Deutschlandtrennt

Die Deutschlandagenda: Zur Darstellung innerdeutscher Themen im Ost-West-Medienvergleich

Hinweis: Das Video mit einer Präsentation des Projektes wurde auf Wunsch der Studierendengruppe nach einer Frist von sieben Tagen entfernt.

Ziel

Dreißig Jahre nach der Wiedervereinigung stellt sich immer wieder die Frage: Wie geeint ist Deutschland wirklich und was bedeutet diese Einigkeit? Die Forschungsgruppe Deutschlandtrennt hat sich dieser Frage angenommen für den Bereich der Medienlandschaft konkretisiert. Ziel war es, die folgenden Forschungsfragen zu beantworten:

F1: Welche innerdeutschen Themen herrschen in der nationalen sowie den regionalen Teilöffentlichkeiten vor und existiert eine einheitliche Presseberichterstattung in Deutschland?

F2: Wie werden innerdeutsche Themen in der nationalen sowie den regionalen Teilöffentlichkeiten in der Presse dargestellt?

Untersuchungsanlage

Methodisch ist das Projekt Deutschlandagenda zweigeteilt angelegt. Die Frage nach der Einheit in der deutschen Presseberichterstattung wurde dabei zweifach untersucht. Die quantitative Inhaltsanalyse acht verschiedener Tageszeitungen gibt Aufschluss über die verhandelten Themen in den west- und ostdeutschen Teilöffentlichkeiten sowie der nationalen Teilöffentlichkeit.

Die qualitative Inhaltsanalyse gibt Einblicke in die Art und Weise wie einzelne, besonders auffällige Themen dargestellt, also geframet wurden.

Die gewonnenen Erkenntnisse zu Art und Häufigkeit der vorkommenden Themen und wie diese exemplarisch verhandelt werden, stehen ganz im Sinne der modernen Öffentlichkeitstheorien, welche den theoretischen Unterbau der Arbeit bilden. Entlang weiterer Theorien und des Forschungsstandes werden die erhobenen Daten interpretiert und diskutiert.

Ergebnisse

Es wurde deutlich, dass eine übereinstimmende Themenstrukturierung in den west- und ostdeutschen Regionalzeitungen sowie in der überregionalen Presse besteht. In allen drei Medienagenden nimmt der Politikbereich den größten Raum ein, gefolgt von Wirtschaft und Gesellschaft. Fast 72 % erreicht die Themenkonvergenz zwischen den Ebenen Ost, West und National. Jedoch zeigt sich, dass die Rangfolge der Themen der drei Ebenen unterschiedlich ist. Sie sind demnach unterschiedlich wichtig.

Die Ergebnisse der Frame-Analyse unterstützen Annahmen aus Studien der Öffentlichkeitsforschung, wonach Frame-Strukturen in den Teilöffentlichkeiten themenabhängig und nicht etwa teilöffentlichkeitsspezifisch sind. Während das Oberthema Rechtsextremismus einheitlich personenbezogen geframet wurde, zeigt sich für das Thema des Dieselskandals ein facettenreicheres Bild.

Gruppenmitglieder (v.l.n.r.): Till Kleindiek, Charlotte Wiemer, Nils Otto, Lea-Katharina Krause, Jakob Gierth, Julia Beierle, Konstantin Weidt, Alexandra Savitskaia

Projektbetreuende

Erstbetreuer: Prof. Dr. Kai Hafez

Zweitbetreuer: Prof. Dr. Patrick Rössler

„Kaltblütige Systematik, theoretische Konsistenz und empirisches Durchhaltevermögen bei der Lösung eines hochgradig relevanten Gesellschaftsproblems – und nett sind sie auch noch!“- Prof. Dr. Kai Hafez über das Projekt

Projektpartner