschungsparadigma auch für die vormoderne Religionsgeschichte etabliert hat“, freut sich der Projektleiter Rüpke.

Der Band ist unter dem Titel „Lived Religion in the Ancient Mediterranean World: Approaching Religious Transformations from Archaeology, History and Classics“ im Verlag Walter de Gruyter (Berlin) erschienen. Alle Beiträge sind online kostenlos zugänglich.

https:/doi.org/10.1515/9783110557596

A Review by Julia Seeberger on ‚Ortúzar Escudero, María José: Die Sinne in den Schriften Hildegards von Bingen‘

Ortúzar Escudero, María José: Die Sinne in den Schriften Hildegards von Bingen. Ein Beitrag zur Geschichte der Sinneswahrnehmung, Monographien zur Geschichte des Mittelalters 62, ed. Alfred Haverkamp (Stuttgart: Anton Hiersemann Verlag, 2016), 485pp. ISBN 978-3-7772-1619-5, EUR 128.

Reviewed by Julia Seeberger
The PhD dissertation of Maria José Ortúzar Escudero, presented in 2010 at the University of Trier, was published in the autumn of 2016 as the 62nd volume of the known series ‘Monographs on the History of the Middle Ages’, written under the supervision of Alfred Haverkamp, medievalist at the University of Trier. For the author ‘senses’ are a cultural phenomenon. To show this in Hildegard of Bingen, she has selected passages of her visions, from which she develops Hildegard’s ideas and norms. The author’s approach is based on a ‘history of senses’ which in scholarship has been developed over the past thirty years, yet is still far from being recognized as part of the classical canon of the subdisciplines of historiography. After a concise presentation of the person and works of Hildegard of Bingen, the study begins with an introduction to the history of sensory perception, its research approaches and theories, and constantly growing publications (‘Einleitung: Die Sinneswahrnehmung aus kulturhistorischer Perspektive’; ‘Introduction: The sensory perception from a cultural-historical perspective’, p. 1-36). The main text of the study is divided into two parts, the first being the theme of Hildegard’s historical environment (‘Erster Teil: Zur Bestimmung der normativen und ideellen Ebene der Sinneswahrnehmung’; ‘Part 1: Determination of the normative and conceptual level of sensory perception’, p. 37-189). The author sketches Hildegard’s way of lived and practiced piety at her convent, informed and conveyed by hagiographies like the Vitae Juttae, as her horizon of knowledge and education (‘I. Die religiöse Prägung Hildegards’; Hildegard’s religious education’, p. 39-60). In the same way, other writings are analysed, on the one hand texts written and used for everyday life (‘II. Die Sinne in den Texten für den Alltag’; ‘II. The senses in the texts for everyday life’, p. 61-118) and, on the other hand, writings of the Church Fathers as well as writers from the Early and High Middle Ages (‘III. Die Sinne in einigen Texten der Kirchenväter sowie früh- und hochmittelalterlicher Autoren‘; ‘III. The senses in some writings of the Church Fathers, as well as those of authors from the Early and High Middle Ages’, p. 119-181). The Gospels and the Psalter as conceptual sources, and the Regula Benedicti as a normative source form part of the first group of texts, that of everyday literature. This is followed by the discussion of the senses in the writings of the Church Fathers, and authors of the Early and High Middle Ages. The second part of the main text deals with selected writings of Hildegard (‘Zweiter Teil: Die Sinne in Hildegards Schriften’; ‘Second part: The senses in Hildegard’s writings’, p. 191-415). Here, the author discusses the relationship between concepts and norms of senses as found in Scivias (1141-1151) and in the Epistolarium of 83 letters, written by Hildegard during the years 1146/7-1155 (‘I. Sinneswahrnehmung in Scivias/ II. Sinneswahrnehmung im Epistolarium’; ‘I. Sensory perception in Scivias, p. 193-318/ II. Sensory perception in the Epistolarium’, p. 319-399). The sources’ analysis, structured according to thematic categories, is organised in parallel for both texts: after a rather concise presentation of the tradition and description of the