A-Frame

Visual Framing: Wie wird das Thema Massentierhaltung visuell auf Instagram dargestellt?

Ziel

Seit Jahrzehnten herrscht eine nicht zu leugnende Diskrepanz zwischen der moralischen Verpflichtung gegenüber sogenannten Nutztieren und dem allgemeinen Konsumverhalten. Im Ernährungskontext werden Tiere darauf reduziert, inwieweit sie als Lieferanten bzw. Produzenten von Nahrungsmitteln dienen, das Tierwohl wird diesem Prinzip weitestgehend untergeordnet. Resultierend aus dem starken Anstieg des Fleischkonsum hat auch die industrielle Produktion von Fleisch und anderen tierischen Produkten in den vergangenen Jahren stark zugenommen – und damit auch die Massentierhaltung. Veränderungen lassen sich auch hinsichtlich des Medienkonsums feststellen. Insbesondere jüngere Zielgruppen wenden sich vermehrt visuell geprägten Kommunikationsplattformen zu. Der Fokus der Studie lag auf der Erstellung und Überprüfung eines visuellen Codebuchs zur inhaltsanalytischen Betrachtung von Instagrambeiträgen.

Untersuchungsanlage

Den visuellen Charakter der Plattform Instagram als Ausgangspunkt nehmend, stützt sich die Studie insbesondere auf den (Visual-)Framing-Ansatz. Das eigens für diese Studie entwickelte Codebuch dient der Untersuchung formaler Darstellungsweisen und inhaltlicher Schwerpunktsetzungen der Beiträge. Im Fokus der Analyse stand hierbei, neben der Suche nach aus der Forschungsliteratur entnommenen Frame-Elementen, die Identifizierung von themenspezifischen Frame-Indikatoren.

Es wurden 25 Instagramkanäle unterschiedlicher Nachrichtenanbieter untersucht, von denen mithilfe einer Vollerhebung zunächst alle themenrelevanten Beiträge erfasst wurden, bevor basierend auf dem Codebuch eine inhaltsanalytische Betrachtung dieser erfolgte. Insgesamt konnten 226 Instagrambeiträge identifiziert werden, die das Thema Massentierhaltung oder mit diesem verbundene Teilbereiche thematisieren.

Ergebnisse

In Bezug auf die der Studie zugrundeliegende übergeordnete Fragestellung nach der visuellen Darstellung lässt sich festhalten, dass auf Instagram eine klare Fokussierung auf die visuellen Bestandteile der Beiträge feststellbar ist. Bei den visuellen Elementen handelt es sich überwiegend um Fotografien, jedoch wird bei der Berichterstattung über das Thema Massentierhaltung auch auf Bewegtbildinhalte zurückgegriffen. Im Gegensatz zum klassischen Journalismus kann der Online-Journalismus die Möglichkeiten des Internets und der digitalen Vernetzung nutzen und arbeitet mit Verweisen und Links.

Im Rahmen der Studie konnten Indikatoren für sieben Frames identifiziert werden. Zwischen zwei Frames konnte eine Diskrepanz in der Darstellungsweise festgestellt werden. Bezogen auf das visuelle Framing wurde ein Frame mit rein visuellen Indikatoren identifiziert

Gruppenmitglieder (siehe Foto v.l.n.r.): Katja Henke, Nathalie Wedemann, Nora Wunderwald, Kevin Rudolph, Johanna Zirkel, Marie Sophie Holub

Projektbetreuung

Erstbetreuer: Dr. Markus Seifert

Zweitbetreuer: Prof. Dr. Patrick Rössler

„Die Fragen, wie wir mit Tieren umgehen und unter welchen Bedingungen sie in der Massentierhaltung leben, beschäftigen uns nicht erst seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Schon seit langem sind die Zustände in den Großbetrieben fester Bestandteil journalistischer Berichterstattung. Die Projektgruppe A-Frame untersuchte die Artikel auf einer der bekanntesten Social Media-Plattformen: Instagram. Besonders ist die Arbeit der Studierenden deshalb, weil die Fotos und Collagen einer systematischen Inhaltsanalyse unterzogen wurden und hierfür ein äußerst umfangreiches Codierinstrument entwickelt werden konnte.“ – Dr. Markus Seifert über das Projekt

Projektpartner