composition of the present corpus, the author first deals with the teaching on the perception of the senses, inner and outer senses as well as the possibilities and limitations of sensory perception. In a further step the meaning of the senses in various relations are analysed (God and the Son of God, man and God, the devil and man, sin and repentance, as well as actio / operatio). As before in the analysis of Hildegard’s horizon of knowledge and education, the results of this part are presented at a conceptual (= sense perception and its organs, p. 400) and a normative level (= rules for an appropriate use of the senses, p. 408). Two tables, in which the Letters are arranged according to dates and manuscripts, as well as an index of places and persons are to be found in the appendix (p.427-431). The twofold approach chosen by the author which first defines the horizon of knowledge and education of Hildegard, is a sensible approach towards an understanding of the later visionary. Thus, in the analysis of the senses it becomes clear that silence plays a central role in the texts intended for the monastic everyday life. On the basis of the Rule of Benedict, the role of listening and hearing is portrayed as the prominent sense in the monastic world, which, in conjunction with obedience, unfolds the monastic dominance of silence. The connection between prescription and sense made by the author is a new, sense-historical reading of a well-known monastic source. A similar approach can also be found in the study of the Psalter of Hildegard, where, again, listening and hearing are exhibited as the elementary part of the communication between man and God. Both analyses are rigorous, but one misses explanations on the complete absence or only marginal presence of the sense of smell and the nose as its organ both in the Rule of Benedict and in Hildegard’s Psalter. And one asks how silence can still be called a sense. Since silence means ‘not-hearing’ or ‘hearing nothing’, the question arises whether silence rather intends a rejection of sensual experience and needs to be understood as a sense averse attitude and virtue in monastic everyday life. In the discussion of the use of the senses in the texts of the Church Fathers, as well as in writers of the Early and High Middle ages, the author provides a comprehensive overview: beginning with ancient precursors such as Aristotle and Plato, she portrays their conception and hierarchy of the senses (see ‘Die Lehre der Sinneswahrnehmung’; ‘The teaching on sense perception’, p. 122). In detail, the author draws on the Augustinian doctrine of the senses (‘Sinnesfunktion und Sinnesorgane’; ‘the functions and organs of the senses’, p. 127-8) and presents how in early medieval thinkers such as Hrabanus Maurus the senses have been hierarchically ordered (p. 131). Likewise, the author describes the necessity of the senses for the accomplishment of good works (bona opera) in ​​Gregory the Great, and the combination of sin and senses in the thinking of Jerome or Hrabanus Maurus (p. 135). On the basis of the representation of the experience of the divine by the senses (from p. 139), a small and justified excursion on the terminology of sweetness is included (dulcedo and suavitas), whose use especially in mysticism seems to be difficult to investigate. In the subsequent presentation of writers from the High Middle Ages the author seeks to elaborate central statements on the function and order of the senses. Core representatives are Anselm of Canterbury, Hugh of St. Victor and Bernhard of Clairvaux. Here, too, the author follows a thematic structure in her analysis and is striving to show analogies and opposites between the individual authors. She reflects upon the ambiguity of different concepts (such as ‘food’ and ‘taste’) as well as upon the influence of new emerging themes during the High Middle Ages (such as the doctrine of the sacraments, p. 168, or the relation between praxis and theory) and their impact on the doctrine of sensory perception. In spite of this careful contextualization, the author’s elaboration on the senses of Patristic, Early and High Middle Age authors is sometimes laborious. Already Marvin Döbler in his dissertation, published in 2013, showed how difficult it is to retrieve the concepts of the senses from the mystical writings of Bernhard of Clairvaux (Marvin Döbler, Die Mystik und die Sinne. Eine religionshistorische Untersuchung am Beispiel Bernhards von Clairvaux, Beiträge zur europäischen Religionsgeschichte 2 [Göttingen, 2013]). As exemplified by Bernhard, it can be seen that most medieval authors do not have a uniform concept of the senses, or that such concepts vary within an author’s work according to different genres of writings, intentions and addressees. Such complexity is difficult to to portray in a summary account, as provided here. It rather highlights the research desideratum that a detailed comparative study of the senses needs to be undertaken. Whether the rough survey helps in the analysis of the writings of Hildegard of Bingen remains questionable. The second part deals with the writings of Hildegard of Bingen, whereby the author chose to concentrate on her Scivias and the Epistolarium. She shows how Hildegard starts in terms of visions and listenings to give authority to her visionary gift, especially at the beginning of her letters (pp. 197 and 331). The senses serve as a structuring element in Hildegard’s composition of her works. Although no detailed doctrine of the senses is found in the writings of Hildegard, numerous mentions determine the senses as a means of reception (p. 400). Like earlier and contemporary Christian authors, Hildegard understands the soul as the origin of the activity of the senses, which can operate only in a body and thus function as mediators between soul and body (p. 213). The author is not concerned with tracing each individual sense in the portrayal of the writings of Hildegard, but rather the connections of senses in the depiction of people and their relations. With her detailed source exegesis, the author can demonstrate that God (= Father) is mostly characterized by attributes and descriptions of facial and tactile organs such as the eye of God, which sees everything (p. 229), or His admonishing finger or even hand, symbolizing heavenly punishments (p. 234). The Son of God, on the other hand, is noted primarily with the sense of taste (Christ as food in the Lord’s Supper or with a grape allegory, p. 242), but also with the olfactory, acoustic or tactile senses. It is precisely the plurality of senses in the representation of Christ that can be used to show that the individual senses cannot be separated from one another, but that some descriptive adjectives refer to several senses. This is clearly shown in the description of Christ with the adjective ‘sweet’, which appeals to several senses at the same time (p. 249). Even the divalent use of sweetness is clearly shown in the writings of Hildegard when she speaks of the sweet delicacy of the flesh meaning sin and repentance (p. 277). With this di- or multivalence, the structuring of the results into conceptual and normative ones, as chosen by the author, is not always helpful. And one would also like to see a more than occasional link to Hildegard’s horizon of knowledge and education which was so well elaborated in the first part of the study. Because of this scarcity, it remains unclear whether Hildegard later modified the dominant position of silence which she took from monastic literature. Nevertheless, the present monograph offers a sound culturally and sense-historical reading of one of the most popular and most powerful mystics. To investigate the elaboration of the senses in the writings of Hildegard is not only an essential step towards a more rounded understanding of Hildegard’s work, it also provides a valuable contribution to the history of sense perception. On the basis of the introductory understanding of the senses as a cultural-specific phenomenon, this study also provides an insight into the world of ideas, the structure and functioning of the society of the 12th century which emphasises not the intellect, but points to the senses as core access to people’s world relations.

German Version: Die im Jahr 2010 an der Universität Trier eingereichte Dissertation von Maria José Ortúzar Escudero ist im Herbst 2016 als 62. Band der etablierten Reihe „Monographien zur Geschichte des Mittelalters“ unter der Herausgeberschaft des Trierer Mediävisten und Betreuer der nun gedruckten Dissertation, Alfred Haverkamp, erschienen. Anknüpfend an die in den letzten dreißig Jahren entstandene, aber längst noch nicht im klassischen Kanon der geschichtswissenschaftlichen Subdisziplinen etablierte „Sinnesgeschichte“ möchte auch die Verfasserin (im Folgenden mit Vf.in abgekürzt) die Sinne als kulturspezifisches Phänomen verstehen, deren Vorstellungen und Normen anhand ausgewählter Schriften in den Visionen Hildegards von Bingen untersucht werden. Nach einer knappen Vorstellung der Person und Werke Hildegards von Bingen beginnt die Abhandlung mit einer Einführung in die Geschichte der Sinneswahrnehmung, deren Forschungsansätze und -theorien sowie stetig wachsende Publikationen (Einleitung: Die Sinneswahrnehmung aus kulturhistorischer Perspektive, S. 1-36). Der Hauptteil der Abhandlung wurde in zwei Teile gegliedert, wobei im Ersten die Prägung Hildegards durch ihr historisches Umfeld thematisiert wird (Erster Teil: Zur Bestimmung der normativen und ideellen Ebene der Sinneswahrnehmung, S. 37-189). Dabei skizziert die Vf.in den Wissens- und Bildungshorizont Hildegards durch das im Konvent gelebte und mittels Hagiographien, wie in der Vitae Juttae, vermittelte Frömmigkeitsideal (I. Die religiöse Prägung Hildegards, S. 39-60). Ebenso werden unterschiedliche Schriften analysiert, einerseits Texte, die für die Gestaltung des Alltags geschrieben und genutzt wurden (II. Die Sinne in den Texten für den Alltag, S. 61-118) und andererseits Schriften der Kirchenväter sowie früh- und hochmittelalterlicher Autoren (III. Die Sinne in einigen Texten der Kirchenväter sowie früh- und hochmittelalterlicher Autoren S. 119-181). Zu der ersten Textgruppe, der für den Alltag bestimmten Literatur, werden die Evangelien und der Psalter als ideelle Quelle sowie die Regula Benedicti als normative Quelle gefasst. Anschließend folgt die Erörterung der Sinne in den Schriften der Kirchenväter sowie früh- und Hochmittelalterlicher Autoren. Der zweite Teil des Hauptteiles beschäftigt sich mit ausgewählten Schriften Hildegards (Zweiter Teil: Die Sinne in Hildegards Schriften, S. 191-415): Dabei wird das Verhältnis von Sinnesvorstellung und -normen eruiert, zum einen im Buch Scivias (1141-1151) und zum anderen im Epistolarium, den 83 von Hildegard geschrieben Briefen aus den Jahren 1146/7-1155 (I. Sinneswahrnehmung in Scivias, S. 193-318/ II. Sinneswahrnehmung im Epistolarium, S. 319-399). Die nach inhaltlichen Kategorien gegliederte Schriftenanalyse erfolgt analog für beide Textkörper: Nach einer recht knappen Vorstellung der Überlieferungsgeschichte und Schilderung der Komposition des vorliegenden Korpus, erörtert die Vf.in zunächst die „Lehre“ der Sinneswahrnehmung, wie innere und äußere Sinne sowie die Möglichkeiten und Grenzen der Sinneswahrnehmung. In einem weiteren Analyseschritt werden die Sinneszusammenhänge in unterschiedlichen Beziehungen aufgezeigt (Gott und Gottessohn, Mensch und Gott, Teufel und Mensch, Sünde und Reue, sowie actio /operatio). Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden auch hier, ähnlich wie bei der Analyse des Wissens- und Bildungshorizontes Hildegards, in einer ideellen Ebene (=Betrachtung hinsichtlich der Sinneswahrnehmung und deren Organe, S. 400) und einer normativen Ebene (=Richtlinien für einen angemessenen Gebrauch der Sinne, S. 408) ordnend vorgestellt. Zwei Tabellen, die die Briefe nach Datum und Handschrift ordnen, sowie ein Orts- und Personenregister sind im Anhang zu finden (S. 427-431). Das von der Vf.in gewählte zweigliedrige Vorgehen, welches zunächst den Wissen- und Bildungshorizont Hildegards umreist, ist ein möglicher Schritt im Verständnis der späteren Visionärin. So wird bei der Analyse der Sinne deutlich, dass das Schweigen in den für den monastischen Alltag bestimmten Texten eine zentrale Rolle einnimmt. Auf Grundlage der Benedikts-Regel wird die Rolle des Gehörs und des Hörens als herausgehobener Sinn in der monastischen Lebenswelt dargestellt, welcher in Verbindung mit Gehorsam, die den klösterlichen Alltag dominierende Haltung des Schweigens entfaltet. Die von der Vf.in vorgenommene Verknüpfung zwischen Vorschrift und Sinn ist eine neue, sinnesgeschichtliche Lesart einer bekannten monastischen Quelle. Ein ähnliches Vorgehen findet sich auch bei der Untersuchung des Psalters Hildegards, wobei auch hier das Hören als elementarer Bestandteil der Mensch-Gott Kommunikation herausgestellt wird. Beide Analysen verfolgen ein durchaus stringentes Vorgehen, dennoch vermisst man Erläuterungen zum gänzlichen Fehlen oder nur marginalen Vorhandensein des Geruchssinns/der Nase als Organ des Riechens in der Benedikt-Regel oder dem Psalter. Ebenso wäre zu hinterfragen, ob das Schweigen noch als Sinn bezeichnet werden kann. Da eben nicht das Zu-Hören gemeint ist, sondern das Schweigen, stellt sich die Frage, ob Schweigen nicht vielmehr als antisensuelle Haltung und Tugend im monastischen Alltag verstanden werden muss. Auch bei der Erörterung der Verwendung der Sinne in den Texten der Kirchenväter, sowie der früh- und hochmittelalterlichen Autoren leistet die Vf.in einen umfassenden Überblick: Beginnend mit antiken Vorläufern wie Aristoteles und Platon schildert sie deren Konzeption und Hierarchie der Sinne (Die Lehre der Sinneswahrnehmung, S. 122). Ausführliche zeichnet die Vf.in dann die augustinische Sinneslehre nach (Sinnesfunktion und Sinnesorgane, S. 127-8) und stellt die Rangordnung der Sinne bei frühmittelalterlichen Denkern wie Hrabanus Maurus vor (S. 131). Ebenso schildert die Vf.in die Notwendigkeit der Sinne für das Vollbringen guter Werke (bona opera) in der Vorstellung Gregor d. Großen sowie die Verknüpfung von Sünden und Sinnen im Denken des Hieronymus oder Hrabanus Maurus (S. 135). Anhand der Darstellung der Erfahrung des Göttlichen durch die Sinne (Die Erfahrung des Göttlichen/S. 139f.) folgt ein kleiner und berechtigter Exkurs zur Süße-Terminologie (dulcedo und suavitas), deren Verwendung vor allem in der Mystik schwierig zu ergründen ist. Die anschließende Vorstellung der hochmittelalterlichen Autoren sucht ebenso zentrale Aussagen zu Funktion und Rangordnung der Sinne vergleichend herauszuarbeiten: Es finden sich dabei zentrale Repräsentanten wie Amseln von Canterbury, Hugo von St. Victor oder Bernhard von Clairvaux. Auch hier arbeitet die Vf.in nach inhaltlichen Analysekategorien und ist immer wieder um das Aufzeigen von Analogien und Gegensätzen zwischen den einzelnen Autoren bemüht. Die Vf.in berücksichtigt dabei die Doppeldeutigkeit verschiedener Begriffe (wie „Speise“ und „Geschmack“) sowie den Einfluss neuer aufkommender Themen im Hochmittelalter (wie die Sakramentenlehre, S. 168, oder das Verhältnis von praktischen und theoretischen Leben) und deren Einfluss auf die Lehre von der Sinneswahrnehmung. Trotz dieser Sorgfalt und Kontextualisierung widmet sich die Vf.in mit dem Herausarbeiten von Aussagen zu den Sinnen bei patristischer, früh- und hochmittelalterlicher Autoren einem mühsamen Unterfangen. So konnte Marvin Döbler in seiner 2013 erschienen Dissertation aufzeigen, wie schwierig die Konzeption der Sinne in den mystischen Schriften des Bernhard von Clairvaux ist (dazu: Marvin Döbler, Die Mystik und die Sinne. Eine religionshistorische Untersuchung am Beispiel Bernhards von Clairvaux, Beiträge zur europäischen Religionsgeschichte 2 [Göttingen, 2013]). Exemplarisch an Bernhard von Clairvaux aufgezeigt, ist erkennbar, dass die meisten mittelalterlichen Autoren kein einheitliches Konzept ihrer Sinnesverwendung haben, bzw. dieses je nach Textgattung, Adressaten und Intentionen ändern. Dies ist in einem Überblick, wie es die Vf.in anstrebt, nur schwer zu berücksichtigt. Der von der Vf.in vorgelegte Überblick zeigt daher vielmehr einen Mangel der vergleichenden Untersuchungen und eine Forschungslücke auf, an der unbedingt weitergegangen werden sollte. Ob dieser Überblick aber auch ein nötiger Schritt in der Analyse der Schriften Hildegards von Bingen war, bleibt fragwürdig. Der zweite große Teil beschäftigt sich mit den Schriften Hildegards von Bingen, wobei sich die Vf.in für die Scivias und das Epistolarium als festes Quellenkorpus entschieden hat. Die Vf.in zeigt auf, dass Hildegard mit Seh- und Hörausdrücke beginnend ihre visionäre Gabe autorisiert, besonders deutlich am Anfang ihrer Briefe (S. 197 und 331). In der Komposition ihrer Werke dienen die Sinne Hildegard als Strukturierungselement. Obgleich sich in den Schriften Hildegards keine ausführliche Sinneslehre findet, bestimmen zahlreiche Erwähnungen die Sinne als Rezeptionsmöglichkeit (S. 400). Wie auch frühere und zeitgenössische christliche Autoren versteht Hildegard die Seele als Ursprung der Aktivität der Sinne, welche sich nur im Leib entfalten können und daher als Mittler zwischen Seele und Leib fungieren (S. 213). Der Vf.in geht es fortfolgend nicht um das Nachzeichnen jedes einzelnen Sinnes in der Darstellung der Schriften Hildegards, vielmehr zeigt sie Sinnzusammenhänge in der Darstellung von Personen und Beziehungen auf. Mit ihrer detailreichen Quellenexegese kann die Vf.in demonstrieren, dass Gott (=Vater) meist mit Attributen und Umschreibungen der Gesichts- und Tastorgane charakterisiert wird, wie das Auge Gottes, das alles sieht (S. 229) oder der mahnende Fingerzeig Gottes oder auch die Hand Gottes, die himmlische Strafen symbolisiert (S. 234). Der Gottessohn hingegen wird vornehmlich mit dem Geschmackssinn (Christus als Nahrung im Abendmahl oder mit einer Traubenallegorie, S. 242), aber auch mit den olfaktorischen, akustischen oder taktilen Sinnen erfasst. Gerade die Vielzahl der Sinne in der Darstellung Christi können exemplarisch aufzeigen, dass die einzelnen Sinne nicht voneinander zu trennen sind, bzw. bestimmte Adjektive der Beschreibung an mehrere Sinne referieren. Dies zeigt sich deutlich bei der Beschreibung Christi mit dem Adjektiv „süß“, was mehrere Sinne zugleich anspricht (S. 249). Auch die bivalente Verwendung von Süße arbeitet die Vf.in aus den Schriften Hildegards deutlich heraus, wenn sie auf die süße Fleischeslust in den Sinnzusammenhängen der Sünde und Buße zu sprechen kommt (S. 277). Aufgrund der bivalenten oder multivalenten Bedeutung empfiehlt sich die von der Vf.in gewählte Einordnung der Ergebnisse in eine ideelle und normative Ebene nicht immer als förderliche Struktur für die Präsentation der Ergebnisse. Grund zur Bemängelung gibt außerdem die nur gelegentlich erfolgte Rückkopplung an den Wissens- und Bildungshorizont Hildegards, dessen Ausarbeitung einen großen (ersten)Teil des Werkes einnimmt. Aufgrund dieser Knappheit bleibt u. a. unklar, ob und auf welche Weise Hildegard die dominante Stellung des Schweigens aus der monastischen Literatur in ihrem eigenen Werk berücksichtigte oder modifizierte. Dennoch: Die vorliegende Monographie bietet eine kultur- und sinnesgeschichtliche Lesart einer der gegenwärtig populärsten und umsatzstärksten Mystikerinnen. Die Herausarbeitung der Sinne und die Sinnzusammenhänge in den Schriften Hildegards zu erforschen, ist nicht nur ein essentieller Schritt im Verständnis des hildegard‘schen Denkens und neuer Beitrag zur Geschichte der Sinneswahrnehmung. Aufgrund des einleitenden Verständnis der Sinne als kulturspezifisches Phänomen gibt diese Untersuchung auch einen Einblick in die Vorstellungswelt, das Verhalten und Funktionieren der Gesellschaft des 12. Jahrhundert, der über den Intellekt hinaus auf die hohe Bedeutung der Sinne als zentrale Zugänge zur Weltrelation verweist.

Fouad Gehad Marei presented a working paper on ‚From the Throes of Anguished Mourning: Shi‘i Ritual Lamentation and the Pious Publics of Lebanon‘

Drawing on an analysis of Shi‘i ritual lamentation in Lebanon, this article examines how religious actors and pious publics employ literary, recitational, theatrical and socio-technological methods to cultivate imaginal engagements with the other-worldly. These methods are analysed, demonstrating how they locate pious Shi‘is in religious metanarratives which transcend the linearity of time and take place in the Elsewhere and the here-and-now, simultaneously. I argue that this produces transposable and lasting dispositions which constitute the Shi‘i self, immerses subjects in this-worldly-oriented modes of religiosity and bestows upon Shi‘i politics and the imagined community a profound emotional legitimacy. I posit that cultivated engagements with the Elsewhere are constitutive experiences in modes of religiosity which emphasise the symbiosis between human action and metaphysical intervention, thus complicating the question of agency and intentional action.

Jutta Vinzents new book is published: ‚From Space in Modern Art to a Spatial Art History: Reassessing Constructivism Through the Publication Circle, 1937 (Spatiotemporality/Raumzeitlichkeit)‘

The aim of the book series „SpatioTemporality“ is interdisciplinary scholarly exchange pertaining to practices and concepts in the double perspective of space and time.In studies informed by current theoretical approaches. spatiality and temporality are treated as constructs in inextricable correlation with each other in contexts both historical and contemporary. The core concern of the series is the role of space and time in people’s sociocultural and life-world concepts of themselves and in media representations.

This book traces artists’ theories of constructive space in the first half of the twentieth century. Drawing on these concepts and recent theories on space, it develops a methodology termed ‘Spatial Art History’ that conceives of artworks as physical spatio-temporal things, which produce the social, to overcome the reductive understanding of art as a mere mirror or facilitator of society.

For more information: https://www.degruyter.com/view/product/502208

Marcus Döller presents a working paper on ‚What does it mean to resist against the law as law?‘

In the 13. Chapter of the dissertation I am going to show in four steps why Hegel makes an internal connection between the logic of the negative-infinite judgement and the Philosophy of Law. My thesis is, that it is crucial to understand the internal connection between the negative-infinite judgement on the one side and the modern form of the law on the other side in order to think a radical form of non-legal resistance. With non-legal resistance I am going to conceptualise a resistance beyond the law. In this line of thought I distinguish resistance that cannot be punished and resistance that can be punished. The act of the hero cannot be punished because the hero creates a new law. To be a hero means to be a law-giver. Heroes are only possible in antiquity. The act of the criminal, in contrast, can be punished, because the criminal presupposes a law already running up.

Every hero in modernity is in the position of the criminal in transgressing the law. Starting from this distinction, I will show that we have to think non-legal resistance differently in order to understand liberation in social struggles. Because resistance in modernity can just reproduce an order of domination and injustice, if resistance is not able to found an autonomous order of equal participation within social practices. Non-legal resistance takes places if the subject is able to justify action guiding rules only by itself. But the very act of justification of action guiding rules presupposes law like rules and overcomes them at the same time. This conceptualisation allows me to think a non-legal resistance which not just reiterates an order of social domination in the very form of resistance.

Sisi Sung gives a working paper on ‚Breaking the glass ceiling? A cultural and socio-economic study of female managers in China’s modern labor market – A summary of recent fieldwork in China‘

The paper is a preliminary summary of the fieldwork conducted during summer of 2019 in four cities of China: Beijing, Shenzhen, Xi’an and Shanghai. Each of the cities has its historical, economic and social characters distinct from each other. The paper will go into detail of the fieldwork procedure and provide some observations from the interview results.

Sanam Roohi shares insights on the current situation in India

Solidarity protest at University of Erfurt

Against CAA and police brutality on protesting students in India

By Sanam Roohi

On Friday, 20 December 2019 some 40 people including students of University of Erfurt and Fachhochschule Erfurt, members of the Max Weber Kolleg, and other concerned citizens and students from Thuringia gathered in solidarity with the protestors and students of different universities and educational institutes who were protesting against the discriminatory Citizenship Amendment Act (CAA) 2019 and were met with brutal police violence on 15 December 2019. Those gathered unequivocally condemned the highhandedness of the government of India and this police brutality on protesters, in the spirit of solidarity with the students and protestors in India.

Why protest CAA?

The Citizenship (Amendment) Bill 2019 was passed by the two houses of Indian Parliament and became an Act on 12 December 2019. The Act amends the existing Citizenship Act of 1955 to explicitly make ‘illegal’ migrants from Pakistan, Afghanistan and Bangladesh belonging to Hindu, Sikh, Buddhist, Jain, Parsi, and Christian religions who came to India prior to 2014 as eligible for Indian citizenship. It ostensibly leaves out of its purview persecuted Muslims from these countries, the Rohingyas from Myanmar and Tamils from Sri Lanka. The Act is highly discriminatory and arbitrary at best, violating secular ideals of the Indian constitution. Yet, if taken together with NRC or National Register of Citizen, it will be devastating for the social fabric of the country.

What is NRC?

India’s Home Minister Amit Shah has reiterated time and again that the Citizenship Amendment will be followed by the nationwide implementation of NRC by 2024 to throw out ‘infiltrators’ or illegal immigrants. Once adopted, every person living in India will have to prove with documents that they are a citizen of the country to have their names included in this register. If they do not have requisite documents, they will be deemed living illegally and stripped of their citizenship and thrown in detention camps. We learn this from the limited enrolment of NRC in the North East Indian state of Assam between February 2015 and August 2019 after which almost 1.9 million people failed to get their name registered in the NRC and many were put in camps.

Many poor citizens in India do not have proper documents like birth certificate and because many have not finished school, they do not have their school leaving certificates too. Not only will NRC be an administrative nightmare for the bureaucracy it will create unparalleled fear among Indian citizens. While Hindus too can be excluded from the NRC, the Citizenship amendment act indicates that Hindus will get citizenship even if they are illegal or without documents. But Muslims, unable to prove their citizenship will be deemed illegal!

Taken together with the anti-Muslim sentiments prevalent in India since the ruling right-wing Bharatiya Janata Party came to power in 2014 and again in 2019, it has created a lot of fear among the Muslim citizens of the country.

Protests and police brutality

The passing of the bill to an Act was followed by widespread protests from Indian citizens who argued that it goes against the principle of secularism enshrined in the Indian constitution and the Fundamental Rights guaranteed to everyone irrespective of their religion. Students joined in the protest at some universities – prominent among them were Jamia Milia Islamia University in Delhi and Aligarh Muslim University in Aligarh, Uttar Pradesh. On the night of 15 December, the police stormed into these university campuses, entered canteens, girls and boys hostels, prayer rooms and libraries and physically assaulted students, including those who were not protesting, to instil fear. Students were flushed out and campuses were vacated in the middle of the night, some were arrested and the whereabouts of a few Aligarh students is unknown. These incidents of police brutality inspired other universities across India and abroad to join in the protest. Apart from attacking university spaces, the police in large parts of central and Western Uttar Pradesh, Mangalore in Karnataka and Assam opened fire killing more than 30 people, most of them in the state of Uttar Pradesh within 24 hours between 20-21 December 2019. The state government also arrested more than a thousand protestors to instil fear.

Despite police brutality, the protests have not stopped but spread from one city to another in the last one and a half months. These protests are unprecedented in the history of independent India. It is for the first time Muslim women, many of them wearing hijab have come out to the streets to protest in large numbers, joined in sizeable numbers by anti-right groups, left organisations, student bodies, lawyers groups, Sikh community members and ordinary citizens who stand against the CAA and NRC. Shaheenbagh area in Delhi has become a symbol of this non-violent resistance of the current right-wing government. Women of Shaheenbagh have come out to protest against the CAA and NRC and have shown exemplary spirit in taking care of each other in turns as others sit out to protest. Women of other cities like Kolkata and Mumbai have followed suit.

Meanwhile, the government has not only continued with the CAA, it has also started rolling out NRC in Uttar Pradesh and in Karnataka.